Full text: Die Gewerbeförderung und das gewerbliche Bildungswesen in Österreich

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n früheren — man darf wohl sagen — glück 
licheren Zeiten konnte das Handwerk einer 
Gewerbeförderung im Sinne einer besonderen 
öffentlichen Einrichtung, einer von außen kommenden 
Beeinflussung entraten. Es fand die Bedingungen 
seines Gedeihens in sich selbst und im Verhältnisse 
zu seinen Auftraggebern. Gediegene Materialkenntnis, 
eine treffliche, auf familiärer Grundlage fußende Meister 
lehre, ehrfürchtige Freude an der Arbeit, straffe Zu 
sammenfassung in festgegliederte Standesformen mit 
klugen Satzungen und sinnreichen Gebräuchen von 
tiefer Symbolik, Selbstbewußtsein, „Treu und Glauben" 
waren seine inneren erhaltenden Kräfte; volle Wertung 
fachlichen Könnens, Stoffkunde und Formverftändnis 
bei den Bestellern vom einfachen Manne hinauf bis 
zu den kunstsinnigen und freigebigen großen Auftrag 
gebern, den weltlichen und geistlichen Fürsten, den 
Stadtverwaltungen, waren seine natürlichen äußeren 
Hilfen. Dieser organisch gewordene und darum har 
monische Zustand konnte durch kriegerische Verwick 
lungen und innere Wirren wohl zeitweise in seinen 
Wirkungen beeinträchtigt, nicht aber in seinen wesent 
lichen Grundlagen bedroht werden und dauerte, wenn
	        
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