Full text: Bau- und Baustoffindustrie (2)

3. Kartellierung in der Ziegelindustrie 
a) Berichte 
Allgemeine Übersicht . . 
Ziegeleigenossenschaft zu Königsberg . . 
Ziegelverkaufsstelle G. m. b. H. Chemnitz .... . 
Deutsche Ziegeleien Aktiengesellschaft Quedlinburg . ... . * 4 m re 3 
Verband der deutschen Ziegel-Verkaufsvereinigungen E. V., Berlin. . . . . 1650 
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Allgemeine Übersicht. 
Die Ziegelindustrie ist eine ausgesprochen transportorientierte In- 
lustrie. Ihre Standorte verteilen sich entsprechend der Häufigkeit der 
Tonlager ziemlich gleichmäßig über das deutsche Reichsgebiet. Wirt- 
schaftlich war die handwerksmäßig betriebene Ziegelindustrie in früherer 
Zeit weitgehend mit der landwirtschaftlichen Betätigung verknüplt. 
Unter dem Einfluß der Verstadtlichung der Bevölkerung und der damit 
sich steigernden Konzentration der Nachfrage haben sich auf guten Ton- 
lagerstätten zwar größere Produktionszentren der Ziegelindustrie in der 
Nähe der Großstädte und der Industriereviere entwickelt. Soweit aber 
dort Stapelware hergestellt wurde, blieb infolge des hohen Transport- 
widerstandes der Ziegelrohstoffe und der Ziegelfabrikate der Absatz- 
kreis meist ein nur lokaler. Der Absatz selbst unterlag außerdem star- 
ken Schwankungen, die einerseits durch das Fluktuieren der Nachfrage, 
andererseits durch die Erschließung neuer und frachtlich günstiger ge- 
legener Tonlager veranlaßt wurden. Die Umwandlung des Ziegelei- 
gewerbes in eine Industrie mit Einführung des Ringofens und der Dampf- 
presse gegen Ende des 19. Jahrhunderts und später der Trockenanlagen 
haben den Lieferradius der einzelnen Ziegeleien zwar etwas erweitert, 
aber die Bodenständigkeit der Ziegelindustrie als Ganzes, besonders bei 
den geringwertigen. Massenprodukten, nicht aufgehoben. 
Gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts ist mit dem Aufkommen 
der Maschinenbetriebe und der dadurch veranlaßten Verschärfung des 
Konkurrenzkampifes eine starke Betriebsverlagerung innerhalb der 
Ziegelindustrie eingetreten. Die Zahl der Ziegelgroßbetriebe hat im deut- 
schen Reichsgebiet in den Jahren 1875 bis 1907 um mehr als 10 000 zu- 
genommen, während die Kleinbetriebe in demselben Zeitraum um etwa 
14 000 zurückgegangen sind. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren ist 
die Bewegung, und zwar zunächst unter dem Einfluß der Kohlennot und 
des Mangels an Arbeitskräften und sodann infolge des Absatzmangels 
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