Full text: Bau- und Baustoffindustrie (2)

und unter Anrechnung auf sein Kontingent, Ziegel kaufen. Bei 
außerordentlichem Bedarf können vorhandene Überbestände der Gesell- 
schafter ohne Anrechnung auf ihr Lieferungsrecht geliefert werden. 
Die Ziegelverkaufsstelle vergibt die Ziegellieferungen an die ein- 
zelnen Gesellschafter nach billigem Ermessen. Sie muß jede Woche 
eine Verkaufsliste über die Vorwoche zur Einsichtnahme auslegen, in 
welcher die Differenz zwischen bewirkter Lieferung und Lieferungs- 
berechtigung gezogen ist. Auf dieser Liste werden nur die Sorten 
ausgerechnet, deren Verkauf vertraglich gebunden ist unter Einschluß 
der. gestatteten wöchentlichen direkten Verkäufe und des Selbst- 
verbrauchs. Soweit sich der Selbstverbrauch auf den Ausbau der eigenen 
Ziegeleien bezieht, findet keine Anrechnung statt. Außerhalb des Ring- 
gebiets gelieferte Steine werden gleichfalls bei der Anrechnung nicht 
berücksichtigt. 
Der den Mitgliedern für die gelieferten Ziegel von der Verkaufs- 
stelle zugebilligte Verkaufspreis setzt sich zusammen aus dem von der 
Gesellschafterversammlung festgesetzten Grundpreis und dem von der 
auf den Abschluß des Geschäftsjahres folgenden Gesellschafter- 
versammlung festzustellenden Aufgeld. Das Aufgeld ist allwöchentlich 
an die Gesellschaftskasse abzuführen; es dient zur Deckung der Ver- 
waltungsspesen und zur Ansammlung eines Reserve- und Betriebsfonds. 
Die jeweilig niedrigsten Verkaufspreise werden vom Aufsichtsrat 
ım Benehmen mit der Verkaufsstelle festgesetzt. Bei der Festsetzung 
der Preise sollen die Selbstkosten eines gut geleiteten Betriebes zu- 
grunde gelegt werden. Der niedrigste Verkaufspreis für unsortierte 
Handstrichziegel beträgt z. Zt. 20 Mark für das Tausend. Die Preis- 
differenz für Handstrichziegel und Maschinenziegel II. Klasse muß in 
jedem Falle mindestens 8 Reichsmark betragen. Ausgesuchte Ziegel 
unterliegen einem zwischen dem Lieferanten und der Ziegelverkaufs- 
stelle zu vereinbarenden Preisaufschlag, welcher dem liefernden Gesell- 
schafter zugute kommt. Für Einzelfuhren ist dem Abnehmer min- 
destens 1 Reichsmark Fuhrlohn-Zuschlag für je 1000 Stück Ziegel zu 
herechnen und an den Lieferanten zu bezahlen. 
Die Verkaufspreise werden gesondert für Groß- und KEinzel- 
verkäufe festgesetzt. Die Ziegelpreise für Einzelverkäufe müssen zu- 
gunsten des Lieferwerkes mindestens 2 Reichsmark höher sein als der 
jeweilige Großverkaufspreis. An Dauerkunden können Ziegel im Einzel- 
verkauf zu Großverkaufspreisen verkauft werden. Ebenso erhalten 
diese, sofern sie ihren gesamten Bedarf bei der Ziegelverkaufsstelle 
decken, eine Rückvergütung von 2 Mark pro tausend Stück Ziegel. 
Die Einhaltung der Vertragsbestimmungen untersteht der Kon- 
trolle des Aufsichtsrates oder der von ihm eingesetzten Revisionsabtei- 
lung. Der Aufsichtsrat befindet auch über die für Verstöße gegen die 
Satzung und die Lieferungsbedingungen festgesetzten Strafen ($ 15 
der Satzung). Für jeden ohne Anweisung der Ziegelverkaufsstelle 
erfolgten Verkauf von vertragsmäßig gebundenen Ziegeln, ferner für 
jeden unstatthaften Selbstverbrauch, für Zuwiderhandlungen gegen die 
Verkaufsbestimmungen bei Lieferung vertragefreier Ziegel und für die 
Wiedereinfuhr von Ziegeln in das Vertragsgebiet ist der 100 °Lige Betrag 
:19
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.