Full text: Bau- und Baustoffindustrie (2)

kapitalkontos verwandt werden. Von dem Rest werden die Gewinn- 
anteile der Vorstandsmitglieder und nach Abzug eines für die Aktionäre 
bestimmten Betrages von 4°/, des eingezahlten Grundkapitals die Ge- 
winnanteile der Aufsichtsratsmitglieder bestritten. Der dann noch ver- 
bleibende Rest steht zur Verfügung der Generalversammlung (8 8 der 
Satzung). 
Der Geschäftsordnungs- und Lieferungsvertrag vom 31. März 1927 
wurde zunächst bis zum 31. Dezember 1930 abgeschlossen. Er verlängert 
sich jeweils um weitere drei Jahre, falls er nicht wenigstens von einem 
der Vertragsschließenden mindestens 6 Monate vor Ablauf gekündigt 
wird.. Die Ziegeleien, die nicht aufkündigen, können in einer einzuberu- 
fenden Versammlung der Ziegeleibesitzer die Fortsetzung des Vertrages 
beschließen ($ 19 der Geschäftsordnung). 
Die. Schwierigkeiten für eine straffere. Ausgestaltung der Deutsche 
Ziegeleien . Aktiengesellschaft liegen neben den komplizierten Absatz- 
verhältnissen innerhalb des Vertragsgebietes, vor allem in der ungleich- 
mäßigen Absatz- und Organisationslage der an das Verbandsgebiet an- 
grenzenden Ziegelgebiete. Bisher konnten zwischen der Deutsche Ziege- 
leien Aktiengesellschaft Quedlinburg und den Nachbargruppen keine ver- 
traglichen Abmachungen getroffen werden. Es ist aber geplant, mit der 
Mauersteinzentrale Bernburg, der Ziegelverkaufsvereinigung Oschers- 
leben und dem Magdeburger Verkaufsverein für Ziegeleifabrikate zu 
Vereinbarungen über den Ausgleich des jeweiligen Bedarfs zu kommen. 
Da sich aber im ‚Bereich der Absatzgebiete der genannten Verkaufs- 
gesellschaften und der Deutsche Ziegeleien Aktiengesellschaft eine große 
Anzahl von Außenseiterziegeleien befindet, werden nach Meinung der 
Deutsche Ziegeleien Aktiengesellschaift diese. Abkommen kaum irgend- 
welche festen Bindungen enthalten können. 
Das Ziel. der Aktiengesellschaft, die gesamte Produktion zu über- 
nehmen und den Erlös später unter Berücksichtigung der gelieferten 
Mengen gleichmäßig auf alle Ziegeleien zu verteilen, konnte bisher, und 
zwar. vor allem infolge der großen Unterschiede in den Unkosten der 
einzelnen Werke, nicht erreicht werden. Die Ziegelpreise, die in der 
Nachkriegszeit von dem Baustoffkommissar in Magdeburg kontrolliert 
wurden und ihm auch jetzt noch einzureichen sind, hat die Aktiengesell- 
schaft aber seit 1925 auf 42 RM. pro Tausend ab Werk im Verbands- 
gebiet stabil halten können‘). Für die angeschlossenen Werke liegt der 
Hauptvorteil der Kartellbildung in der regelmäßigen Versorgung mit 
Betriebsmitteln während der Kampagne. 
Verband der deutschen Ziegelverkaufsvereinigungen e. V., Berlin. 
Die Kartellbildung innerhalb der Ziegelindustrie begann mit dem 
Aufbau von lokalen Kartellen. Diese lieferten sich zunächst in den 
Grenzgebieten erbitterte Konkurrenzkämpfe, ohne daß die einzelnen 
Gruppen bei dem Transvortwiderstand der Ziegelfahrikate eine dauernde 
1) Vgl. auch „Das Baugewerbe“, Zeitschrift zur Wahrung und Förderung der 
gemeinsamen Berufsinteressen der deutschen Baugewerbetreibenden, Jahrgang 1927, 
Ausgabe A Heit 27. 
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