Full text: Bau- und Baustoffindustrie (2)

Wir haben es erreicht, daß die Preise der Steine nicht so schwankten 
wie vorher, daß insbesondere Schwankungen, wie sie in anderen Teilen 
les Deutschen Reiches unverändert vorkamen, vor allem in Berlin, in 
unserem Wirkungskreis ausgeblieben sind.: Es ist in Berlin vorge- 
kommen, daß die Steine im Frühjahr 45 M. kosteten und im Herbst 12 bis 
15 M., und daß sie dann im nächsten Frühjahr wieder auf 40 bis 50 M. 
stiegen. Das ist bei uns, trotz mancher Schwankungen im Geschäft, aus- 
geblieben. Die Preiskurve hat sich vor dem Kriege — wir haben zwei 
Absatzgebiete Elbing-Haff und Königsberg — im Grunde auf 26 bis 
28 M. ab Werk gehalten; der Preis steht heute entsprechend den ge- 
änderten Verhältnissen ab Haff auf 42 M. und ab Königsberger Ziegeleien 
auf 46 M. 
Vorsitzender: Wie gestaltete sich die Preisentwicklung in den 
Jahren 1924 bis 1926? 
Sachverständiger B.: Im Jahre 1924, nach der Inflation, haben die 
Preise sehr erheblich geschwaäankt, weil die Stabilisierung erst langsam 
zur vollen. Wirkung kam. Da wir anfangs die Verhältnisse gar nicht 
übersehen konnten, insbesondere die Wirkungen der Stabilisierung nicht 
kannten, haben wir mit 56 M. angefangen und sind dann auf 36 oder 
38 M. heruntergegangen. Im Jahre 1925 sind die Preise einigermaßen 
stabil geblieben mit 36 bis 38 M. In 1926 haben wir, da wir den Bedarf 
der Bautätigkeit überschätzt hatten, sehr viel mehr Ziegel produziert 
als wir absetzen konnten. Die Preise sanken — z. T. infolge von Not- 
verkäufen außenstehender Ziegeleien — zeitweise auf 28 bis 32 M. Die 
stark preissenkende Wirkung der Notverkäufe haben wir dann im Sommer 
1927 einigermaßen wieder ausgleichen können, indem wir bis zum Herbst 
langsam auf 42 M. kamen. Dieser Preis besteht zur Zeit. Ich darf dazu 
bemerken, daß wir seitens der Stadt Königsberg und der Baugesell- 
schaften wegen der für den Laien an sich ja bedeutenden Preiserhöhung 
von 1926 zu 1927 lebhafte Anfeindungen zu überwinden hatten. Die 
Ostpreußische Heimstätte stand mit uns.im Vertragsverhältnis. Es hat 
dann ein Schiedsgerichtsverfahren durchgeführt werden müssen, in dessen 
Verlauf uns das Anerkenntnis wurde, daß unsere Preise nicht nur als 
normal, sondern als im Verhältnis zu den Gestehungskosten billig zu 
bezeichnen seien. Fine Ahschrift überreiche ich zu den Akten!) 
Vorsitzender: Die Veranlassung; zur Gründung Ihrer Verkaufsstelle 
bot nach Aussage des Herrn B. in erster Linie die unsichere Struktur 
der Marktverhältnisse. (Zustimmung der Sachverständigen.) Welche 
anderen Gründe kommen noch in Frage? 
Sachverständiger C.: Ich bin Geschäftsführer einer. G.m.b. Hy 
Diese G.m. b. H. und ich persönlich gehören zu den Gründern der Ge- 
nossenschaft. Obgleich ich! noch ein eigenes Baumaterialiengeschäft 
habe, habe ich mich damals doch entschlossen, der Genossenschaft bei- 
zutreten, teilweise aus den Gründen, die schon kurz geschildert worden 
sind, teilweise auch, um die finanziellen Sorgen etwas zu verteilen. Denn 
‘) Vol. die Aussage des Sachverständigen E., Seite 141. 
Ursachen 
der 
Gründung 
Kredit 
35
	        
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