Full text: Bau- und Baustoffindustrie (2)

Betriebs- 
kredite 
Preise 
troffen, daß die Werke, die das Glück haben, in. ihrem Bezirk sehr gut 
absetzen zur können, die Bestände der anderen Werke, die noch zurück 
sind, mit finanzieren sollen. 
Vorsitzender: Die Gesamtheit der Lieferungen bleibt dabei nicht 
zeringer als der Wert der Auszahlungen an alle Mitglieder? 
Sachverständiger P.: Nein. 
Vorsitzender: Die stärkeren Lieferungen einzelner Firmen haben die 
Fehlmengen der anderen ausgeglichen? 
Sachverständiger P.: Jawohl. Wir haben im vorigen Jahre ohne 
Bankkredit gearbeitet. Wir haben nur — das ist ja nicht zu um- 
zehen — einen erheblichen Diskontkredit bei der Bank für Kunden- 
wechsel laufen, aber sonst haben wir den uns bereitgestellten offenen 
Kredit nicht in Anspruch nehmen müssen, weil wir eben im vorigen 
Jahre auch verhältnismäßig gut abgesetzt haben. Wir haben 83 % 
fabriziert und 74 % des Kontingents abgesetzt. Das sind für unseren 
Bezirk sehr gute Zahlen. Denn im Jahre zuvor sind z.B: nur 66% 
produziert und 52 % abgesetzt worden, also nur etwa die Hälfte der 
Leistungsfähigkeit. 
Abgesehen von diesen Ausgleichsvorschüssen haben wir in Verfolg 
der Vorschriften unseres Statuts, das gerade den Punkt „Betriebskredite“ 
betont, auch offene Kredite an die Werke gegeben, allerdings meistens 
als Diskontkredit im Lombardwege. 
Wir haben nun die Erfahrung gemacht, daß unsere Werke durch 
diese regelmäßigen Zahlungen in der Lage. waren, zunächst ihre Lohn- 
kosten, Kohlen usw. zu bezahlen, und dann abzuwarten, bis nach der 
Kampagne von 30 Wochen größere Zahlungen zu machen waren, weil 
lie Fabrikation aufhörte. Auf diese Weise hatten natürlich einige 
Werke zeitweise bei uns buchmäßig große Guthaben. stehen; aber 
schließlich sind das ja auch nicht Guthaben, die sofort liquide eind, 
sondern es sind eigentlich Forderungen, die wir einziehen sollen, die 
also bei uns selbst noch nicht eingegangen sind. Ohne Syndikat würden 
lie Firmen mindestens Forderungen in dieser Höhe als Außenstände bei 
der Kundschaft gehabt haben, ohne sie in gleicher Weise. wie das Syndi- 
kat als Kreditunterlage benutzen zu können. 
Wir hoffen, daß wir in diesem Jahre in der Lage sein werden, die 
Wochenrate zu erhöhen, indem wir statt 500 zunächst 600 M. zahlen. 
Es ist ja unser Ziel, die ganze Produktion zu einem Übernahmepreis zu 
übernehmen und dann den {tatsächlich erzielten Preis zu verteilen, so 
}aß nach bestimmten, vielleicht nur kleinen Modifizierungen die Werke 
alle denselben Preis bekommen. Heute ‚ist das aber noch nicht möglich. 
- Wir haben in unserm Bezirk immer verschiedene Preise gehabt. 
Das hängt z. T. damit zusammen, daß die Fabrikationsunkosten bei den 
Werken sehr verschieden sind.-So sind z.B. Landziegeleien im all- 
gemeinen durch die Gewerbesteuer, die Hauszinssteuer, die Grund- 
vermögenssteuer usw. nicht so belastet wie Ziegeleien in Städten, die 
meist großen Geldbedarf haben, wie etwa Halberstadt. Wir haben 
ferner eine städtische Ziegelei bei uns. die der Stadtverwaltung Harz- 
de
	        
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