Full text: Bau- und Baustoffindustrie (2)

hereinholen, obwohl das nach den Mitteilungen, die wir bekommen 
haben, tatsächlich nicht der Fall ist. 
Sachverständiger B.: Wir nehmen alle Firmen auf, von denen wir 
das Gefühl haben, daß sie die Dinge technisch anfassen und nicht etwa 
bloß Schlosserarbeiten verrichten, oder sich einmal eine Maschine an- 
geschafft haben, um dann Handel zu treiben. 
Sachverständiger 0.: — alle Firmen, die als Konstruktionsfirmen 
anzusprechen sind, die ein Konstruktionsbüro haben, und die nicht 
die Sache nur handwerksmäßig betreiben. Wir haben auch einmal 
versucht, Richtlinien über die Aufnahme von Mitgliedern nach ihrer 
Produktion, ihrem Umsatz, ihrer Arbeiterzahl usw. aufzustellen. Aber 
wir sind davon wieder abgekommen und zu den allgemeinen Gesichts- 
punkten zurückgekehrt. Dies auch deshalb, weil die Bedeutung einer 
Firma schon danach ganz verschieden ist, in welchem Gebiet sie ar- 
beitet; in einem dünn besiedelten Gebiet mit geringer industrieller Tätig- 
keit ist eine kleine Firma, die sich vielleicht mit einem geringen Büro 
behelfen muß, als bedeutungsvoller — auch im positiven Sinne — für 
uns anzusprechen, als ein gleich großes Unternehmen im dicht besiedel- 
ten Industriegebiet Rheinland-Westfalen. Wir müssen also die Mit- 
gliedsfrage individuell behandeln. Gewiß, wir sind bereit, jede Firma 
aufzunehmen, aber wir haben auch schon einer ganzen Anzahl die Auf- 
nahme abgelehnt, weil es eben Firmen waren, die mehr aus rein kauf- 
männischen Gesichtspunkten den Wunsch hatten, aufgenommen zu 
werden. ohne gleichzeitig etwas Ideelles und Technisches mitzubringen. 
Hamm: Aber nicht deshalb, weil sie einen engen Ring bilden 
wollten, sondern weil Sie die betreffenden Firmen ihrer ganzen Art nach 
nicht für geeignet hielten? 
Sachverständiger G.: Ich kann nur wiederholen, daß wir grundsätz- 
lich bereit sind, jede Firma aufzunehmen. Aber wenn ein Schlosser- 
meister kommt, der eine Bohrmaschine dastehen hat und vielleicht zwei 
Gesellen beschäftigt, den können wir nicht als Eisenkonstruktionsfirma 
ansehen. Wir würden uns selber bloßstellen, wenn wir einen solchen 
Betrieb hereinnehmen wollten und dann ein Unglück begegnete, indem 
dem Betreffenden eine Brücke zusammenbricht; — dann würden wir 
schließlich als die Verantwortlichen angesehen werden. 
EEE Der Deutsche Eisenbau-Verband ist aus der Not geboren worden; 
bildung unter der Ungunst der Verhältnisse sind auch gute Eisenbaufirmen zu- 
sammengebrochen, darüber kann gar kein Zweifel sein. Deshalb haben 
wir uns gesagt: Wir müssen wenigstens den Versuch machen, eine Er- 
haltung des deutschen Eisenbaues technisch und auch in anderer Be- 
ziehung anzubahnen, und darauf kommt es une in der Hauptsache auch 
an. Ich glaube, letzten Endes haben auch die Behörden, hat auch die 
Allgemeinheit ein Interesse daran, daß die Eisenbauindustrie in der 
Lage ist, einwandfreie und gute Arbeiten zu liefern und auch noch tech- 
nisch weitere Fortschritte zu machen. Wenn wir uns gegenseitig be- 
kämpfen wollten, wie es augenblicklich leider wieder den Anschein hat, 
RM
	        
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