Full text: Bau- und Baustoffindustrie (2)

Normal- oder Richtpreise für die Bauleistungen sind nicht fest- 
gesetzt, vielmehr unterliegt jedes Geschäft der Einzelkalkulation. Die 
Schwierigkeiten, welche die Aufstellung von Preisregeln bereiten würde, 
ergeben sich aus den einleitenden Darlegungen dieses Berichts. Ebenso- 
wenig enthält die Satzung oder die Geschäftsordnung der „Nach- 
richtenstelle“ sonstige Vorschriften für die zu treffenden Vereinbarun- 
gen. Die Abmachungen erstrecken. sich entweder auf die Angebots- 
preise und eine Abgabe an die ausfallenden Firmen oder nur auf letztere. 
während die Angebotspreise selbst frei bleiben. 
Fall 1. Eine der beteiligten Firmen erhält das Vorrecht, zu einem 
vereinbarten Mindestpreis anzubieten. Dann wird dieser Mindestpreis 
von den anderen beteiligten Firmen durch vereinbarte Aufschläge ge- 
schützt. Die Aufschläge sind jedoch in der Regel gering, da normaler- 
weise die Mitbewerber sich die Aussicht auf das Geschäft erhalten 
wollen. Nach Aussage der Sachverständigen staffeln. sie sich häufig um 
je */2 °/o vom Lieferungswert. Falls die Auftragserteilung nachweislich 
davon abhängt, können die beteiligten Firmen berechtigt werden, bis 
zu einem vereinbarten Höchstprozentsatz einen Nachlaß als Kassa- 
skonto zu gewähren. Nebenabreden und. Einräumung irgendwelcher 
Sondervorteile sind unstatthaft. Die Firma, die den Auftrag erhält, 
überweist den übrigen Beteiligten den im voraus vereinbarten. Prozent- 
satz der Angebotssumme zu gleichen Teilen. 
Fall 2. Jede Firma bietet zu den von ihr errechneten Preisen an. 
Erhält sie den Auftrag, dann sind die übrigen Beteiligten im Rahmen 
der getroffenen Vereinbarung für die Ausarbeitung von Entwürfen zu 
entschädigen. 
Verteilt werden dütfen von der Angebotssumme unter die am Ge- 
schäft beteiligten Firmen regelmäßig nicht mehr als 5°%. Im Laufe 
der Ausführung der Leistung hinzukommende Überteuerungen werden 
bei der Auszahlung der Verteilungsquote nicht berücksichtigt, gehen 
also auf das Risiko der ausführenden Firma. Die Höhe der Verteilungs- 
quote richtet sich im einzelnen nach der Zahl der beteiligten Firmen und 
nach der Werthöhe des Bauobjekts. Die Auszahlung erfolgt meist in 
Raten, die gleichfalls in den jeweiligen Vereinbarungen festgelegt 
werden, . 
Sowohl bei den Vereinbarungen mit wie bei denjenigen ohne Schutz- 
aufschläge pflegen die Unkostenzuschläge für Überteuerungen (Löhne, 
Bau-, Bauhilfs- und Betriebsestoffe, Beförderungskosten, gesetzliche 
Lasten usw.) sowie die Zahlungsfristen einheitlich geregelt zu werden. 
Außerdem sind die Beteiligten verpflichtet, die vom Deutschen Beton- 
Verein E. V. in Gemeinschaft mit dem Beton- und Tiefbauwirtschafts- 
verband E. V. aufgestellten Bedingungen!) für Beton- und Eisen beton- 
arbeiten als Bestandteil ihres Angebots zu bezeichnen. 
Eine besondere Regelung ist für die Firmen getroffen, die das 
Geschäft erst melden, wenn andere Firmen bereits auf Grund einer Ver- 
einbarung Angebote abgegeben haben. Der „Nachmelder‘“ ist in diesem 
Falle verpflichtet, den früheren Beschlüssen beizutreten. Besondere Be- 
1y Abdruck der Bedingungen Seite 100. 
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