Full text: Bau- und Baustoffindustrie (2)

zroße Rolle spielt. Der einzelne Fabrikant ist nur sich selbst gegenüber 
verantwortlich. Den Angestellten eines großen Industriewerkes, aber 
weit mehr noch den Staats- und Kommunalbeamten, drückt eine große 
Verantwortung, weil er der Kritik, eventuell der öffentlichen Kritik, 
ausgesetzt ist. Deshalb kann insbesondere der Beamte eine Vergebung 
häufig gar nicht nach seinen eigenen Wünschen und wie er es für richtig 
hält zur Durchführung bringen. Er muß eben Rücksicht auf die Öffent- 
lichkeit nehmen. Das ist unseres Erachtens einer der allergrößten 
Schäden des Submissionswesens. 
A ueschrets Professor Dr. Harms: Hat sich im Submissionswesen in bezug auf 
bungen den Kreis der Personen, die zugelassen werden, in der jüngeren Ent- 
wicklung etwas geändert? Man sagt, daß heute häufiger nur eine be- 
stimmte Anzahl von überhaupt in Betracht kommenden Firmen aufge- 
fordert, wird, während sich früher in der Regel jedermann melden konnte. 
Sachverständiger W.: Da ist wiederum zu unterscheiden zwischen 
Anfragen, die von staatlichen oder kommunalen Behörden und solchen, 
die aus der Industrie kommen. 
Professor Dr. Harms: Nehmen wir zuerst die Behörden! 
Sachverständiger W.: Bei ihnen überwiegen die öffentlichen Aus- 
schreibungen bei weitem. Dabei gehe ich davon aus, daß unsere Firmen 
nicht nur Eisenbetonbauten, sondern auch Tief- und Hochbauten er- 
stellen. Die Firmen, die der Nachrichtenstelle angeschlossen. sind, 
machen meist Bauten aller Art. Allerdings gehören der Nachrichten- 
stelle diejenigen Firmen an, die im Eisenbeton die größte Rolle spielen. 
Aber auch diese können sich nicht auf Eisenbetonbauten allein be- 
schränken. 
Sachverständiger K.: Bezüglich der letzteren haben wir eine besondere 
Entwicklung durchgemacht. Früher war eine öffentliche Ausschreibung 
bei Eisenbeton nur eine Ausnahme. Es war nicht jeder in der Lage, 
ein derartig verantwortliches Ingenieurbauwerk auszuführen. Infolge- 
dessen suchten der Staat und auch andere Behörden sich die Unter- 
nehmer aus, die zur Ausschreibung herangezogen wurden. Dazu kam, 
daß sich die Eisenbetonunternehmer und ähnliche Unternehmer an den 
öffentlichen Ausschreibungen weniger beteiligten, weil es bekannt und 
Tatsache war, daß dabei derjenige den billigsten Preis abgeben konnte, 
der es nicht verstand, der sich bei seinen Berechnungen verrechnete. 
Auch das hat damals wohl die Behörden dazu veranlaßt, sich die Unter: 
nehmer auszusuchen und sie einzeln aufzufordern, also für die Spezial- 
bauten, insbesondere unsere Eisenbetonbauten, nicht öffentlich auszu- 
schreiben. Heute ist das aber anders. Heute werden die meisten Auf- 
träge öffentlich ausgeschrieben, weil man die gleichen Vorsichtsmaß- 
nahmen nicht mehr für notwendig. zu halten scheint, 
Sachverständiger W.: Nach meinen Beobachtungen gehört dieses 
neuere Verfahren heute schon wieder bis zu einem gewissen Grade der 
Vergangenheit an. Gerade in den letzten Jahren haben sich nach dieser 
Richtung hin einige Behörden wieder zum Besseren bekehrt, weil sie 
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