63 welche Geld oder nicht Geld sein sollen, definieren, sondern immer find es die Einkommen, welche die Güter kaufen, wobei es ganz gleichgültig ist, ob sie sich jemals in realen Zahlungsmitteln ver ­ körpern. Zwar erfolgen Güterumsätze nicht nur aus dem Ein ­ kommen, sondern zwischen den Erwerbswirtschaften werden Güter gegen Geld in noch viel größerem Amfange auch mit dem Kapital und dem Vermögen, den beiden anderen Geldausdrücken, um ­ gesetzt. Aber hier spielen die realen Zahlungsmittel eine noch viel geringere Rolle, und • jene Amsätze erfolgen doch nur im Hinblick auf Preise und Erträge, die aus der Bedarfsversorgung erzielt werden können, also aus dem Einkommen bezahlt werden. And das ist ja auch ganz selbstverständlich, denn letzten Endes werden nur auf Bedarfsbefriedigung Kosten aufgewendet. Daher können auch die Begriffe Wert und Kaufkraft des Geldes, die soviel Anheil in der ökonomischen Theorie angerichtet haben und noch heute anrichten, immer nur subjektiv, in bezug auf einen einzelnen Wirtschafter angewendet werden. Einen allgemeinen Geldwert gibt es nicht, die Geldausdrücke, die Preise werden von jeder Konsumwirtschaft verschieden geschätzt, als Kosten, und zwar nach ihrer „Menge", aber abstrakt aufgefaßt, d. h. nach ihrem Einkommen. Das gilt auch gegenüber Preisveränderungen. Wenn viele Preise gestiegen sind — denn fast niemals steigen alle Preise, und fie steigen vor allem nie gleichmäßig —hat es daher keinen Sinn, zu sagen, der Wert oder die Kaufkraft des Geldes sei gesunken. Das ist nur ein oberfiächliches Durchschnitts ­ urieil, abgeleitet aus einer Anzahl Preise, mit dem man aber nichts erklären kann. Man kann den Preis wohl als einen ob ­ jektiven Geldausdruck bezeichnen (wenn man ihn nur nicht quanti ­ tativ -nra ter ia li stisch als eine Geldmenge auffaßt), aber er ist nie ein objektiver Ausdruck der Kaufkraft des Geldes. Eine solche gibt es nicht, weil nicht die Güter und die Geldsummen sich gegen- ' seitig umsetzen, sondern weil man bei der Erklärung der tausch- wirtschaftlichen Vorgänge von den wirtschaftlichen Erwägungen der einzelneit Menschen niemals abstrahieren kann.