163 Verbrauchssteuern, welche wichtige, allgemein gebrauchte Roh ­ stoffe belasten, wie auf Kohle und Kali, unzweckmäßig. Der Staat muß vielmehr im Jnlande für möglichst niedrige Kohlen- und Kali- preise sorgen, auch wenn er selbst durch seine Bergwerke an hohen Preisen dafür interessiert ist. Alle nicht direkt unentbehrlichen Güter, vor allem die alkoholischen Getränke und der Tabak, können dagegen noch viel höher besteuert werden und müßten mindestens so hoch besteuert werden, daß der Konsum nicht weiter wächst. Bei dieser Beschränkung unserer Einfuhr ist aber immer zu berücksichtigen, daß man überhaupt nicht auf die Dauer ausführen kann, ohne einzuführen. Der ganze internationale Verkehr ist ja nur ein Tauschhandel von Ware gegen Ware (Effekten und Lei ­ stungen eingeschlossen), die in der allgemeinen Rechnungseinheit eines jeden Landes und im Rahmen seiner gesamten Preis- und Einkommensverhältnisse kalkuliert werden. Auch das Gold, das wir vor dem Kriege im Betrage von durchschnittlich 100 Millionen Mark jährlich einzuführen für nötig hielten, war dabei eine Ware genau wie jede andere, die wir mit den Produkten unserer Arbeit bezahlen mußten. Nur darf man hier den Begriff der Ware nicht materialistisch nehmen, nicht auf die Warenbilanz in diesem Sinne, sondern auf die Zahlungsbilanz kommt es an; Forde- rungsrechte, welche Geldkapitalien sowie Erträge aus solchen und aus Anlagekapital (Unternehmungen im Auslande) verkörpern, werden ebenso im internationalen Tauschhandel gegen Sachgüter umgesetzt. Aber eine Aufblähung der Kaufkraft durch Kredit, wie wir sie im inneren Verkehr besonders in der Form der Diskon ­ tierung von Finanzwechseln des Staates bei der Notenbank kennen gelernt haben, ist dabei nur in sehr viel beschränkterem Amfange und im allgemeinen auch nur in der Form sehr kurzfristigen Kredits möglich. chner stehen Forderungen gegen Forderungen und müssen alsbald ausgeglichen werden. Geschieht das nicht, so fällt die Valuta des Staates, der mehr schuldet als er zu fordern hat. Denn bas bedeutet, daß das Ausland hier keine lohnenden Waren mehr Zu kaufen findet und deshalb seine Forderungen an uns billig ab ­ gibt. Wir müssen dann also mehr Waren geben, billiger anbieten, wenn wir den Ausgleich im internationalen Verkehr wieder herbei ­ führen, unseren Bezug aus dem Auslande fortsetzen wollen. Dies billigere Anbieten von Waren, also Aufwendung von mehr ^lrbeit für den Export, wird um so mehr nach dem Kriege bei uns