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Einführung in die Kriegswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Einführung in die Kriegswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1004940505
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-17272
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Einführung in die Kriegswirtschaftslehre
Edition:
Sonderabdruck aus: "Mitteilungen aus dem Intendanzwesen"
Place of publication:
Wien
Publisher:
[Seidel]
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (Seiten 2-13, Seiten 2-16, Seiten 2-46)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Aufgaben und Wesen des Geldes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Einführung in die Kriegswirtschaftslehre
  • I. Die Kriegswirtschaftslehre als Sonderdisziplin
  • II. Verschiedenartigkeit der Kriegswirkung
  • III. Das Problem der Reserven
  • IV. Arten der kriegswirtschaftlichen Bedarfsdeckung
  • V. Aufgaben und Wesen des Geldes
  • VI. Beschaffung von Zeichengeld
  • Beschaffung von Weltgeld
  • VIII. Organisation der unmittelbaren Realienbeschaffung
  • IX. Sicherung des Realienbedarfes für den Kriegsfall
  • X. Rückwirkungen des Krieges und der Rüstungen auf Geld und Kredit
  • IX. [i. e. XI.] Rückwirkungen des Krieges und der Rüstungen auf Produktion und Handel
  • XII. Der Kriegserfolg
  • Schlußbemerkungen

Full text

8 
Diese flüchtigen Andeutungen zeigen uns, 
daß ein Münzenagio Verschiedenes bedeuten 
kann. Es kann darauf hinweisen, daß viele Aus 
landzahlungen zu leisten sind und die Bevöl 
kerung Auslandgeld dringend benötigt, es kann 
aber auch darauf hinweisen, daß Mißtrauen in 
der Bevölkerung vorhanden ist. Diese beiden 
Dinge haben nicht das Geringste miteinander ge 
mein. Zuweilen treten beide Momente gleich 
zeitig in Wirksamkeit, sie hängen aber nicht 
innerlich zusammen. 
bis vor kurzem der Ansicht, daß es sehr zweck 
mäßig sei, möglichst viel Gold zirkulieren zu 
lassen. Beamtengehälter wurden in Gold ausge 
zahlt usw. Heute dagegen ist auch dort die Tendenz 
bemerkbar, die Note populär zu machen und das 
Gold als Kriegs- und Krisenschatz anzuhäufen. 
In Oesterreich-Ungarn ist das Gold im Verkehr 
so gut wie gar nicht vorhanden. Wenn man es 
in der Inlandszirkulation gar nicht mehr anträfe, 
würde sich nichts ändern, die Bevölkerung würde 
dies auch kaum bemerken. 
Tabelle X. 
Fullartonsche 
s Prinz 
p 
Zirkulations- 
A 
B 
C 
Notenbank 
zeit 
Akt. 
Pass. 
Akt. 
Pass. 
Akt. 
Pass 
Pass. 
Akt. 
t. 
a 
— 
b 
c 
t 2 
a, b 
100 (ffecM) 
100 (Wechsel) 
— 
c 
— 
- 
— 
t 3 
a, b 
100 (Wechsel) 
100 (Noten) 
— 
c 
— 
100 (Wechsel) 
100 (Noten) 
^4 
a, b 
100 (Wechsel) 
C 
- 
100 (Noten) 
— 
100 (Wechsel) 
100 (Noten) 
t 5 
b 
100 (Noten) 
100 (Wechsel) 
c 
— 
a 
— 
100 (Wechsel) 
100 (Noten) 
^6 
b 
— 
c 
— 
a 
— 
— 
— 
Personen: 
Waren : 
Preise: 
A, 
a, 
100, 
B, 
b, 
100, 
C, 
c, 
100, 
HC.». rt/X-tsi k olo/l-unv. 
u> n, 
Die bisherigen Darlegungen zeigen uns deut 
lich, wie an jeder Stelle zwischen dem Geld, 
das auf dem öffentlichen Vertrauen beruht, und 
jenem, das auf seinem Metallgehalt beruht, 
ein grundsätzlicher Unterschied gemacht wer 
den muß, ein Unterschied, dessen Bedeutung 
heute wieder allgemeiner richtig gewürdigt 
wird. Im Inlande ist das Zeichengeld, das eigent 
liche Zahlungsmittel, nicht ein bloßes Sur 
rogat des vollwertigen Edelmetallgeldes. 
Dies ist der Grund, weshalb immer mehr Staaten 
daran gehen, die Inlandszirkulation durch Noten und 
metallisches Zeichengeld zu befriedigen, soweit 
nicht Girozahlungen verwendet werden, während 
man das Gold für internationale Zwecke an 
sammelt, um darüber in systematischer Weise 
verfügen zu können. In Deutschland war man 
ln der Bevölkerung Deutschlands ist das 
Goldgeld sehr beliebt. Ich konnte mehrfach bei 
Postschaltern die Bemerkung des Publikums 
hören: Bitte Gold. In Oesterreich-Ungarn dagegen 
sind es nur wenige Gegenden, in denen Bedarf 
nach Goldmünzen ist, insbesondere dort, wo die 
Frauen Goldmünzen als eine Art Schmuck zu 
tragen pflegen. Sonst werden bei Postschaltern im 
allgemeinen Goldstücke zurückgewiesen. Man hat 
in Oesterreich-Ungarn eine Zeitlang geglaubt, daß 
es vorteilhaft wäre, wenn viel Gold zirkulierte 
und pumpte gewaltsam Gold in den Verkehr, es 
strömte bald wieder zurück. So wurden von 1901 
bis 1910 seitens der Notenbank 2 Milliarden Lan 
desgoldmünzen verausgabt, von denen T8 Milli 
arden wieder zurückströmten. Heute ist man 
darauf aus, das Gold möglichst zu konzentrieren.
	        

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Einführung in Die Kriegswirtschaftslehre. [Seidel], 1914.
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