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Einführung in die Kriegswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Einführung in die Kriegswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1004940505
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-17272
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Einführung in die Kriegswirtschaftslehre
Edition:
Sonderabdruck aus: "Mitteilungen aus dem Intendanzwesen"
Place of publication:
Wien
Publisher:
[Seidel]
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (Seiten 2-13, Seiten 2-16, Seiten 2-46)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Verschiedenartigkeit der Kriegswirkung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Einführung in die Kriegswirtschaftslehre
  • I. Die Kriegswirtschaftslehre als Sonderdisziplin
  • II. Verschiedenartigkeit der Kriegswirkung
  • III. Das Problem der Reserven
  • IV. Arten der kriegswirtschaftlichen Bedarfsdeckung
  • V. Aufgaben und Wesen des Geldes
  • VI. Beschaffung von Zeichengeld
  • Beschaffung von Weltgeld
  • VIII. Organisation der unmittelbaren Realienbeschaffung
  • IX. Sicherung des Realienbedarfes für den Kriegsfall
  • X. Rückwirkungen des Krieges und der Rüstungen auf Geld und Kredit
  • IX. [i. e. XI.] Rückwirkungen des Krieges und der Rüstungen auf Produktion und Handel
  • XII. Der Kriegserfolg
  • Schlußbemerkungen

Full text

5 
Rückwanderungsstatistik entnehmen, die Ta 
belle IV bietet. 
Tabelle IV. 
Rückwanderung aus den Vereinigten Staaten nach 
Oesterreich-Ungarn. 
1908 
1909 
1910 
1911 
1912 
130.000 
49.000 
47.000 
86.000 
89.000 
Während im Laufe der Krise die Rückwan 
derung 130.000 Personen beträgt, sinkt sie später 
auf 49.000 herunter. Wir sehen, es handelt sich 
bei der Auswanderung um eine Massenerschei 
nung, welche vor allem durch die Erwerbsver 
hältnisse bedingt ist. Es hat daher die Armeever 
waltung alles Interesse an einer Sanierung der 
Wirtschaftsverhältnisse in Galizien. Die Entstehung 
großer Industrien, die Entfaltung des Kleinge 
werbes könnte eine gewisse Abhilfe schaffen, 
weil auf diese Weise ein erheblicher Teil jener 
Bevölkerungsmassen, die durch den Großgrund 
besitz verdrängt werden, im Inlande aufgesaugt 
werden könnten. Die Armeeverwaltung selbst 
kann nur in geringem Ausmaß auf die Sanierung 
einwirken, sofern sie nämlich als Käuferin von 
Waren auf den Markt tritt. Dadurch, daß Heeres 
lieferungen, sei es nun durch die Heeresver 
waltung selbst oder durch Vermittlung des Ar 
beitsministeriums, in den Hauptauswanderungs- 
gebieten verteilt werden, kann man einen 
Teil der Auswanderer zurückhalten. Die Beschaf 
fung des Ausrüstungsmaterials wird so gleichzeitig 
dazu verwendet, Soldaten im Lande' zurückzu 
halten. Es sind dies sozialpolitische Gesichts 
punkte, die vielfach hinter rein fiskalischen zu 
rücktreten. Vom Standpunkte des Ressorts aus, 
welches die Bedarfsdeckung durchführt, wird man 
natürlich nur dort kaufen, wo man die Ware am 
billigsten bekommt, vom Standpunkte des Ge 
samtstaates aus kann es möglicherweise ange 
zeigt sein, auch dort zu kaufen, wo die Be 
schaffung teurer kommt. Der höhere Preis ent 
hält gewissermaßen eine Industrie-, Gewerbe- oder 
Agrarsubvention in sich. Ob eine solche An 
schauungsweise praktisch zweckmäßig ist, bleibt 
eine offene Frage; tauchen doch gleich eine Reihe 
neuer Probleme auf. So fragt es sich zum Bei 
spiel, ob die Heeresverwaltung eine solche Maß 
nahme auf eigene Unkosten vornehmen soll, oder 
ob ihr eigene Posten nur zu dem Zweck be 
willigt werden müßten, die dazu zu dienen hätten, 
Mehrausiagen zu bezahlen, die aus der Industrie-, 
Gewerbe- oder Agrarförderung erwachsen. Hier 
genügt es wohl, auf die ganze Problemgruppe 
prinzipiell hinzuweisen. Was ich von Galizien 
und der Bukowina gesagt habe, gilt zum Teil 
auch von Dalmatien, wo insbesondere die Aus 
wanderung der Küstenbewohner für die Kriegs 
marine eine schwere Schädigung bedeutet. 
Vielfach wird darauf hingewiesen, daß die 
Auswanderung zur Besserung der heimischen Ver 
hältnisse beitrage, weil sie Geld ins Land bringe; 
dies gilt aber nur teilweise. Gebiete, welche an 
fangs nur Saisonwanderung hatten, gehen bald 
zur Dauerauswanderung über. Und wenn auch 
anfangs noch Geld in die Heimat geschickt wird, 
so hört das in vielen Gegenden bald auf und ein 
Teil der Bevölkerung, oft die tüchtigsten Ele 
mente umfassend, ist für immer für den Staat 
verloren. 
Wir sehen an den wenigen Beispielen, wie 
sehr das militärische Interesse mit allgemeinen 
Organisationseigentümlichkeiten zusammenhängt. 
Je mehr eine Organisation die produktiven Kräfte 
auszunützen vermag, umso mehr Lebensmittel, 
umso mehr Soldaten sind im Lande. Viele glauben, 
unsere Organisation sei ausreichend dadurch 
charakterisiert, wenn man feststellt, daß sie eine 
ungleiche Verteilung der Güter aufweise, arm 
und reich kenne. Dies genügt aber keineswegs. 
Die Armee hat zum Beispiel ein überaus großes 
Interesse daran, daß man alle produktiven Kräfte, 
insbesandere die Menschen im Inlande, auszunutzen 
vermag, während sie direkt an einer bestimmten 
Form der Vermögensverteilung wenig interessiert 
erscheint. Unsere Organisation weist einerseits 
eine ungleiche Verteilung des Vermögens auf, 
andererseits aber auch eine ungenügende Aus 
nützung der produktiven Kräfte. Es wird daher 
weniger konsumiert, als konsumiert werden 
könnte. 
Die Bevölkerung hat weniger zu essen, als 
nach den natürlichen Verhältnissen notwendig ist, 
die Armeeverwaltung hat nicht so viel Kriegs 
material, nicht so viel Soldaten zur Verfügung, 
als man unter Berücksichtigung der im Lande 
vorhandenen produktiven Kräfte und Menschen 
massen erwarten sollte. 
Die in Tabelle V. gegebene Uebersicht zeigt 
deutlich, wie sich die Organisationen nach den 
Gesichtspunkten der Verteilung und der Aus 
nützung klassifizieren lassen. 
Wir sehen, daß im Falle der vollständigen 
Ausnützung die vorhandenen Güter gleichmäßig 
oder ungleichmäßig unter die beiden Klassen A 
und B, die aus gleich viel Menschen bestehen 
sollen, verteilt werden können. Das gleiche gilt 
aber auch von der unvollständigen Ausnützung. 
Man kann sich sehr gut eine Gesellschaft denken, 
welche die produktiven Kräfte nicht voll ausnützt, 
weniger erzeugt als sie könnte, aber das redu 
zierte Gesamtprodukt gleichmäßig verteilt, während 
in unserer Organisation einerseits die produktiven 
Kräfte nicht voll ausgenützt werden, andererseits 
auch die Verteilung der Produktion eine ungleich 
mäßige ist. 
Die Tatsache, daß unsere Gesellschaft die 
vorhandenen Pröduktivmittel ungenügend aus 
nützt, hat auf dem Gebiete der Kriegsrüstungen 
und des Krieges zuweilen Wirkungen, die 
man nicht von vornherein erwarten sollte. Wenn 
wir hören, daß durch die Kriegsrüstungen 
und durch das Kriegführen das Leben der Bevöl 
kerung sich erheblich verschlechtert, so erscheint 
5ho... K " fvwG-., dL Vv/ '
	        

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Einführung in Die Kriegswirtschaftslehre. [Seidel], 1914.
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