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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Besondere Eisenbahnen. 335 
Sie wurde mit Eröffnung der Schiffahrt auf dem Amur in regelmäßigen Dienst ge 
nommen. Die sibirische Eisenbahn ist bereits (April 1900) bis Strjetemsk fertiggestellt. 
Von hier vermitteln vorläuftg Dampfer auf der Schilka und dem Amur den Verkehr bis 
nach Chabarowsk, von wo die 764 lern lange Ussuribahn nach Wladiwostock weiterführt. 
Damit ist diese, ohne ihre Zweiglinien 6629 km lange Bahn — die längste aller be 
stehenden Linien — deren Kosten etwa 870 Millionen Mark betragen, nahezu fertiggestellt. 
Sie wird nach ihrer in kurzem zu erwartenden gänzlichen Vollendung für Rußland eine 
wichtige Militärstraße bilden, für Asien ein hochbedeutsamcs Kulturmittel sein und dem 
Weltverkehr eine Erleichterung im Personen- und Güteraustausch der zwischen den Küsten 
des japanischen und atlantischen Meeres gelegenen Länder schaffen. 
Statt der Fähren hat man in Deutschland an zwei Stellen auch Schiffbrücken 
gewählt; es sind dies die beiden badischen Brücken bei Maxau und Speyer. Die Fahr 
bahn ruht hier aus Pontons, deren mit dem Wasserstande sich ändernde Höhenlage durch 
bewegliche, je 85 m lange Anschlußbrücken, welche sich höher oder tiefer einstellen lassen, 
auf beiden Ufern ausgeglichen wird. Der mittlere Brückenteil wird zwecks Durchlassung 
der Schiffe ausgefahren, wie dies auch bei den gewöhnlichen Schiffbrücken (Köln) der 
Fall ist. Beim Übergang eines Zuges schwankt eine solche Brücke sehr stark, weshalb sie 
auch nur langsam befahren werden darf. Bei Eisgang und starkem Hochwasser kann sie 
nicht benutzt werden. Schiffbrücken stehen daher kräftig gebauten Fährbooten an Leistungs 
fähigkeit nach, sind allerdings billig in der Anlage. 
Besondere Eisenbahnen. 
Seilbahnen. *) 
Schon vor Einführung des Lokomotivbetriebes wurden vielerorts Seilbahnen ver- 
lvendet. Sie dienten zur Überwindung starker Steigungen (schiefer Ebenen). Tie älteren 
Anlagen waren wie die heute im Berg- und Tunnelbau, in Steinbrüchen u. s. w. noch 
üblichen Bremsberge eingerichtet: Das Übergewicht der beladenen, am Seil abwärts 
gehenden Wagen zieht die am anderen Seilende angehängten leeren Wagen auf einem 
Parallelgleise hinauf. Die am oberen Ende der schiefen Ebene befindliche Seilrolle, um 
die das Seil sich bewegt, ist mit einer Bremse versehen, so daß die überschüssige Triebkraft 
abgebremst werden kann. 
Mit der Verbreitung der Wattschcn Dampfmaschine ging man dazu über, die Seil 
rolle durch eine solche antreiben zu lassen, war man nunmehr doch unabhängig von dem 
Übergewicht des abwärts fahrenden Zuges und konnte man jetzt auch beladene Wagen 
bequem aufwärts befördern, selbst wenn nur leere Fahrzeuge bergab fuhren. Diese Seil 
triebe verbreiteten sich namentlich in England, wo es zur Zeit der Eröffnung der Liver 
pool-Manchester Bahn gegen 100 von ihnen gegeben haben soll (vgl. auch S. 199). Sie 
sind die Vorläufer der seit den 60 er Jahren vielfach verbreiteten Berg- und Stadtseil 
bahnen. Anfangs nur für den lokalen Gütertransport benutzt, fanden jene Seilebenen 
auch für den durchgehenden Güter- und Personenverkehr Verwendung. Sie bildeten 
mehrfach ein Glied im Zuge einer als gewöhnliche Reibungsbahn gebauten Linie, durch 
das eben eine größere Steigung auf einmal überwunden wurde. 
Unter den deutschen Seilebenen dieser Art sind die bei Erkrath und Aachen die be 
merkenswerteren. Auch hier stand die Betriebsdampfmaschine am oberen Rampenende. 
Das Seil war anfangs aus Hanf, später aus Draht gefertigt. Die schiefe Ebene bei 
Aachen war 2,i km lang und hatte die Neigung von 26 0 / 00 (1: 38). Die Dampfmaschine 
ftstttb hier bis Ende der 40 er Jahre in Thätigkeit. 
Nach Einführung kräftigerer Lokomotiven ging man allgemein wieder zu dem billigeren 
Gegenbetrieb über. Die Dampfmaschinen wurden beseitigt und an jedes der beiden freien 
*) Die Lustseilbahnen, welche in der Industrie und im Erdbau vielfach benutzt werden, 
namentlich für den Transport von Massengütern (Kohle, Erze, Steine, Erde u.,. w.l, schelven 
aus dem Rahmen dieser Betrachtungen aus.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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