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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Schiffbau
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

636 
Grundlagen des Schiffbaues. 
radius des Schiffes und je kleiner seine metazentrische Höhe ist und umgekehrt. Man ist 
daher beim Entwurf des Schiffes im stände, die Schwingungszeit desselben im voraus 
festzulegen. Da jedoch die Gewichtsverteilung im Schiff in der Hauptsache von anderen 
Gesichtspunkten, wie Geschützarmierung, Panzerung u. s. W. abhängig ist, so liegt es nicht 
immer in der Macht des Konstrukteurs, dem Trägheitsradius im voraus eine bestimmte 
Größe zu geben; dagegen bietet die Wahl von ein Mittel, die Schwingungszeit 
innerhalb bestimmter Grenzen festzulegen. Diese Resultate stimmen vollkommen mit der 
praktischen Erfahrung überein. Auch hat sich ergeben, daß für Schwiuguugsausschläge 
bis zu 15 Grad die Schwingungszeit für kleine und große Ausschlagwinkel gleich ist, so 
daß das Schiff als ein isochronschwingendes Pendel angesehen werden kann. 
In Wirklichkeit treten nun beim Schlingern des Schiffes die Widerstände desselben 
im Wasser hinzu. Dieselben setzen sich zusammen aus der Oberflächenreibung, dem 
direkten Wasserwiderstand der flachen Schiffsteile und dem wellenbildendeu Widerstand, 
d. h. dem Kraftverlust, welcher durch die Erzeugung der beim Schlingern entstehenden 
Wellen aufgewendet wird. Zur Ermittelung dieser Widerstände sowie zur Bestimmung 
der Schwingungsdauer eines Schiffes und zur Ermittelung seines Trägheitsmoments 
dienen Schlingerversuche mit fertig ausgerüsteten Schiffen. Dieselben bestehen darin, 
Laß man das Schiff durch regelmäßiges Überlaufen von Mannschaften von Bord zu 
Bord in Schwingungen versetzt und nach plötzlichem Stillstehen der Mannschaft mittschiffs 
das Schiff ausschwingen läßt. Hiernach hat sich ergeben, daß durch Vergrößern der 
Widerstände die Schwingungen des Schiffes bis zur Ruhelage erheblich abnehmen, 
während die Zeit einer Schwingung sich nur um einige Zehntel Sekunden ändert. Die 
Vermehrung des Wider 
standes erzielt man durch 
Anbauen von Kimm- 
649. Schwingung eines Flosses nuf einer Welle. 
649. Schwingung eines Flosses nuf einer Welle. 
haut befestigt werden und beim Schlingern einen bedeutenden Widerstand im Wasser 
erzeugen, oder durch Einbauen von Wasserkammern, querschiffs angeordneten Tanks, 
welche mit einer bestimmten Menge Wasser gefüllt sind. Ihr Prinzip besteht darin, 
daß beim Schlingern des Schiffes das Wasser nach der geneigten Schiffsseite überläuft 
ähnlich dem Überlaufen von Mannschaften beim Schlingerversuch, nur mit dem Unter 
schied, daß das Wasser der Zeitfolge nach sich in entgegengesetzter Richtung bewegt und 
demnach dem aufrichtenden Moment entgegenwirkt. 
Betrachtet man nun das Schiff auf einer Ozeanwelle und zwar in der ungünstigen 
Lage querstes, mit der Breitseite auf der Welle schwimmend, so gestalten sich die Ver 
hältnisse der Schlingerbewegungen anders. 
Während der Auftrieb des Schiffes in ruhigem Wasser stets vertikal nach oben ge 
richtet ist, stellt sich die Richtungslinie des Auftriebs beim Schwimmen des Schiffes auf 
einer Welle stets normal zur Wasseroberfläche ein, d. h. zur Oberfläche desjenigen Teils 
der Welle, in welcher das Schiff schwimmt. Die Richtungslinie des Auftriebs ändert 
sich daher von Punkt zu Punkt der Wellenkontur, und die Neigungsänderungen derselben 
gleichen den Schwingungen eines Pendels, welches eine Periode besitzt gleich der Periode 
der halben Wellenlänge. Infolge der Stabilitätskraft hat nun das Schiff das Bestreben, 
sich nach der jeweiligen Richtungslinie des Auftriebes einzustellen. Bei Schiffen mit großer 
metazentrischcr Höhe und kleiner Schwingungsperiode wird das Einstellen um so schneller 
geschehen, je größer die Schwingungsdauer der Richtungsliuie des Auftriebes d. h. der 
halben Wellenperiode ist. Das Deck des Schiffes wird daher fast parallel zur Wellen 
kontur liegen, ähnlich einem Floß (Abb. 648). Als Beispiel für diesen Fall dienen die 
amerikanischen Monitors, welche eine sehr große metazentrische Höhe und dementsprechend 
eine sehr kleine Periode — 2 3 / 4 Sekunden — besitzen und welche bei der Fahrt über den 
Atlantischen Ozean beim Schlingern quersees fast kein Wasser auf das sehr niedrig über 
Wasser liegende Deck bekommen haben. Sie bieten jedoch keine stetige Plattform, da sie
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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