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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Entwicklung der Welttelegraphie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

852 
Die Welttelegraphie. 
Punkt herangenaht, auch für politische Nachrichten sein System nützlich machen zu können, 
indem er der Presse telegraphische Mitteilungen machte. 
Viele Schwierigkeiten waren zu überwinden, von denen eben nicht die geringste die 
war, daß die englischen Journale nur ungern alle dieselben Telegramme veröffentlichen 
wollten, sondern daß jedes seine eigenen, ihm allein angehörenden Telegramme zu geben 
wünschte. Es gelang erst nach längerer Zeit, dieses Vorurteil zu besiegen und die Lon 
doner Zeitungen an den Gedanken zu gewöhnen, daß alle, ohne sich etwas zu vergeben, 
dieselben telegraphischen Berichte veröffentlichen könnten. Jedoch noch vor Beginn des 
italienischen Feldzuges sollte schon die Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung auf 
die Reuterschen Telegramme gelenkt werden, und zwar waren es die von Napoleon IIL 
am 1. Januar 1859 an den österreichischen Gesandten gerichteten verhängnisvollen Worte, 
welche das Reutersche Bureau bekannt machte. Die vorerwähnte Ansprache des Kaisers 
wurde gegen 1 Uhr mittags in den Tuilerien gehalten, und um 2 Uhr — also nur 
eine Stunde später —- war das Londoner Publikum damit in einer dritten Ausgabe der 
„Times", unter der Aufschrift „Reuters Telegrams“, bekannt gemacht. Nun wollten 
auch die Zeitungen der Provinz nicht länger hinter denen Londons zurückstehen, und so 
wurden auch sie Abnehmer der Reuterschen Telegramme, und das Interesse der Be 
völkerung steigerte sich mit jedem Tage. 
Vom fernen Osten und Westen, wo immer sich etwas Wichtiges ereignet, berichtet 
das Reutersche Bureau auf das genaueste uud benutzt hierzu jeden bestehenden elek 
trischen Draht. Wo dieser fehlt, werden alle zu Gebote stehenden Mittel in Anwendung 
gebracht, um die Übermittelung der Telegramme zu beflügeln. Überall sind Korrespon 
denten angestellt, die jedes wichtige Ereignis an das Hauptbureau auf das schnellste zu 
melden haben. Dies bezieht sich nicht nur auf den Kontinent, wo auf allen Hauptplätzen 
das Bureau vertreten ist; auch in Afrika, Asien mit Indien und China, Australien, ebenso 
in Amerika, Brasilien, Westindien u. s. w. hat Reuter Agenten aufzuweisen, so daß das 
Publikum von allen Weltteilen aus mit Nachrichten durch den Telegraphen versehen 
werden kann. 
Nach dem Vorgänge Reuters sind dann auch verschiedene Telegraphenbureaus auf dem 
Kontinent errichtet worden, welche dem Reuterschen Unternehmen zum Teil nicht nachstehen. 
Wir erwähnen nur die Agence Havas in Paris und das Wolfsche Bureau in Berlin. 
Entwickelung des Fernsprechwesens. Wenngleich die Telegraphie, wie wir 
gesehen haben, trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens, die überraschendsten Erfolge auf 
zuweisen hat, so beziehen sich dieselben im allgemeinen doch nur auf den Verkehr der 
größeren und weit voneinander entfernten Orte, während die Beförderung von Nach 
richten durch den Telegraphen zwischen kleineren oder nahe gelegenen Orten nicht die 
gleiche Bedeutung erlangt hat. Die Entwickelung der Telegraphie in Bezug auf den 
engeren Verkehr ist einerseits durch die Kostspieligkeit der technischen Einrichtungen der 
Telegraphenanstalten, anderseits dadurch behindert worden, daß die Bedienung der letzteren 
neben einem gewissen Grade von Intelligenz nicht unbedeutende Vorkenntnisse und Vor 
übungen erfordert. Erst seit dem Bekanntwerden des Fernsprechers ist es möglich ge 
wesen, nach dieser Richtung hin Abhilfe zu schaffen und auch die kleineren Orte mit 
geringem Verkehr an das Welttelegraphennetz anzuschließen. Der deutschen Reichstele 
graphenverwaltung gebührt das Verdienst, diesen Apparat zuerst für die Zwecke der 
Telegraphie nutzbar gemacht zu haben, und das schnelle Anwachsen der Telegraphenanlagen 
mit Fernsprechbetrieb in Deutschland hat gezeigt, wie sehr durch die Einführung des Fern 
sprechers einem vorhandenen Bedürfnis genügt worden ist. 
Die erste Nachricht von der Erfindung des Fernsprechers durch den Amerikaner Bell 
kam durch die Nummer des „8eientiüc American" vom 6. Oktober 1877 nach Berlin, 
uud der damalige Generalpostmeister Stephan erkannte sofort die Wichtigkeit dieses In 
struments für den öffentlichen Verkehr. Schon in den Tagen vom 25. bis 31. Oktober 
wurden teils in den Geschäftsräumen des Generaltelegraphenamts, teils mit benachbarten 
und entfernteren Orten eingehende Sprechversuche angestellt, und zwar mit Schöneberg 
bei Berlin (6 km), mit Potsdam (26 km), mit Brandenburg (61 km). Die günstigen
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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