Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Der Weltverkehr und seine Mittel

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

Die geschlossene Hauswirtschaft. Die Stadtwirtschaft. 
875 
Das Geld wird weniger zur Vermittelung des Tausches gebraucht wie als Wert 
messer, als Mittel der Wertübertragung bei Abgaben, Bußen und Entschädigungen, 
endlich zur Wertaufbewahrung, zur Schatzbildung. Dementsprechend behielten alle älteren 
Geldsorten, selbst die unedlen Metalle lange die Form von Gebrauchsgegenständen bei, 
so daß sie ebensowohl als Geld wie zur unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung verwendet 
werden konnten. Es sei hier nur an die spiralig gewundenen Metallreifen erinnert, die 
den verschiedensten Völkern als Schmuck wie als Geld dienten. Darlehen kommen zwar 
bereits vor, sie sind aber Konsumtivkredite, hervorgegangen aus dem gegenseitigen Aus 
helfen beim Mißraten der Ernte, bei Unfällen, welche die Vorräte einer einzelnen Wirt 
schaft vernichten. Denn mit der Entwickelung geschlossener Wirtschaftseinheiten hat auch 
der Anspruch auf Mitgenuß, den wir in älterer Zeit finden, aufgehört; dementsprechend 
sind die Darlehen auch zumeist unverzinsliche, das verzinsliche Gelddarlehen ist etwas 
dem Wesen der geschlossenen Hauswirtschaft ebenso Fremdes und Widersprechendes wie 
der Tausch; wo es vorkommt, führt es rasch zum Verderben des Schuldners, wie die 
römische Agrargeschichte zeigt. Denn die geschlossene Hauswirtschaft liefert kein Geld 
einkommen, sondern nur Gebrauchsgüter für den Wirt und seine Familie, der somit wohl 
ein Naturaldarlehen zurückerstatten, nicht aber die Zinsen einer Geldschuld erschwingen 
kann. Das ist auch der innere Grund und die Rechtfertigung des kanonischen Zinsen 
verbotes, das man in fälschlicher Anwendung der Begriffe des modernen Wirtschafts 
lebens auf verflossene Epochen lange als ungerechtfertigte Übertragung moraltheologischer 
Erwägungen auf das Gebiet des Wirtschaftslebens erklärte. 
Die Stadtwirtschaft. 
Das fortgesetzte Eindringen des Tausches in den Organismus der geschlossenen 
Hauswirtschaft führte allmätflich zu ihrer Ersetzung durch eine auf den direkten Güter 
austausch zwischen den verschiedenartigen Produzenten gegründete Wirtschaftsverfassung, 
die mau als „Stadtwirtschaft" bezeichnet, weil sie in den mittelalterlichen Städten der 
deutschen und romanischen Länder am reinsten zum Ausdrucke kommt. 
Bei der Entstehung der Städte wirkten zwei Ursachen zusammen. Sie gingen her 
vor aus den Marktorten, in denen sich der primitive Tauschverkehr in den Zeiten der 
geschlossenen Hauswirtschaft abspielte, stellten jedoch ursprünglich nichts anderes dar, als 
befestigte Plätze, welche in Kriegszeiten den Bewohnern der Umgebung Schutz gewährten. 
Zwischen ihren Bewohnern und jenen des umliegenden Landes bestand in Bezug auf 
ihre Beschäftigung anfänglich kaum ein Unterschied. Jene waren Landwirte so gut wie 
diese, nur daß sie innerhalb der Stadtmauer wohnten und in erster Linie die Ver 
pflichtung zum Wachtdienste, zur Verteidigung und zur Instandhaltung der Befestigungs 
werke hatten. Das umliegende Land bildete mit der Stadt eine Art militärischen Schutz 
verbandes. Seine Bewohner hatten das Recht, sich im Kriegsfälle mit ihrer Habe in 
die Stadt zu flüchten (Burgrecht)'und mußten dafür an der Erhaltung und Verteidigung 
der Festungswerke teilnehmen. Da aber die Stadt zugleich der Marktort war, verband 
sich mit dem Burgrecht auch das Recht des freien Kaufes und Verkaufes auf dem städti 
schen Markte. Der militärische Verband wurde zu einem wirtschaftlichen, das Schutz 
gebiet der Stadt zu einem einheitlich organisierten Wirtschaftsgebiete. Mit dem Steigen 
der städtischen Bevölkerung, zu deren Ernährung die Stadtgemarkung nicht mehr aus 
reichte, erfuhr die Wirtschaft der Städter eine einseitige Fortbildung in gewerblicher 
Hinsicht. Die Stadt wurde der Sitz der Gewerbe und des Marktes, das umliegende 
Land ihr Zufuhr- und Absatzgebiet, das sich in demselben Maße über den ursprünglichen 
Burgrechtsverband hinaus ausdehnte, als die Bevölkerung der Stadt und die gewerbliche 
Spezialisierung ihrer Bewohner zunahm. Das ganze Land zerfiel gewissermaßen in 
kleine, um die einzelnen Städte sich gruppierende Wirtschaftsgebiete, die im südwest 
lichen Deutschland durchschnittlich zwei bis zwei einhalb, im mittleren und nordwestlichen 
drei bis vier, im östlichen fünf bis acht Quadratmeilen umfaßten. Nach außen hin zeigt 
die Wirtschaft dieser Gebiete eine ähnliche Geschlossenheit, wie früher die einzelnen Haus- 
110*
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What color is the blue sky?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.