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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

879 
Die Volkswirtschaft. 
Man bezeichnet diese Wirtschaftspolitik als die des Merkantilismus. Die 
vollendetste Durchbildung erfuhr sie durch Colbert, den Minister Ludwigs XIV. 
Sie beherrschte aber alle europäischen Staaten vom 16. bis 18. Jahrhundert und zwar 
die Territorialstaaten Deutschlands so gut, wie die großen nationalen Staaten des 
Westens. Die Binnenzölle und Straßenmauten, welche, teils fiskalischen, teils wirtschaft 
lichen Beweggründen entsprungen, den Staat in kleine Wirtschaftsgebiete zerschnitten und 
den Verkehr hemmten, fielen. An ihre Stelle traten Grenzolllinien gegen das Aus 
land, welche nicht nur finanziellen, sondern auch handelspolitischen Zwecken dienten. 
Hohe Prohibitivzölle und Einfuhrsverbote hielten die Einfuhr fremder Fabrikate fern, 
um die Entstehung einer Industrie im Jnlande zu fördern; anderseits erstrebten Aus 
fuhrzölle auf Nahrungsmittel und Rohstoffe die Sicherung des eigenen Bedarfs. Durch 
die Hereinziehung neuer Industrien, die Gewährung von Begünstigungen an neu be 
gründete Fabriken, durch Neuordnung der vielfach entarteten und verrotteten Zünfte und 
die Beseitigung vieler Beschränkungen des Gewerbebetriebes, wie sie aus der Zeit der 
Stadtwirtschaft überkommen waren, suchte man den Gewerbefleiß zu heben, und wie 
früher die Stadtobrigkeit durch die Beschau, suchte man jetzt durch staatliche Stempelung 
der Waren und technische Reglements für die Erzeugung die Güte des Fabrikates zu 
gewährleisten. Man zögerte nicht, sogar staatliche Unternehmungen ins Leben zu rufen, 
Monopolrechte zu verleihen, wo auf anderem Wege die Hebung oder Neueinführung 
einer Industrie nicht möglich schien. Da man den Volkswohlstand abhängig hielt von 
einer günstigen Handelsbilanz und seine hauptsächlichste oder sogar ausschließliche Quelle 
in der Ausfuhr von Fabrikaten und in dem Anteil des Landes an dem Handel mit 
Kolonialprodukten suchte, bildete der Erwerb von Kolonien, von deren Ausbeutung 
alle anderen Nationen ausgeschlossen wurden, und die Beförderung der Seeschiffahrt 
einen wesentlichen Bestandteil der damaligen Wirtschaftspolitik. 
Nach dem Muster Spaniens wurden nacheinander Holland, Frankreich und 
England zu Kolonialmächten. Es war die Zeit der großen, mit Monopolrechten begabten 
Handelskompanien, welche, wie die englisch-ostindische, dem Mutterlande ganze Reiche 
eroberten, der Kolonialkriege und der staatlich organisierten Kaperei als Gegenstück zu 
dem monopolistischen Ausschlüsse der Fremden vom Verkehr mit den Kolonien. 
Auch für den Binnenverkehr wurde durch Verbesserung der Verkehrswege und des 
Nachrichtendienstes, durch Regelung des Handelsrechtes, wie des Maß- und Gewichts 
wesens, Vorsorge getroffen. Künste und Wissenschaften erfuhren eine eifrige Pflege, jedoch 
mit dem einseitigen Ziele, der Industrie künstlerische Vorbilder und technische Hilfskräfte, 
dem Staate geschulte Verwaltungsorgane zu liefern. 
Voraussetzung des Gelingens dieser staatlichen Bestrebungen war allerdings das 
Vorhandensein wirtschaftlicher Kräfte, welche in gleicher Richtung wirkten. 
Schon vor dem Einsetzen des Merkantilismus hatte der Großhandel in den 
Städten steigende Bedeutung gewonnen, das gewachsene Handelskapital wurde zum Leih 
kapital, aus dem Rentenkauf entwickelte sich das Versicherungswesen einerseits, das ver 
zinsliche Darlehen anderseits, aus dem Geldwechsler des Marktes die Girobank, und im 
16. Jahrhundert finden wir schon ein eigentliches Kreditwesen. Mit der Verbesserung 
und erhöhten Sicherheit der Straßen steigert sich der Verkehr, und die Verfrachtung 
der Güter, die der Händler früher selbst besorgte, indem er auf den Messen und Märkten 
herumzog, wird zu einem selbständigen Erwerbszweig. Einzelne Städte hören auf, bloß 
Sitze des Marktes und der Gewerbe für die Umgebung zu sein, und werden zu zentralen 
Handelsplätzen, zunächst allerdings nur für wenige Waren des mittelalterlichen Groß 
handels; bald aber beschränkte sich das Handelskapital nicht mehr ausschließlich auf dieses 
enge Gebiet, es ging über zur Ausfuhr von Erzeugnissen des heimischen Gewerbefleißes 
und rief damit eine Umwälzung im Gewerbewesen selbst hervor. 
Die Händler begannen, zunächst für den Absatz in die Ferne, die Erzeugnisse des 
städtischen Handwerkes zu kaufen, dem Lohnwerker Rohstoffe zur Verarbeitung zu über 
geben und dem Bauer die Erzeugnisse seines Hausfleißes abzunehmen. Das städtische
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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