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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

927 
Industrielle Entwickelung der wichtigsten Staaten. 
Mittelbetriebe liegt der Schwerpunkt namentlich beim Bau- und polygraphischen Ge 
werbe. Als die Domäne des Kleinbetriebes erscheint die Bekleidungsindustrie, wo 
80% aller Arbeitskräfte im Kleinbetriebe in Verwendung stehen und nur 6,4 °/ 0 auf den 
Großbetrieb entfallen, sodann die Industrie der Holz- und Schnitzstoffe und jene der 
Nahrungs- und Genußmittel. Auch im Handelsgewerbc überwiegt weitaus der Klein 
betrieb. Die Beschäftigung von Frauen ist innerhalb der eigentlichen Industrie am 
stärksten bei der Textilindustrie, wo mehr als die Hälfte aller Arbeiter dem weiblichen 
Geschlechte angehören, dann in der Bekleiduugs- und Nahrungsmittelindustrie. Im Gast- 
und Schankgewerbe ist die Zahl der weiblichen Gehilfen mehr als dreimal so groß wie 
die Zahl der männlichen. Im Handelsgewerbe halten beide Ziffern sich die Wage. 
Besonderes Interesse bieten die Zahlen über die Verbreitung der Hausindustrie. 
Als hausindustrielle werden jene Betriebe bezeichnet, welche nicht für eigene Rechnung 
sondern für einen anderen Gewerbetreibenden, den Verleger, arbeiten. Bei der Zählung 
wurden 342 557 derartige Betriebe ermittelt, welche zusammen 457 984 Personen be 
schäftigen. Am weitesten verbreitet ist die Hausindustrie im Textil- und Bekleidungs 
gewerbe. Hierher gehören alle die zahllosen Hausweber, die Näherinnen und Stück 
schneider, die für Geschäfte und Konfektionäre arbeiten. Gegenüber den Zahlen des 
Jahres 1882 fällt auf, daß die Zahl der hausindustriellen Personen in der Textil 
industrie um nicht weniger als 89322 zurückgegangen ist, ein treffendes Beispiel für die 
Raschheit, mit welcher in diesen Gewerben die maschinelle Technik vordringt und den 
Hausweber von seinem alten Handstuhl weg in die Fabrik zum mechanischen Stuhle 
treibt. Außerdem ist auch in der Industrie der Holz- und Schnitzstoffe, wohin die gleich 
falls oft hausindustriell betriebene Drechslerei, Holzschnitzerei und Korbflechterei gehören, 
und in der Metallverarbeitung — hier bei der Messer- und Kleinzeugschmiederei — eine 
größere Zahl von Hausindustriellen zu verzeichnen. 
Die Zahl der Betriebe, welche Motoren verwendeten, betrug 164484; sie ver 
wendeten zusammen 3427 325 mechanische Pferdekräfte; davon entfielen 629065 auf 
Wasserkräfte, 2 721218 auf Dampfkraft, 53000 auf Gasmotoren, 11085 auf Druck 
luftmotoren, 2259 auf Elektrizität, der Rest auf Petroleum-, Benzin- und andere Motoren. 
Im Gegensatz zur Schweiz und Amerika besitzt somit in Deutschland die Dampfkraft eine 
ganz überragende Bedeutung. Von den einzelnen Industrien ist der Bergbau und Hütten 
betrieb am stärksten mit mechanischer Kraft ausgerüstet. Ihm kommt zunächst die Nahrungs 
mittelindustrie ivegen der vielen hierher zählenden Mühlen. In dieser Gruppe findet auch 
die stärkste Verwendung von Wasserkräften statt; es stehen hier 281090 Pferdestärken 
Wasserkraft gegen 392827 Pferdestärken Dampfkraft. Die Verwendung von Wasserkraft 
überwiegt ferner in der Papierindustrie, welche 112 407 Pferdestärken Wasserkraft und 
bloß 87 904 Pferdestärken Dampfkraft verwendet. In Bezug auf den gesamten Kraft 
aufwand steht der Nahrungsmittelindustrie die Textilindustrie am nächsten. Dabei hat 
die Motorenbenutzung gegenüber 1882 bedeutend zugenommen. In diesem Jahre wurden 
81280 Betriebe mit fünf Gehilfen und darunter gezählt, welche Motoren verwendeten, 
gegenüber einer Zahl von 95 558 derartigen Betrieben im Jahre 1895. Die Zahl der 
Motorenbetriebe mit mehr als fünf Personen hat sich von 28142 auf 65137 vermehrt. 
Das gleiche Bild einer energisch fortschreitenden Entwickelung bietet sich uns, wenn wir 
die Arbeitsmaschiuen in Betracht ziehen, welche durch elementare Kraft in Bewegung 
gesetzt unmittelbar die menschliche Arbeit ersetzen. Die rasch um sich greifende, auf immer 
neue Gebiete sich ausdehnende Verwendung solcher Maschinen ist die Grundlage und 
Lebensbedingnng des modernen Fabrikbetriebes. Sie gestattet, die größten Kräfte zur 
Anwendung zu bringen, indem beispielsweise der große Dampfhammer des Kruppschen 
Werkes ein Fallgewicht von 50000 kg niedersausen läßt und der elektrische Ofen zum 
Graphitieren von Kohle für elektrische Lampen und ähnliche Zwecke eine Hitze von mehr 
als 3200 Graden erzeugt. Indem sie die Arbeit in einfache Bewegungen auflösen, 
steigern sie die Schnelligkeit, Sicherheit und zumeist die Güte der geleisteten Arbeit, ge 
statten es mit geringerem Aufwand an Kosten und insbesondere an menschlicher Arbeits 
kraft ein reicheres Ergebnis zu erzielen. Für die wichtigsten derartigen Maschinen gibt
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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