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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

948 
Die Weltwirtschaft. 
betrag nach) zum Handel an den deutschen Börsen neu zugelassen wurden. Eine noch 
größere Rolle spielt dieser Einnahmeposten in England, das geradezu zur Zentralbankstelle 
der Welt geworden ist und dessen Bedeutung für den Handel in Geld und Wertpapieren 
heute seine Bedeutung auf industriellem Gebiete schon in den Hintergrund zu drängen 
beginnt. Weitaus übertroffen werden aber alle diese Einnahmeposten durch die Ein 
künfte, welche aus Kapitalsanlagen im Auslande gezogen werden. Diese 
Kapitalsanlagen erfolgen zum großen Teile in der Form direkter Verschuldung 
des kapitalsärmeren Landes an das kapitalsreichere. Die moderne Staatswirt 
schaft erfordert häufig die Verwendung bedeutender, aus den laufenden Staatsein 
nahmen nicht zu deckender Mittel zur Erreichung produktiver Zwecke, wie z. B. zum Bau 
von Eisenbahnen, Kanälen, zur Herstellung von Hafenanlagen, zu Flußregulierungen u. s. w. 
Hierher gehören in gewissem Sinne auch Auslagen für Rüstungszwecke, die, insoweit sie 
die Sicherung des Machtbereiches und der wirtschaftlichen Stellung eines Landes zum 
Zwecke haben, unter die produktiven Auslagen gerechnet werden können und gewisser 
maßen eine Versicherungsprämie für die ungestörte Fortdauer gesicherter Verhältnisse 
darstellen. Endlich können Unglücksfälle, wie z. B. ein verlorener Krieg oder ausgedehnte 
Verwüstungen des Landes durch Elementarereignisse, den Staat zu plötzlichen größeren 
Kapitalsaufwendungen nötigen. Die Form, in der derartige Kapitalien aufgebracht 
werden, ist die der Staatsschuld. Der Staat sichert die Zahlung einer Rente, unter 
Umständen auch die Tilgung der Schuld aus den Steuereingängen künftiger Jahre zu 
und empfängt im Kaufpreise der von ihm ausgegebenen Schuldverschreibung, des Staats 
papieres, den geforderten Kapitalsbetrag. Zn kapitalsreichen Staaten sind die Käufer 
der Schuldverschreibungen die eigenen Staatsangehörigen; die Aufbringung des Kapitals 
und die Zahlung der Rente vollzieht sich im Rahmen der eigenen Volkswirtschaft. Es 
werden einfach die Ersparnisse des Volkes statt in neuen Unternehmungen oder in Privat 
schuldforderungen zum Teile auch in Staatspapieren angelegt. Anders in kapitalsarmen 
Staaten: diese müssen sich zur Aufbringung solcher Schuldkapitalien an das Ausland 
wenden, und mit der Rente, die ins Ausland geht, wird die eigene Volkswirtschaft der 
fremden gewissermaßen zinsbar und die fälligen Schuldzinsen müssen durch Ausfuhr von 
Landeserzeugnissen, durch Leistung von Verkehrsdiensten u. s. w. gedeckt werden, wenn 
nicht eine steigende Verarmung durch Abfluß des Bargeldes und schließlich eine fort 
schreitende Verschuldung des Landes, die unter Umständen zum finanziellen Zusammen 
bruch und zur Einstellung der Zahlungen führt, eintreten soll. Beispiele für eine derart 
ungünstige Entwickelung bieten Griechenland und Portugal, die beide bei gleichzeitig 
hoher Verschuldung ans Ausland einen erheblichen Überschuß der Einfuhr gegenüber der 
Ausfuhr aufweisen und schließlich außer stände waren, die eingegangenen Schuldverpflich 
tungen zu erfüllen. 
Am bedenklichsten wird die Verschuldung eines Staates an das Ausland dann, 
wenn sie nicht infolge produktiver Kapitalsanlage oder vorübergehender Unglücksfälle, 
sondern infolge eines ständigen Zurückbleibens der Staatseinnahmen hinter den Staats 
ausgaben eintritt. Die beiden obengenannten Länder bieten auch hierfür den treffendsten 
Beleg. 
Eine andere Form der Verschuldung an das Ausland ist der Bau von Eisen 
bahnen oder die Errichtung industrieller Anlagen durch ausländisches 
Kapital. Diese Form der auswärtigen Kapitalsanlage tritt namentlich dann ein, wenn 
ein Staat, der Jndustrieprodukte regelmäßig ans dem Auslande bezieht, durch hohe Zölle 
sich abzuschließen beginnt. Das Kapital der Industriestaaten, welche seine Einfuhr bisher 
bestritten, greift dann regelmäßig zu dem Auswege, in dem fremden Lande industrielle 
Anlagen zu errichten und sich auf diese Weise wenigstens den Fabrikationsgewinn zu 
sichern; so sind beispielsweise in den russischen Bergwerken und Eisenhütten 280 Will. 
Frank belgisches und rund 100 Millionen Frank französisches Kapital angelegt. Für 
andere Jndustrieunternehmungen und Straßenbahnen wird die Summe des daselbst 
angelegten belgischen Kapitals aus 160 Millionen Frank geschätzt. Die Aktien der großen
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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