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Wesen und Weg der Sozialisierung

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Bibliographic data

fullscreen: Wesen und Weg der Sozialisierung

Monograph

Identifikator:
1012117413
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25241
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Wesen und Weg der Sozialisierung
Edition:
Sechste und siebente, unveränderte Auflage
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Georg D. W. Callwey
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (21 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Wesen und Weg der Sozialisierung
  • Title page
  • Contents

Full text

11 
Steigerung anerkennen kann, kommt in den Entschließungen der Ge 
sellschaft einer sozialisierten Wirtschaft die Freizeit unmittelbar als 
Gut in Frage. 
Noch wichtiger als für die Bestimmung der Arbeitszeit ist das 
Entwerfen von Wirtschaftsplänen für die Bestimmung des Arbeits 
lohnes. Der gegenwärtige Zustand weist auf diesem Gebiet alle 
Mängel der freien Konkurrenz ohne deren Vorzüge auf. Die Arbeiter 
stellen unter Streikdrohung immer neue Lohnforderungen, man ge 
währt sie ihnen vielfach und belastet durch Preiserhöhungen die ge 
samte Wirtschaft, damit auch die Arbeiterschaft. Weitere Lohnerhöhun 
gen bewirken neue Preiserhöhungen und es wird die bekannte Schraube 
ohne Ende wirksam. Es hilft wenig, wenn sozialdemokratische Führer 
die Arbeiter darauf hinweisen, daß eine Geldlohnerhöhung letzten 
Endes bedeutungslos sei, wenn die Menge der Produkte nicht vermehrt 
wird. Innerhalb der überlieferten Ordnung können solche Betrach 
tungen nicht viel Einfluß ausüben, weil der Markt, auf wel 
chem der Geldpreis der Arbeit bestimmt ist, von dem Markt, auf wel 
chem der Preis der Verbrauchsgegenstände bestimmt wird, völlig ge 
trennt ist. Der Arbeiter sieht nicht unmittelbar, was seine Forderungen 
bedeuten. Ganz anders würden sich die Verhandlungen gestalten, 
wenn der gesamten Arbeiterschaft ein Wi r t s c h a f t s p 1 a n vorge 
legt und nun auf Grund der vorliegenden Daten festgestellt würde, 
wieviel Brot, wieviel Fleisch, wieviel Wohnung, wieviel Kleidung usw. 
auf den Einzelnen höchstens entfallen könne. Die Klarheit allein, 
welche diesem Verhandeln anhaftet, hat bereits eine reinigende Wir 
kung. Es muß dann nur noch entschieden werden, welche Vorzugs 
versorgung Schwerarbeitern, Kindern, Kranken zuteil werden muß, 
wie man besonders wichtige Leistungen belohnen will, ob man Er 
finder, Dichter, Techniker, Ärzte, die Großes für die Allgemeinheit 
geleistet haben, etwa wie im alten Athen im Prytaneum (Ehren-Alters- 
heim) speisen will. Die Bestimmung der Kriegsrationen Hat uns ge 
zeigt, daß derlei gesellschaftstechnisch nicht übermäßig schwierig ist 
und nicht so leicht zu ernstlichen Zwistigkeiten führt, wie etwa Geld 
lohnverhandlungen. Auch die Versorgung der Arbeitslosen durch Ab 
gabe von Naturalien würde viele Erörterungen über die Zulänglichkeit 
oder Unzulänglichkeit der bisher gezahlten Geldbeträge beseitigen. 
Die Arbeitslosenfrage spielt übrigens innerhalb einer durchsoziali 
sierten Wirtschaft keine Rolle, da diese die Arbeitslosigkeit plan 
mäßig beseitigt.
	        

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Wesen Und Weg Der Sozialisierung. Verlag von Georg D. W. Callwey, 1919.
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