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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

10 
1. Buch. Einleitende Lehren. 
wichtiger Faktor des Geldmarktes, der von ihm abhängig wird 
wie er vom Geldmarkt. Der Staat muß die Möglichkeiten der 
Anleihenaufnahme kennen, die Umstände, die dieselben beeinflussen, 
die Voraussetzungen, für seine Anlehen die günstigsten Bedingungen 
zu erhalten. Der Staat hat große Vermögen zu verwalten, ist 
Auftraggeber zur Ausführung der verschiedensten technischen Ar 
beiten, Gebäude, Straßen, Kanäle, Eisenbahnen, Brücken, Dämme, 
Häfen, Flußregulierungen usw. Eine genaue Kenntnis der Ge 
setze der Wirtschaft ist die Voraussetzung des rationellen Staats 
haushaltes. 
Halten wir all das vor Augen, so werden wir einsehen, daß 
die Führung des Staatshaushaltes ein solcher Zweig der Staats 
tätigkeit ist, welcher notwendigerweise ein selbständiges Gebiet der 
Staatsverwaltung bildet und dessen entsprechende Erledigung ohne 
wissenschaftliche Erkenntnis der Kräfte und Erscheinungen un 
möglich ist. 
Der geordnete Staatshaushalt bietet die beste Garantie für die 
Beständigkeit und ruhige Entwicklung der staatlichen Institutionen. 
Der ungeordnete Staatshaushalt und der damit verbundene uner 
trägliche Steuerdruck sind Leiden, welche die Staatsbürger am 
tiefsten und am allgemeinsten empfinden und welche am raschesten die 
Beaktion hervorrufen. Ein Regime, das den Staatshaushalt in Ord 
nung führt, kann lange Zeit ungestraft Fehler begehen. In der 
Geschichte Ungarns läßt sich die Erscheinung hervorheben, daß die 
häufigste Ursache der Erschütterung, ja der Umwälzung der staat 
lichen Verhältnisse ein ungeordneter Staatshaushalt war. Die Kata 
strophe von Mohäcs (1526), die den Untergang des selbständigen 
ungarischen Staates verursachte, der Bauernaufstand, der Aufstand 
Räköczys sowie dessen Mißlingen, das Mißlingen des Unabhängig 
keitskampfes im Jahre 1848/49, stehen in innigem Zusammenhang 
mit finanziellen Miseren. Aber auch die Wiederherstellung der 
ungarischen Verfassung im Jahre 1867 — der sogenannte Ausgleich 
zwischen Österreich und Ungarn — wurde durch die gänzliche 
Zerrüttung der Finanzen der Monarchie wesentlich gefördert. Auch 
dafür liefert die Geschichte viele Beispiele, daß absolutistische 
Herrscher die Verfassung und die Volksrechte lange mit Füßen 
treten konnten, wenn sie nur den Staatshaushalt in Ordnung zu 
halten wußten und die Staatsbürger in dem empfindlichsten Punkte 
der Steuerleistung nicht verletzten. Der außerordentliche Auf 
schwung des englischen Staates hängt innig mit dem Umstande zu 
sammen, daß sich dort die parlamentarische Kontrolle des Staats 
haushaltes früher entwickelte und auch von Preußen sagt Roscher,
	        

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Untersuchungen Über Die Theorie Des Preises. Duncker & Humblot, 1889.
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