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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

332 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
ohne welche er nicht bestehen kann, daß er im geheimen, hinterrücks, 
unter einer Maske sich das verschalst, ohne das er für unsere 
Interessen zu sorgen nicht imstande ist. Die Kraft der indirekten 
Steuern liegt in der Schwäche des staatsbürgerlichen Bewußtseins. 
Sofern der Staat die Steuerquelle, das Einkommen, bei der 
Einkommensteuer direkt erforscht, wird das auf dem Einkommen 
beruhende Steuersystem als direktes bezeichnet. In diesem Sinne und 
strenge genommen, ist jede andere Steuer, bei welcher der Staat 
aus gewissen Symptomen auf das Einkommen bloß schließt, mag 
dieses Symptom die Produktion, die Zirkulation oder die Konsum 
tion sein, eine indirekte Steuer. Hier kommt jedoch vom praktischen 
Standpunkte noch ein Moment in Betracht und zwar das Moment 
der Steuerzahlung. Sowohl bei den Produktions- resp. Erwerbssteuem, 
als bei den Verkehrssteuern fordert der Staat in der Regel direkt 
vom Steuersubjekt die Steuerzahlung und deshalb werden diese 
Steuern direkte Steuern genannt vom Gesichtspunkte der Steuer 
zahlung. Dagegen wendet sich der Staat bei den indirekten Steuern nur 
selten direkt an das Steuersubjekt, da deren große Zahl die Steuer 
erhebung, Kontrolle außerordentlich erschweren würde; erhebt die 
Steuer da und dort ein, wo das Steuerobjekt noch in größerer 
Menge vorhanden ist, wie bei der Produktion oder im Verkehr. 
Hier tritt daher an Stelle des Steuersubjekts der Produzent, der 
Kaufmann, als Steuerzahler, gewissermaßen Steuereinheber. Wohl 
gibt es hiervon Ausnahmen. Auch die Verzehrungssteuer wird zur 
direkten Steuer, wo die Einhebung der Steuer und die Kontrolle 
der Konsumtion leichter ist, wie bei den Luxussteuern, ebenso wird 
sie zur direkten Steuer für jene Menge, welche der Produzent, der 
Kaufmann selbst verzehrt, endlich wo das betreffende Objekt ver 
mittels Monopols in die Hände des Konsumenten gelangt. Dem 
gegenüber gibt es Fälle, wo die direkte Steuer zur indirekten 
wird — mit Bezug auf die Steuerzahlung, — so in dem Falle, wo 
die Grundsteuer der Pächter, die Haussteuer der Mieter, die Kapital 
steuer der Schuldner abstattet. 
Was die Verzehrungs- und Verkehrssteuern betrifft, so sind 
dieselben auch in dem Sinne indirekte Steuern, als das Einkommen 
nicht als Ganzes, sondern in seinen einzelnen Teilen, so wie die 
selben in Verkehr kommen oder verbraucht werden, berührt wird. 
Endlich zeigt sich die indirekte Natur dieser Steuern auch darin, 
daß der Zusammenhang von Einkommen und Steuerleistung fehlt, 
da das Einkommen oft in einem viel späteren Zeitraum konsumiert 
wird, als es entstanden ist. Übrigens gehen wir nicht weiter in den 
unproduktiven Streit ein, was ist direkte, was indirekte Steuer und
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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