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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

D. I. Abschnitt. Direkte und indirekte Steuern. 
339 
werden, fehlt der Maßstab für die Menge der produzierten Arbeitskraft, 
da hier viele Umstände mitwirken, so daß in der Tat mit derselben 
Menge an Lebensmitteln höchst verschiedene Quanten von Arbeitskraft 
produziert werden. Die verbrauchten Lebensrnittel sind auch schon des 
halb ein ungenauer Maßstab für die produzierte Arbeitskraft, da die 
enstandene physische Arbeitskraft nicht das allein Maßgebende ist; mit 
derselben physischen Arbeitskraft wird ein höchst verschiedenes Ein 
kommen geschaffen werden, je nach den geistigen, sittlichen und 
sonstigen Eigenschaften des Individuums. Die Verzehrungssteuer be 
lastet also nicht bloß die Arbeit, nicht bloß die wirtschaftlich verwertete 
Arbeit, sondern um uns so auszudrücken, auch die platonische Arbeit; 
sie wird auch dadurch ungerecht, daß verschiedene Einkommensgrößen 
infolge der Gleichheit des Verbrauches gleichmäßig besteuert werden. 
Dabei blieb noch unerwähnt, daß diese Auffassung auch deshalb 
unberechtigt ist, denn einzelne Arten der direkten Steuern belasten 
nicht bloß das Kapital, sondern auch die Arbeit und das daraus 
entspringende Einkommen. Wenn Stein die Besteuerung der Arbeit 
auf diesem Wege für notwendig hält, da bei der Arbeit der reine 
Ertrag nicht berechnet werden kann, so ist er im Unrecht, wie ja 
auch er anerkennen muß, wo die Arbeit als selbständiger Faktor 
auftritt und das Einkommen in der Form des Arbeitslohnes er 
scheint. Streng genommen wäre die indirekte Steuer nicht eigentlich 
zur Besteuerung des Arbeitseinkommens nötig, sondern wie er sich 
ausdrückt, zur Besteuerung des edleren Teiles der Arbeit, also vor 
allem der in der Leitung des eigenen Unternehmens sich kund 
gebenden Arbeit. Hier ist also eigentlich nicht einmal von dem 
Arbeitseinkommen die Rede, sondern von jenem eigentümlichen 
Einkommen, das der Unternehmer genießt. Wer aber glaubt 
ernstlich, daß die indirekte Steuer die geeignete Besteuerungsform 
des Unternehmergewinnes ist? 1 ) Hieraus entstehen nun jene formal 
falschen Konstruktionen bei Stein, wonach er auf derselben Seite 
seines Buches einmal sagt, die Besteuerung des Arbeitseinkommens 
sei nur auf dem Wege der Konsumtion möglich, dann wieder einige 
Zeilen weiter, daß die Lohnsteuer die natürliche Form der Be 
steuerung der Arbeit sei. Unserer Meinung nach hätte die hier 
behandelte Auffassung nur in der Richtung einige Berechtigung, 
wenn die Verzehrungssteuer als allgemeine Steuer in der Weise 
J 1 Stein kompliziert diese Theorie noch damit, daß er selbst dort, wo er sich 
mit den Hauptbegriffen der Terminologie beschäftigt (formale Grundbegriffe, 
Finanzwissenschaft 8. 229), die Ausdrücke nicht rigoros anwendet und trotzdem 
es sich hier um die eigentümlichen Besteuerungsweise der Arbeit als solcher 
handelt, im Gegensatze zu den Besteuerungsweisen des Kapitals, die Arbeit 
wiederholt „persönliches Kapital“ genannt wird. 
22*
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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