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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

. 
352 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
Großen Einfluß übt Zu- und Abneigung des Volkes. So sind 
in Ungarn die indirekten Steuern nicht populär gewesen, schon 
aus dem Grunde, weil sie zur Zeit des österreichischen Absolutismus 
dem Lande aufgezwungen wurden. Von Bedeutung sind die politische 
Lage, ferner die Lage der Volkswirtschaft, so werden sie bei 
sinkenden Preisen, großer Billigkeit leichter zu ertragen sein, als 
in teuern Zeiten. Ein größerer Baum kann immerhin solchen 
indirekten Steuern eingeräumt werden, die schonend sind. 
Die Erfahrung der den indirekten Steuern abgeneigten fran 
zösischen Revolution sprechen auch dafür, daß die indirekten Steuern 
nicht gänzlich zu entbehren sind, wenigstens in einem größeren 
Staate. Überzeugte Anhänger der indirekten Steuern waren Hume, 
Steuart unter den älteren Ökonomisten. Eine der ersten Maßregeln 
Napoleons war die Wiedereinführung der indirekten Steuern. 
Gladstone verglich die beiden Steuerarten mit zwei Schwestern, die 
beide schön sind, deren eine aber blond, die andere brünett ist. 
Auch Bismarck war ein begeisterter Anhänger der indirekten 
Steuern 1 ). In seiner auf diesen Gegenstand bezüglichen Denk 
schrift heißt es sogar, daß die direkten Steuern nur einen theoretischen 
Wert besitzen. Josef LL dagegen war gegen indirekte Steuern. 
„Je n’amie pas l’indirecit, parce que je ne suis ni foible, ni fourbe“. 
Der ungarische Staatsmann Szöchenyi sagt: „Die indirekte Steuer 
halten manche Ökonomisten für die am leichtesten zu ertragende 
Last, doch ist dies noch nicht entschieden.“ Die Theoretiker 
teilen sich in zwei Lager. Einen großen Gegensatz repräsentieren 
Schäffle und Wagner; jener betrachtet die indirekten Steuern als 
unvermeidliche Bestandteile des Steuersystems, dieser betrachtet sie 
mehr als notwendiges Übel, welches übrigens nicht immer größer ist, 
als das der direkten Steuern, die gleichfalls ihre Fehler haben. 
Nach Stourm bieten namentlich in aufgeregten Zeiten die direkten 
Steuern eine sichere Basis, darum sind sie möglichst ausgiebig 
zu gestalten, doch so, daß sie in Friedenszeiten nur mäßig in An 
spruch genommen werden. Er konstatiert, daß in den meisten 
Staaten die indirekten Steuern durchschnittlich 12 Frank pro Kopf 
betragen, woraus er folgert, daß sie beiläufig in diesem Verhältnis 
zu entwickeln wären. Nach Schäffle kann auf jede der Steuerarten 
die Hälfte entfallen, doch muß anerkannt werden, daß hier ver 
schiedene Umstände in Betracht kommen 2 ). Natürlich kann auch 
. . 1 ) „Sie wissen von mir, daß ich ein Gegner der direkten, ein Freund der 
.indirekten Steuer bin“ (Deutscher Reichstag, Sitzung vom 22 Febr. 1878). 
. 2 ) Interessant ist, daß seinerzeit um die Gefahr der Inanspruchnahme der 
indirekten Steuern abzuwehren, in das deutsche Flottengesetz folgende Be-
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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