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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

656 
5. Buch. Der Staatskredit. 
etwas anderes als das bisherige tilgungsmäßige Anlehen. Wesentlich 
ist hierbei nur die Betonung der Notwendigkeit der Tilgung. Die 
Aufgabe der Konversion wäre es, die bestehenden Schulden in Zu 
kunft in Anlehen mit Heimfallsrecht umzuwandeln. 
Eine eigentümliche Art der Tilgung bilden die schon erwähnten 
Lotterieanlehen. Das Wesen derselben besteht darin, daß die 
Schuld getilgt wird, jedoch in der Weise, daß bei den von Zeit zu 
Zeit stattfindenden Ziehungen durch das Los jene Schuldtitres 
bezeichnet werden, welche zur Rückzahlung kommen. Die Lotterie 
anlehen sind zweifacher Art: a) Anlehen, bei welchen durch das 
Los nur der Zeitpunkt der Rückzahlung bestimmt wird. In diesem 
Falle bietet die Verlosung nur den Vorteil, daß die Schuldsumme 
eventuell früher zurückgezahlt wird, b) Anlehen, bei denen ein Teil 
des Kapitals, oder ein Teil der Zinsen resp. die gesamten Zinsen 
dazu verwendet werden, daß durch Versprechung von Gewinnsten 
die Kauflust angefacht werde. Von diesen Arten der Anlehen ist 
jene noch am wenigsten einwendbar, bei welchen die Gläubiger das 
Kapital und den großem Teil der Zinsen erhalten und nur ein 
geringer Teil der Zinsen zu Gewinnsten verwendet wird. Für 
solche Anlehen wird sich eine große Kauflust zeigen, was ja für 
den Staat vorteilhaft ist, ohne daß durch den Verlust des Kapitals 
und der Zinsen leichtsinnige wirtschaftliche Neigungen befördert 
werden. Da bei reiferen Völkern im Falle größerer Anlagen nur 
wenige geneigt sind die Zinsen, ja eventuell das Kapital zu riskieren, 
so finden dort die Lotterieanlehen nur ein geringes Terrain. Ja in 
einzelnen Staaten, wie Frankreich und England, wo die übliche 
Rentenschuld die Anwendung der Verlosung ausschließt, ist diese 
Art des Staatskredites unbekannt. Das Lotterieanlehen erfordert 
vom Staat kein größeres Opfer, da der Staat nur jenen Betrag der 
Verlosung widmet, der sonst an Kapital und Zinsen auszubezahlen 
wäre. Die Lotterieanlehen setzen genaue auf der Wahrscheinlich 
keitsrechnung beruhende Verlosungspläne voraus, welche auch der 
Gläubiger kennen muß und welche deshalb wenigstens in großen 
Zügen auf den Schuldverschreibungsbogen mitgeteilt werden. Die 
Lose werden gewöhnlich in zwei Gruppen geteilt: Serien und Zahlen. 
Bei der Verlosung werden erst gewisse Serien gezogen, dann werden, 
oft in einem späteren Zeitpunkte, innerhalb der gezogenen Serien 
die Zahlen gezogen. 
7. In der Geschichte der Tilgungen spielt die Theorie des 
Tilgungsfonds eine große Rolle. Diese Theorie geht von der Lehre 
der Zinseszinsen aus, die ergab, daß durch Kumulierung der Zinses 
zinsen selbst ein geringer Betrag in einer gewissen Zeit zu un-
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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