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Der Brotwucher

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Bibliographic data

fullscreen: Der Brotwucher

Monograph

Identifikator:
1029401462
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-178646
Document type:
Monograph
Author:
Kaff, Siegmund http://d-nb.info/gnd/138991537
Title:
Der Brotwucher
Place of publication:
Wien & Leipzig
Publisher:
Perles
Year of publication:
1925
Scope:
80 S
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Brotwucher
  • Title page
  • Contents

Full text

Bon den Hammerbrotwerfen und ihrem Funktionsmandel. 53 
vorderhand nichts Befferes, was den Konjumverein als Preisregulator 
zrjeben fönnte. Wer alfo diefe Waffe der Konfumenten abftumpft, 
der macht fig an dem Brotwucher mitfchuldig. Daß die Broterzeuger 
das Volk jo bewuchern Können, ift nur möglich, weil e& an einem 
breisregulierenden Faktor fehlt. Agrarier, SGetreide« und Mehlhändler 
— fie alle treiben den Brotpreis Hinauf, gewiß — nit zuleßt 
aber, fondern vor allem auch die Bäcker. Deshalb find diejenigen, 
die e& durch ihren Dilettantismus und Dünkel, ihre Unfähigkeit und 
Sewifjenlojigfeit verhindern, daß die Konjumgenoffen|dhaftliche Brot- 
erzeugung ungeftört durch parteipolitifjche AWbfichten ihre fegenSreiche 
Wirkung ausüben kann, für den heutigen Zuftand der Dinge mitverant- 
wortlich, und zwar in einem viel Höheren Grade, als fie wahr Haben 
wollen. Dieje abjonderlichfte Seite unferer Brotverforgung muß daher 
genauer betrachtet werden. 
Die Entwicklung der Senoffenfchaften ging für die Bedürfuiffe der 
Partei zulangjam vor fidh. So entjdhloß man fich, die Sache ganz in die 
eigene Hand zu nehmen. Da die bloße Verteilung von Bedarfaartikeln und 
auch der Einkauf im Großen zwar Sewinn abwerfen, diejer aber nicht fo 
leigt für Parteizwede areifbar gemacht werden kann, entfchloß man 
Jich, zur Eigenproduktion Kberzugehen, zumal ja nach der marziftijchen 
Lehre der Mehrwert in der Sphäre der Warenerzeugung entjteht. Natlir- 
lid mußte e& ein Mafjenartifel jein, den jeder täglich braucht. Das war 
das Brot. Um Brot ließ fi gut verdienen; daS lehrte die Erfahrung, 
das zeigten die Tatjachen ringsum. Die Brotverforgung Wiens erfolgte 
größtenteil® durch rückjtändige Kleinmeijter, deren Handwerk im all- 
gemeinen noch einen goldenen Boden Hatte, und durch ein paar Fabriken, 
die viel fettere Profite einhHeimften. Daz war der Anreiz zur Gründung 
der Hammerbrot werke. Was Iag dabei näher, als die anfcheinend günftige 
Konjunktur für Parteizwecke zu benüßen und fie mit der Oloriole der 
fozialen WohHltätigkeit zu umgeben? An dem Erfolge konnte e& ja nicht 
jehlen. Auf die Parteigenofjen durfte man fi verlaffen und Hoffen, daß 
fie das billige und gute Parteibrot kanjen würden, daS gegen die kapi- 
taliftijige Konkurrenz, das Wucherkartell, gebaden werden fjollte. Damit 
ichien der Wbiag agefichert. ES fchien aber nur fo! 
In Wirklichkeit war dieS eine Rechnung ohne den Wirt. Der Abjaß 
war durchaus nicht gefichert und der genofjenjhaftlide SGrundjag, 
daß der Abjag vorausgehend organifiert werden müffe, wurde in jeiner 
arundlegenden Wichtiakeit unterichäßt. Sehr zu Unrecht! Die Unter:
	        

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Der Brotwucher. Perles, 1925.
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