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Der Brotwucher

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Bibliographic data

fullscreen: Der Brotwucher

Monograph

Identifikator:
1029401462
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-178646
Document type:
Monograph
Author:
Kaff, Siegmund http://d-nb.info/gnd/138991537
Title:
Der Brotwucher
Place of publication:
Wien & Leipzig
Publisher:
Perles
Year of publication:
1925
Scope:
80 S
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Brotwucher
  • Title page
  • Contents

Full text

56 Bon den Hammerbrotwerken und ihrem Funktionswandel. 
liftijdgen Kniffen über den nicht zugefrorenen Bodenfee tanzen und von 
Utopia das goldene Vließ holen zu Können. Die Folge war, daß die- 
jemigen, die auSzogen, den Drachen Kapitalismus zu töten, mit ihm 
zine A. S. bildeten, die aber, wie fih Herausftellte, nur eine G. m. b. H. 
war, das heißt eine SGejellichaft mit jehr befchränkter Haftung. 
Da man vor Kritik und entjchiedenem Widerjpruch in den eigenen 
Reihen fiher war, ging die Kontrolloje Wirtfchaft ungehemmt weiter. Im 
Sahre 1917 fhritt man jogar zu neuen Inveftitionen, die anZ den 
laufenden Einnahmen leicht gedeckt wurden. Anfangs hHegte man die vers 
rückte Wbjicht, den Schwechater Betrieb auszugeftalten, befann fich jedoch 
glüclidherweife eine& befjeren und kaufte eine in Yloridador] gelegene, gılt 
eingerichtete Fabrik, welche einer ungarijchen Sejellichaft gehörte, die fie 
trog ihrer Rentabilität Cosichlug und deren Ware großen AWbjag 
hatte.*) Gleichzeitig pachtete man eine Unzahl Wiener Kleinbäckereien, die 
jpäter mit anderen Käuflihh erworben wurden und deren Erträgnifje im 
Verein mit jenen der Jloridsdorfer Fabrik den Hammerhrotwerken zugute 
famen. Auf diefe Weije wurde der tehnifch und organifjatorijch fehlerhafte Be- 
trieb in Schwechat über Wafjer gehalten.**) Allein die gewaltige Ausdehnung 
der Produktion, die fi feit der Einftellung der Kriegslieferungen und dem 
Nobau der zentralen LebenzSmittelbewirtihaftung durch den Staat nicht mehr 
auf defjen Kredit {tüßen Konnte, ließ nunmehr den Mangel an eigenen 
Mitteln um fo empfindlicher verjpliren. Die großen Kriegagewinne waren 
verpulvert durch die neuen Erwerbungen und umfangreichen Inveftitionen, 
die Übrigen? zum Teil au aus der Sachdemobilifierung beftritten 
worden waren; alsbald befand man jih wieder dort, wo man einft 
gehalten Hatte; nicht weit von dem Stande der Dinge im Frühjahr1914. 
Auf den Schwechater-Unternehmen afteten große (anfangs von der 
Zivnostenzfa, dann von hHoländijhen Verficherungs-Sejelljchaften auf- 
genommene) Hypothefarkredite : ***) außer dielen Hauptaläubigern waren 
*) 3m Sahre 1915 wurde bei einem Umjage von 13 Millionen Kronen eine 
Dividende von 74 K ausgejhüttet. Der verhältnismäßig beicheidene Reingewinn von 
194.619 K murbde dem Umftande zugefchrieben, daß die Gefelljhaft nur im geringen 
Maße an Heereslieferungen beteiligt war und fihH in der Hauptfache auf die Erzeugung 
bon Brot zu dem amtlich fejtgefeßten Preije bejchränkte. 
**) Die Schwarzbrotbäderei mird dafelbft vorausfichtlidh ganz eingeftellt werden ; 
ob die teure Majdhinenanlage eine andere Lohnende Verwendung erhalten kann, {od 
bier nicht unterfucht werden. 
*s*) Die Tichechen Hatten 2 Millionen, die ihnen alsbald folgenden Holländer 
3 Millionen grundbücherlidh eingetragen. Offiziell werden 1!/, Millionen angegeben. 
Ob inzwilchen eine Abzahlung ftattgefunden hat, ift unbekannt.
	        

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Der Brotwucher. Perles, 1925.
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