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Forstwirtschafts-Politik

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Bibliographic data

fullscreen: Forstwirtschafts-Politik

Monograph

Identifikator:
1690009462
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-101382
Document type:
Monograph
Author:
Weber, Heinrich http://d-nb.info/gnd/11716383X
Title:
Forstwirtschafts-Politik
Place of publication:
Neudamm
Publisher:
Neumann
Year of publication:
1926
Scope:
X, 324 S
Taf
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster vorbereitender Teil. Die deutsche Forst- und Holzwirtschaft der Gegenwart
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Forstwirtschafts-Politik
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erster vorbereitender Teil. Die deutsche Forst- und Holzwirtschaft der Gegenwart
  • Zweiter Haupt-Teil. Die deutsche Forstwirtschaft
  • Sach-Verzeichnis
  • Namens-Verzeichnis

Full text

26 Ziele und Aufgaben. 
davon ganz abgesehen ~ eine Rentabilitätsrechnung ist in der Forstwirtschaft schon deshalb 
nicht möglich, weil der absolute Wert des forstwirtschaftlichen Anlagekapitals wegen 
der in der Forstwirtschaft notwendigen, überaus langen Produktionsdauer nicht fest- 
zustellen ist. 
Die Bod enreinertragslehr e sieht nur den Boden als Anlagekapital an, den 
Holzvorrat betrachtet sie als umlaufendes Kapital. Von dem Boden fordert sie eine 
bestimmte Verzinsung und stellt die Betrachtung des einzelnen Bestandes in den Vorder- 
grund, dessen Hiebsreife sie nach der Kulmination des Bodenerwartungswertes bestimmen 
will. Sie schreibt die Rechnung mit einem im vorhinein angenommenen Zinsfuße vor. 
„Sie ist hierzu genötigt, weil sie sonst in der Bodenwertsformel die Aufgabe, aus einer 
Gleichung zwei Unbekannte zu bestimmen, zu lösen hätte, was bekanntlich unmöglich ist. 
Mit der Annahme des Zinsfußes ist natürlich auch die Rentabilität des gegebenen Falles 
bestimmt. Abgesehen davon, daß ich diese Stabilisierung der Rentabilität 
für unbegründet ansehe, weil in der Forstwirtschaft wie in jeder anderen der Ertrag und 
damit auch die Verzinsun g des Kapitals von Handelskonjunkturen abhängt, also 
veränderlich ist, macht diese Forderung die Bodenrentenlehre für Rentabilitätsberechnungen 
völlig unbrauchbar. Wer den Zinsfuß diktiert, hat auch die Renta- 
bilität bestimmt, weil der Zinsfuß der Maßstab der Renta- 
bilität ist. . . Wollte die Bodenrentenlehre wirkliche Rentabilitätsrechnungen 
anstellen, dann müßte sie vom g e g eb enen Bo d enwer te ausgehen und die höchste 
Verzinsung dazu suchen, d. h. ihre Grundsätze, das Aufsuchen des höchsten Bodenwertes 
mit gegebenem Zinsfuß verleugnen. Da sie das aber nicht tut, ist ihre 
Methode der Bestimmung der finanziellen Umtriebszeit auch keine Methode der 
Rentabilitätskalkulation; sie diktiert die Rentabilität für einen zu suchenden Bodenwert 
und diktiert die Verzinsung des Produktionsaufwandes im Gegensatz zu dem Grundsatze 
der Rentabilitätsrechnung, die höchste Verzinsung für das gegebene Kapital erst zu suchen!)."“ 
Auch in der Voraus b e stimm ung der Preise auf eine entfernte 
Zukunft, deren die Bodenrentenlehre für den Zweck der Ermittlung der finanziellen 
Umtriebszeit bedarf, liegt eine unüberwindliche Schwierigkeit. Der Versuch, diese 
Schwierigkeit durch Konstruktion von „Preiskurven“ zu überwinden, ist deshalb verfehlt, 
weil für die Zulässigkeit eines Rückschlusses von den Verhältnissen der Vergangenheit auf 
die Preisgestaltung der Zukunft und für die Annahme einer dauernden Gesetzmäßigkeit 
in der Bewegung der Preise der innere Grund fehlt. 
Einige der heute noch existierenden Bodenreinerträgler stützen deshalb ihre „Wert- 
bestimmung“ auch auf die „Erträge und Kosten der Gegenwart“ und geben auch zu, daß 
diese Wertbestimmung ,ausschließlieh, zu Werten der Gegenwart“ führe. Wenn sie 
konsequent wären, dann müßten sie also auch zugeben, daß diese mit Erträgen und Kosten 
der Gegenwart operierende Wertbestimmung für ihre Zwecke vollkommen unbrauchbar ist. 
Sie sind aber nicht so konsequent, sondern versuchen durch den neckischsten salto mortale, 
der dem Verfasser je in einer sogenannten „Wissenschaft“ zu Gesicht kam, diese Wert- 
bestimmung für ihre Zwecke doch brauchbar zu stempeln. „Die Wertbestimmung fußt 
auf den Erträgen und Kosten der Ge g en w art. Sie führt daher ausschließlich zu 
Werten der Gegenwart“ so sagen sie zunächst. Aber dann schließen sie weiter – man 
1) A. Schi ff el, „über Umtriebszeit und Hiebssatzermittlung“, Österreichische Vierteljahres- 
schrift für Forstwesen, 1910, S. 5 f.
	        

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Forstwirtschafts-Politik. Neumann, 1926.
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