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Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien

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Bibliographic data

Full text: Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien

Monograph

Identifikator:
870051709
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-818
Document type:
Monograph
Author:
Biermer, Magnus http://d-nb.info/gnd/11616669X
Title:
Die kommunale Vermögensbesteuerung in Hessen
Place of publication:
Gießen
Publisher:
Verlag von Emil Roth
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (37 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Title page

Document type:
Monograph
Structure type:
Title page
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien
  • Title page
  • Erster Abschnitt. Die Schutzgebiete unter deutscher Verwaltung
  • Zweiter Abschnitt. Die einzelnen Schutzgebiete und ihre Entwicklung
  • Dritter Abschnitt. Die Schutzgebiete im Weltkriege
  • Vierter Abschnitt. Die Schutzgebiete unter Mandatsverwaltung
  • Fünfter Abschnitt. Anerkennungen der deutschen Kolonialbetätigung aus Feindesmund
  • Sechster Abschnitt. Stimmen Eingeborener der deutschen Kolonien
  • Ausblick

Full text

Zweiter Abschnitt. Die einzelnen Schutzgebiete und ihre Entwicklung 
1a248 Mill. M Aufwand erbaute Küstenbahn nach 
dem zweitwichtigften Ort der Kolonie Aneché 
— gKleinpopo, Bezirksamt, Nachtigalkrankenhaus) 
zehen von der Landeshauptstadt Lome aus. Sie 
jat keinen Hafen; aber eine 304 m lange 
dandungsbrücke mit Bahngeleisen und drei Dampf⸗ 
rähnen wurde 1899 -1804 über die Brecherzone 
Ainaus ins Meer gebaut. In Lome bestand eine 
Kiederlassung der Westafrikanischen Bank mit 
31 Mill. M. Jahresumsatz. Es zählte unter 
90 Weißen 167 Deutsche, außerdem 3000 Farbige. 
Die westliche Bahn wurde 1904 -1907 für 
7,8 Mill. Schutzgebietsanleihe bis Palime 
119 xmy) geführt, von wo ein Fahrweg zu dem 
uuf 470 m im Gebirge gelegenen Bezirksamt 
Misahöhe führte. 
Die östliche Strecke — 167 kmälang — 
vurde 1904 513 aus 11,2 Mill. Schutzgebiets⸗ 
inleihe bis zu der Bezirkshauptstadt Atakpame 
Jeführt, die auf 308 m Höhe liegt. Von hier 
jeht eine Automobilstraße nach Banjeli, wo am 
Djoleberge jährlich 400 t vorzügliches Eisenerz 
in 500 Hochöfen der Eingeborenen gewonnen 
wurden. Nach weiteren 180 km wird der Be— 
irksort Sansanne Manga, ein wichtiger Umschlags⸗ 
ert des Sudanhandels, erreicht. 
Togo besaß eine Großfunkstation in Kaming, 
die mit Nauen und mit der Großfunkstation in 
Windhuk (S. W. A.) und in Daressalam (D. O. A.) 
derkehrte. 
Togo wurde verhältnismäßig leicht befriedet. 
Immerhin hat es an lebhaften Kämpfen mit den 
wattegepanzerten Reiterscharen der mohamme— 
danischen Großen des Hinterlandes nicht gefehlt. 
um Tschadsee fließende Löogone, der Dscha⸗Ssanga, 
zie zumi Kongo entwässern, und ein Teil ihrer 
debenflüsse. Einige wurden bereits von Dampfern 
efahren. Altkamerun umfaßte 500000 qkm; 
nit den von Frankreich 1912 abgetretenen Teilen 
— „Antennen“ zum Kongo und Lubangi — 
var es fast 114, mal so groß wie Deutschland. 
Die Flaggenhissung erfolgte 1884 durch 
cachtigal, naͤchdein schon jahrzehntelang deutsche 
zirmen — Woermann, Janssen und Thormählen — 
en Küstenhandel beherrscht hatten. Aber die 
üstenstämme, besonders die Duala, ließen keinen 
irektten Verkehr mit den eigentlich produzierenden 
sinnenstämmen zu, bis Dr. Zintgraff und Premier⸗ 
»utnant Morgen die Sperre gewaltsam durch— 
rachen. Schwere Kämpfe mußten die deutsche 
serrschaft sichern, — Irhr. v. Gravenreuth, 
Kamptz, Pavel, Puder und vor allem der Er⸗ 
zerer des „blauen Landes“ Adamaua und Ab⸗ 
ott des Jaunde-Volkes Dominik seien als Führer 
rwähnt. 
Erster Gouverneur war Frhr. von Soden, 
ann folgten v. Zimmerer, v. Putkamer, Dr. Gleim, 
Ir. Seitz und Ebermaier. 
Im Gegensatz zu Togo ist Kamerun wie unsere 
inderen Tropenkolonien nicht auf dem Standpunkt 
er reinen Handelskolonie stehen geblieben, sondern 
zat einen starken Anlauf zur Plantagenkolonie 
enommen. Kamerun zerfällt wirtschaftspoli— 
isch in zwei Teile: in das von untüchtigen 
Zantustämmen bewohnte Waldland, das einen 
00 -200 xm breiten Küstenstreifen und den 
anzen Süden erfüllt, und in das von Sudan⸗ 
tämmen bewohnte Grasland. Der nördliche Teil 
es Waldlandes zeigt fruchtbare vulkanische Böden 
ei enormem Regenreichtum, und da hier auch die 
eiden guten Häsen des Schusgebietes Tuala und 
Ziktorig, hinter denen auf ein Viertel Höhe des 
damerunberges die Verwaltungshauptstadt Buea 
elegen ist, sich befinden, wurden hier die großen 
zflanzungsbetriebe der europtischen Gesellschaften 
nngelegt.“ Das füdliche Waldland ist reich an 
RNpalmen und Kautschuklianen, deren Produkte 
on den Eingeborenen gesammelt und an die von 
dribi aus gegründeten Buschfaktoreien gebracht 
burden. Kamerun war also im Süden Handels-, 
m Norden Plantagenkolonie. Das Grasland 
iente wesentlich als Rekrutierungsgebiet für 
Irbeiter, obwohl daselbst Baumwolle und Erd— 
rüsse in großem Maßstabe gepflanzt und Pferde— 
ind Rinderzucht getrieben werden konnte. Das 
zrasland war eben wirlschaftlich noch nicht er⸗ 
hlossen. Da das Hauptprodukt des Südens 
er Kautschuk war, so hatte Südkamerun den 
zegen des Kautschukbooms von 1910 und den 
Uinsegen der bald darauf infolge der Überpro— 
uktion einsetzenden Kautschukkatastrophe auszu— 
alten. Kameruns Kautschukausfuhr stieg von 
00 t in 1909 auf fast 2000 t in 1910 und 
2800 t in 1912: der Preis stieg entsprechend von 
3000 Mopro t auf 5500 und fiel dann wieder. Die 
—ARX 
Kamerun liegt an dem einspringendsten 
Winkel des Atlantischen Ozeans, der Bucht von 
Biafra. Im Norden bildel das britische Nigeria, 
im Osten und Süden Französisch-Aquatorialafrika 
die Grenze. Eingeschlossen ist das spanische 
Munigebiet. 
Das Klima ist an der Küste und am Tschad 
um heißesten (Maximum 32. und 469, Mittel 
2427 bzw. 22 -320), gemäßigter auf dem Hoch⸗ 
and (Minimum 7, Maximum 32, Mittel 1809). 
Die Hauptniederschläge fallen im Sommer (Küste 
1000- 10000, Hochland 2-3000, Tschadgebiet 
500 mm jährlich). 
Hinter dem Küstenvorland mit dem noch tätigen 
1070 m hohen Kamerunvulkan, dessen von Plan⸗ 
agen bedecktes Umland bis zu 10000 mm jähr⸗ 
iche Regenmengen empfängt, erhebt sich ein Hoch⸗ 
and von 122000 m äHbhe, das im No all⸗ 
nählich zum Bénue und Tschadsee, im 80 zum 
Ssanga, einem Nebenfluß des Kongo, abfällt. 
Die an den Küstenmündungen vielfach Mangroven 
uufweisenden Flüsse haben im Unterlauf Strom—⸗ 
schnellen und sind deshalb meist nur im Mittel⸗ 
lauf schiffbar, so der Ssanaga und Njong. Schiff⸗ 
har sind aber auch der Bénue (zum Niger), der
	        

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Statistik Der Evangelischen Liebestätigkeit (Halboffene Und Offene Fürsorge) Und Jugendarbeit. Wichern-Verl., 1928.
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