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Völkerbund, Die Weltwirtschaftskonferenz

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Bibliographic data

fullscreen: Völkerbund, Die Weltwirtschaftskonferenz

Monograph

Identifikator:
1742732488
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-116734
Document type:
Monograph
Title:
Völkerbund, Die Weltwirtschaftskonferenz
Place of publication:
Berlin
Publisher:
[Reichswirtschaftsminist.]
Year of publication:
25. Juni 1927
Scope:
115 S.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Völkerbund, Die Weltwirtschaftskonferenz
  • Title page
  • Die Wirtschaftslage
  • Probleme der Nachkriebgszeit
  • Allgemeine Entschließungen
  • Handel
  • Industrie
  • Landwirtschaft
  • Die Wirtschaftliche Organisation des Völkerbundes

Full text

– 409 .- 
durch Valutaschwankungen verursachten, noch schnelleren 
Veränderungen zu begegnen. Solche Versuche bilden 
eine Quelle neuer Schwierigkeiten für den Handel und 
an und für sich eine Quelle der Unsicherheit. Andererseits 
sind auch in den Ländern, deren Währung entwertet ist, 
Tarife eingeführt worden, um die Einfuhr zu unter- 
binden, wodurch man der Inflation Einhalt zu tun 
hoffte. Endlich ist es zuweilen vorgekommen, daß, wo 
der Inflation die Deflation gefolgt ist, in Papier- 
währung zahlbare Jollgebühren, die während der In- 
flation erhöht worden waren, nach Eintritt der Auf- 
wertung nicht entsprechend herabgesezt worden sind. 
Diese schwankenden Valutaverhältnisse sind jetzt großen- 
teils überwunden; die Tarif- und sonstigen Maßnahmen, 
die gerade ihretwegen angewendet wurden, sind jedoch 
noch nicht völlig beseitigt. 
Ein zweiter Grund für den gegenwärtigen Stand der 
Tarife in Europa und anderwärts ist der Wunsch der 
Völker, bestehende oder neugegründete Industrien da- 
durch aufrechtzuerhalten, daß die Tarife auf einer Höhe 
gehalten werden, die sie sonst nicht beibehalten könnten. 
Diese Industrien sind zu ihrer jetzigen Ausdehnung zum 
Teil infolge annormalen Entwicklung während des Krieges 
gelangt, zum andern Teil infolge des Strebens gewisser 
Völker, einen Grad wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu 
erreichen, den ihre geringen Hilfsquellen nicht recht- 
fertigen, und wieder zu einem anderen Teil zum Jwecke 
der Beschaffung von Arbeitsmöglichkeit für überschüssige 
Arbeitskräfte, denen ihre früheren Arbeitsmärkte jeht 
verschlossen sind. 
Die Zunahme der Produktionskapazität hat häufig die 
Aufnahmefähigkeit des betreffenden Landes sowohl dem 
materiellen Bedarfe wie der Kaufkraft nach überstiegen. 
Das Ergebnis war entweder, daß die unausgenußten 
Produktionsmittel die Erzeugungskosten übermäßig be- 
lasteten, insbesondere, wenn eine Kapitalverschuldung 
vorlag, oder daß man sich, um die gesamten Produktions- 
mittel ausnutzen zu können und dem angelegten Kapital 
zu einem Ertrage zu verhelfen, an fremde Märkte wenden 
umd so den internationalen Wettbewerb verschärfen mußte. 
Das Streben, dem Problem der übersschüssigen ge- 
werblichen Arbeitskraft gerecht zu werden, hat gewöhnlich 
zu dem Versuch geführt, den heimischen Markt mit Hilfe 
von ZJollschranken der heimischen Produktion vorzube- 
halten; diese Zollschranken wurden zu dem Jwecke er- 
richtet, eine unabhängige Volkswirtschaft zu schaffen, die 
fähig wäre, unter dem Schutz der Jollmauer ein An- 
wachsen des Anlagekapitals und einen befriedigenderen 
Ertrag für die nationale Arbeit zu erzielen. Dies Streben 
nach Autarkie hat keine Aussicht auf Erfolg, wenn es 
nicht durch die Größe, die natürlichen Hilfsquellen, die 
wirtschaftlichen Vorteile und die geographische Lage eines 
Landes gerechtfertigt wird. Sehr wenige Länder in der 
Welt haben Aussicht, eine Autarkie zu erreichen. 
Die künstliche Vermehrung der Produktionsmittel, die 
nur zum Teil ausgenutt werden, hat nicht nur zu einer 
unwirtschaftlichen und kostspieligen Produktion, sondern 
auch zu einem verschwenderischen Gebrauch der be- 
schränkten Kapitalquellen der Welt geführt. So war sie 
eine der Ursachen für die Beibehaltung eines abnorm 
hohen Jinssatßes in den letten Jahren. Dazu ist nock 
1 D
	        

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