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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Monograph

Identifikator:
175265076X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-129631
Document type:
Monograph
Author:
Fleming, Walter Lynwood http://d-nb.info/gnd/120660560X
Title:
The Freedmen's Savings Bank
Place of publication:
Chapel Hill
Publisher:
Univ. of North Carolina Press
Year of publication:
1927
Scope:
x, 170 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Chapter II. Origin of the Freedmen's Savings Bank
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

36 Einleitung. Begriff. Piychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode. 
Die einzelnen und die socialen Gruppen standen so stets zugleich zueinander in 
einem Verhältnis der Attraktion und der Repulsion, des Friedens und des Streites. 
Überall herrschen zwischen denselben Personen und Gruppen heute feindliche, morgen 
reundliche Beziehungen; man liebt sich heute, wirkt zusammen, fördert sich, und morgen 
haßt und beneidet, bekämpft und vernichtet man sich. Die zwei Seiten aller Menschen— 
iatur konnten nur durch dieses Doppelspiel der egoistischen und der sympathischen 
Willensanstöße entwickelt werden: die Thatkraft konnte nur durch die kraftvolle Selbst— 
behauptung, die gesellschaftlichen Instinkte konnten nur durch Frieden und Streitvermeidung 
ausgebildel werden. Und da der Kampf selbst stets ein doppelter, ein individueller und 
ein kollektiver war, so ist es wohl verständlich, wie beides in den verschiedensten Kombi— 
nationen nebeneinander sich ausbildete. Der kollektive Kampf war stets nur durch die 
Gemeinschaft möglich; innerhalb der Stämme und Völker fanden sich meist und über— 
wiegend Menschen ähnlicher Körper- und Geisteskräfte zusammen, die auch ohne heftige 
innere Kämpfe eine tüchtige, unter Umständen eine durch Variation sich vervollkommnende 
Nachkommenschaft haben konnten, die jedenfalls nur durch ihr friedliches Zusammenleben 
und Zusammenwirken die großen Fortschritte der Sprachbildung, der Ausbildung der 
ympathischen Gefühle, der Religion, des Rechtes vollziehen konnten, die nur unter der 
Herrschaft dieser Friedenseinrichtungen zur Ausbildung der politischen Tugenden, des 
patriotismus, der Treue, des Gehorsams kommen konnten. Alle staatliche, zumal alle 
kriegerische Organisation und Disciplin konnte nur durch starke Verbote und Ein— 
schränkungen des individuellen Daseinskampfes entstehen, welche gewiß oftmals den 
Fähigeren und Stärkeren hinderten, den Schwächeren zu vernichten. Aber das that 
nichts; denn die Kindersterblichkeit, die Krankheiten, der Kampf mit den Tieren und 
den fremden Stämmen, die wirtschaftliche Konkurrenz schafften Auslese genug. Und nicht 
aller menschliche Fortschritt beruht doch auf der Auslese. Darwin selbst muß gestehen, 
daß die moralischen Eigenschaften, auf denen die Gesellschaft beruhe, mehr durch Ge— 
vohnheit, vernünftige Überlegung, Unterricht und Religion gefördert wurden. Die Lebens— 
bedingungen der menschlichen Gesellschaft lafsen sich eben mit denen der Tiere und Pflanzen 
nicht ganz direkt parallelisieren, weder in Beziehung auf die Fortpflanzung und Ver— 
erbung, noch in Beziehung auf die Kämpfe der Individuen untereinander, noch in Be— 
ziehung auf die der Gruppen und Gesellschaften. Es waren voreilige Analogieschlüsse, 
durch welche man sich der konkreten Untersuchung der gesellschaftlichen Verhältnisse und 
der jpeciellen Natur der in der Gesellschaft sich abspielenden Kämpfe und Kampfschranken 
überhoben glaubte. 
Wir haben hier nun die einzelnen Anwendungen der Analogieschlüsse nicht erschöpfend 
zu erörtern, wollen nur noch kurz andeuten, welche Rolle der Kampfgedanke in der Aus— 
bildung der neueren Volkswirtschaftslehre gespielt hat, wie er zwar fruchtbar auf der 
einen Seite wirkte, auf der anderen aber auch Irrtum erzeugte, weil man meist die 
richtige Begrenzung des Gedankens nicht sofort erkannte. 
Die Merkantilisten sahen in allem Handel, in allen wirtschaftlichen Beziehungen 
der Staaten untereinander wesentlich nur einen Kampf, wobei der eine Teil gewinne, 
was der andere verliere; ihre wirtschaftliche Politik war Kampfpolitik in übertriebener 
Weise; die Staaten sollten sich möglichst gegenseitig wehe thun; die Individuen im 
Staate sollten umgekehrt durch alle denkbaren Schranken und polizeilichen Vorschriften 
n freundlichen, förderlichen Kontakt und Tauschverkehr gesetzt werden. Die liberale 
RNaturlehre der Volkswirtschaft, festgefügte, wohlgeordnete Staaten vorfindend und von 
dealistischen Harmonievorstellungen ausgehend, glaubte, die Staaten und Völker könnten 
ich kaum wirtschaftlich schaden, nützten sich durch freien Verkehr immer; aber die 
Individuen, ihren Erwerb und Gewinn, ihre Bemühung um den Markt und gute 
Preise stellte man sich um so mehr als einen Kampf vor, als einen Verdrängungs— 
prozeß der schlechteren Produzenten durch die besseren: der rücksichtslose, freie, individuelle 
Konkurrenzkampf erschien als das einzige Ideal; seine Schranken durch Moral, Sitte 
und Recht, die niemals in der Wirklichkeit verschwanden, übersah man in der Theorie. 
Malthus hat dann den Kampf der Individuen um den Nahrungsspielraum für die
	        

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Gesetz Betreffend Kinderarbeit in Gewerblichen Betrieben. Verlag von Gustav Fischer, 1904.
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