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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1757542345
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-135097
Document type:
Monograph
Title:
National banking under the Federal Reserve System
Place of publication:
New York
Publisher:
The National City Bank of New York
Year of publication:
1927
Scope:
154 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Dividends
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
    Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Die Mitarbeiter. 
59 
Arbeiter ist unmittelbar — handgreiflich — mit seinem Arbeitsinhalt verbunden, er arbeitet 
am Stück (nimmt die Be- und Verarbeitung — HGB. — vor), während der Angestellte eine 
mittelbare — ordnende, verwaltende ■— Tätigkeit ausübt. So gesehen — und nur so gesehen — 
ist letztere eine geistige Tätigkeit, kann man von der körperlichen Arbeit des Arbeiters 
sprechen. Schließlich hat die Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern eine gesell 
schaftliche und politische Färbung (und Wertung) erfahren, die für die Ideologie des Klassen 
kampfes von Bedeutung war. 
Wenn es heute üblich ist, allgemein von Mitarbeitern zu sprechen, so liegt darin mehr als 
eine äußerliche Gleiohsetzung beider Gruppen von Arbeitenden. Es soll vielmehr zum Aus 
druck gebracht werden, daß sowohl die Angestellten als auch die Arbeiter die Mitarbeiter des 
Wirtschafters (Unternehmers) sind und zusammen mit letzterem die Betriebsgemeinschaft 
(B V) bilden. 
Wir haben es im folgenden mit den kaufmännischen Angestellten zu tun. 
Sie heißen kaufmännische Angestellte, weil sie zuerst in den Handelsbetrieben 
aufkamen und hier dem Kaufmann in der Ausübung seiner Tätigkeit helfen 
(s. u.). Von dem Wirtschafter (Unternehmer) unterscheiden sich die Angestellten 
dadurch, daß sie 1. nicht die eigentliche Unternehmertätigkeit ausüben, wenn sie 
auch häufig in allernächster Nähe davon tätig sind; 2. daß sie demzufolge auch 
nicht das Risiko tragen, also nicht am Kapital und am Gewinn beteiligt sind; 
3. daß sie in der Regel eben die in größerem oder geringerem Umfang anfallenden 
Nebenarbeiten zu verrichten haben und 4. daß sie für diese Tätigkeit ein im voraus 
festgelegtes Entgelt beziehen, das in der Regel für den Monat (oder das Jahr) be 
rechnet wird. Von dieser Arbeitsabgrenzung können Ausnahmen Vorkommen, so 
wenn ein Wirtschafter (Unternehmer) die Einsicht aufbringt, einen mehr oder we 
niger großen Teil der (entscheidenden) Unternehmertätigkeit eben einem seiner 
Mitarbeiter (Angestellten) zu überlassen. Die oben (A II) näher gekennzeichnete 
Unterscheidung von Grund- und Nebenarbeit — Artverwandtschaft — läßt ein 
solches Übergreifen leicht zu. Rechtlich sind auch die Vorstandsmitglieder der 
Aktiengesellschaft Angestellte; ihnen sind jedoch ausdrücklich die Aufgaben des 
Unternehmers übertragen worden (BI). 
Das Bedürfnis, Hilfskräfte für die Verrichtung kaufmännischer Arbeiten heranzuziehen, 
läßt sich in größerem Umfang erst zu Beginn des ausgehenden Mittelalters für die damaligen 
großen Handelshäuser (Oberitalien, Süddeutschland) feststellen. Für den Einkauf und Ver 
kauf waren Reisediener erforderlich; Faktoren waren die Verwaltung der Filialen und die Ver 
tretung an fremden Orten übertragen; Buchhalter übernahmen die Vermögensrechnung, Kon 
toristen die laufenden Schreibarbeiten; für den Einzel verkauf gab es sog. Ladendiener. Als 
Beispiel für das Ausmaß kaufmännischer Arbeiten sei aus dem Geschäftsbetrieb der Fugger 
das Folgende angeführt (Opitz: Die Fugger und Welser, Berlin 1906): 
„Dem Haupthause Augsburg unterstanden 17 Faktoreien in den bedeutendsten Städten 
Europas. Jedes Zweiggeschäft hatte einen Faktor als Vorstand, dessen Hauptaufgabe der 
schriftliche Verkehr mit dem Haupthause war. Unter ihm stand der Buchhalter, dazu kamen 
nach Bedarf andere Hilfskräfte. Von dem spanischen Faktor, der am Hofe des spanischen 
Königs seinen Sitz hatte, wird berichtet, daß ihm Güterverwaltung, Steuererhebung, Getreide- 
und Warenhandel, Geldgeschäfte und überseeische Unternehmungen unterstanden.“ 
Es ist kennzeichnend, daß sich in der Art der Aufgliederung der kaufmännischen Arbeit 
wie in dem Verhältnis der Angestellten zu ihrer Arbeit und zum Betriebe überhaupt sich in 
den nächsten 300 Jahren kaum etwas geändert hat, wovon die beiden Kaufmannsromane 
(Freytag: Soll und Haben; Th. Mann: Die Buddenbrooks) Zeugnis ablegen. 
Die Lage verändert sich mit einem Schlage mit der Entwicklung der Technik, dem Auf 
kommen des industriellen Großbetriebs und der Massenerzeugung von Gütern aller Art; der 
kaufmännische Angestellte hält seinen Einzug in die Industriebetriebe. Ihm wird jetzt der 
Einkauf und die Lagerung der Roh- und Hilfsstoffe übertragen; er hilft bei den Vorarbeiten 
zur Herstellung wie bei der Fertigstellung der Betriebsrechnungen (Kalkulation) mit; er wird 
in den Dienst der Lohnabrechnung und -auszahlung gestellt und besorgt vor allen Dingen den 
Verkauf der Erzeugnisse sowie den Schriftwechsel mit Lieferanten und Kunden; die Zusammen 
fassung aller Rechnungen über Mengen und Werte wird ihm in der Hauptbuchhaltung über 
tragen. Auch die neuen, durch den Großbetrieb entstehenden Aufgaben: Organisation, Kon 
trolle, Personalverwaltung werden größtenteils von kaufmännischen Angestellten erledigt. So 
nimmt die Zahl der kaufmännischen Angestellten in den Industriebetrieben (insbesondere seit 
1882) sprungweise zu.
	        

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Die Reichseisenbahnen. Verlag von Julius Springer, 1919.
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