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Arbeiterschaft und Kolonialpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Arbeiterschaft und Kolonialpolitik

Monograph

Identifikator:
1762969653
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-142432
Document type:
Monograph
Title:
Banking standards under the federal reserve system
Place of publication:
Chicago
Publisher:
A. W. Shaw Company
Year of publication:
1928
Scope:
xxxviii, 420 Seiten
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Arbeiterschaft und Kolonialpolitik
  • Title page
  • Kolonien als Einwanderungsgebiete
  • Die handels- und wirtschaftspolitische Bedeutung der Kolonien
  • Das Eingeborenenproblem
  • Braucht Deutschland Kolonien ?
  • Die Aufgaben der Internationale
  • Contents

Full text

wären, wie ist es dann zu erklären, daß die größte Kolonial- 
macht der Erde seit dem Kriege noch niemals weniger als eine 
Million Arbeitsloser, sehr oft aber erheblich mehr gezählt hat? 
John Maynard Keynes stellt (im ‚Wirtschaftsdienst‘‘ vom 
22. Oktober 1926) fest, daß die englische Industrie ein zusätz- 
liches Betriebskapital von 100000 Pfund nötig habe, um die 
englische Bevölkerung in „angemessenem Ausmaße‘‘ zu be- 
schäftigen. Die City aber zieht es vor, ihr Kapital in den Län- 
dern des jüngeren Kapitalismus zu investieren, wo, wie Hilfer- 
ding treffend nachgewiesen hat, die Profitrate höher ist als in 
den hochkapitalistischen Ländern.‘ Die Kolonien wirken also 
nicht arbeitslosenvermindernd, sondern sie verhindern im 
Gegenteil das Sinken der Arbeitslosenziffern. 
Als Einwanderungsgebiete kommen überhaupt nur die 
„Arbeitskolonien“ in Betracht, wie Kautsky diejenigen 
kolonialen Gebiete genannt hat, die auf der Arbeit der aus dem 
Mutterland ausgewanderten Arbeiter und nicht auf. der der 
Eingeborenen (die Kautsky Ausbeutungskolonien nennt) be- 
ruhen. Wenn Kautsky schon im Jahre 1907 diesen Teil der 
Kolonien als den allergeringsten bezeichnete, da die als Arbeits- 
kolonien in Betracht kommenden Gebiete, wie die Vereinigten 
Staaten, Kanada, Südbrasilien, Argentinien, Chile, Australien, 
Südafrika, bereits besetzt und zu selbständigen Staaten gewor- 
den sind, so haben sich seit 1907 die Verhältnisse noch weit 
mehr in dieser Richtung verschoben. Und schon vor dem Kriege 
kamen die deutschen Kolonien als Einwanderungsgebiete für 
deutsche Arbeiter kaum in Betracht. Von 28075 Deutschen, 
die 1905 über deutsche und fremde Häfen auswanderten, gingen 
27 202 nach den Vereinigten Staaten, 84 nach Australien und 
57 nach Afrika. Nach Asien kein einziger. 1909 sind nach 
Australien, Afrika und Asien zusammen 204 Deutsche aus- 
gewandert. Wie die Kolonien als Arbeitsgelegenheiten für die 
deutschen Arbeiter gewertet werden können,scheint nach diesen 
Zahlen also rätselhaft. 
Nicht anders liegt es nach dem Kriege mit den Wanderungs- 
verhältnissen Englands. Von den 319 Millionen Einwohnern 
Indiens sind rund 200 000 Engländer, von ihnen 70.000, also 
nahezu ein Drittel, Soldaten. - 
Die Einwanderung von England nach Kanada ist von 1903 
bis 1925 gesunken von 384 000 auf 85 000 jährlich. Die zu- 
nehmende Industrialisierung hat in den Kolonien zu ähnlichen 
Ergebnissen geführt wie in Europa. Einer steigenden Kapital- 
investition steht eine sinkende Arbeiterzahl gegenüber. In der 
kanadischen Industrie waren 1919 578 733 Arbeiter beschäftigt, 
1922 nur noch 462 573. Dagegen war das angelegte Kapital von 
2933 auf 3126 Millionen Dollar gestiegen. ; 
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Graf Georg Kankrin in Nationalökonomischer Und Finanzwirtschaftlicher Beziehung. Buchdruckerei “Lituania”, 1914.
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