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Die wirtschaftliche Konzentration

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Konzentration

Monograph

Identifikator:
1779735448
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-164166
Document type:
Monograph
Author:
Gruntzel, Josef http://d-nb.info/gnd/121546470
Title:
Die wirtschaftliche Konzentration
Place of publication:
Wien
Publisher:
Springer
Year of publication:
1928
Scope:
78 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Die Begriffsbildung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Konzentration
  • Title page
  • Contents
  • 1. Die Begriffsbildung
  • 2. Betrieb
  • 3. Die Unternehmung
  • 4. Die Ursachen der Konzentration
  • 5. Die Formen der Konzentration
  • 6. Die Sammelunternehmung
  • 7. Die Kapitalsanlagevereinigung
  • 8. Die vertikale Konzentration
  • 9. Die horizontale Konzentration
  • 10. Teilweise und vollständige Konzentration
  • 11. Der vertragsmäßige Zusammenschluß
  • 12. Zusammenschluß durch Aktienerwerb oder Aktientausch
  • 13. Der Zusammenschluß durch Bildung einer Haltegesellschaft
  • 14. Der Zusammenschluß durch völlige Verschmelzung
  • 15. Das Kartell
  • 16. Der Trust
  • 17. Die Interessengemeinschaft
  • 18. Die Fusion
  • 19 Die Zwangsorganisation
  • 20. Die internationale Organisation
  • 21. Die Wirkungen auf die Produktionskosten
  • 22. Die Wirkungen auf die Preise
  • 23. Die Wirkungen auf die Arbeiter
  • 24. Die Versuche einer gesetzlichen Regelung
  • Index

Full text

34 2' Abschnitt. Grundlegung u. Ausbau der Sozial- u. Wirtschaftspolitik. 
eine Stärkung des Zusammenhalts und dainit der Leistnngs- imb Konkurrenzfähigkeit 
des Handwerks erwarteten, so ist dies schon aus dem Grunde zu sehr verallgemeinert 
und daher eine Illusion, weil bei dieser Annahme zu hohe Ansprüche an die Selbst- 
verwaltungskörper kleiner Plätze, sowie an den Gemeinsinn, die Einsicht und Tatkraft s 
der kleinstädtischen Handwerker mit unterlaufen. Je kleiner die Plätze, desto primitiver 
die Erwerbsverhültnisse, desto größer der Brotneid und die Gehässigkeit unter den 
Handwerkern; allerdings ist letztere — und das ist zum Teil ein Verdienst der Or- ' I 
ganisation von 1897 — in den letzten Jahreil im Abnehmen begriffen. Aber die 
lnit dem Jnnungsgesetz von 1881 gemachten Erfahrungen bestätigen die schon früher 
feststehende Erfahrung, daß den Innungen nicht die Gemeinnützigkeit, Intelligenz 
und Kraft innewohnt, um als Selbstverwaltungskörper Aufgaben, die über den all- 
tägkichell Erwerb hinausgehen, auf sich nehmen zu können. An den größeren Plätzen 
und in den Jndustriebezirken hat der Zusammenhalt der Sozialdemokratie für die 
Handwerksmeister vieler Gewerbezweige eine größere Anziehlmgskraft als der korpo 
rative Zusammenhalt der Innung. — Für Württemberg war die lokale und zentrale 
Organisation in den Gewerbevereinen und der Kgl. Zentralstelle für Gewerbe und 
Handel seit Jahrzehnten gegeben. 
In Ermangelung dieser Organe gewann in Norddeutschland schon frühzeitig 
der — damals noch vage — Gedanke der Errichtung von Gewerbe- (oder Wirt- 
schasts-)kammern, d. h. einer das Reich umspannenden Organisation und Interessen 
vertretung des Kleingewerbes manche Anhänger. In ganz Süddeutschland konnten 
sich die gewerblichen Kreise weder mit dem Gedanken der lokalen noch der territorialen 
Organisation befreunden. 
Von allgemeinerem Interesse ist an der Zunftagitation ihre antikapita 
listische Wendung. Damit wirft sich von selbst die prinzipielle Frage auf, nämlich: ist 
eine staatliche Rettungsaktion, wohin die Mittelstandspolitik teilweise zielt, möglich 
und aussichtsvoll? 
Mehr und mehr sieht man heute ein, die industrielle Entwicklung treibt dahin, 
1) daß alle gleichförmigen Massenartikel an den Großbetrieb iibergehen, 2) daß durch 
die höheren Ansprüche der Technik und des Konsums, mit den Veränderungen 
in den Bedürfnissen und im Geschmack der Käufer, durch das Aufkommen neuer 
Maschinen, Arbeitsmethoden und Rohstoffe die gewerblichen Produttions- und Ab 
satzverhältnisse einem fortwährenden Wechsel unterworfen sind. Leben heißt heute An 
passung; ohne Anpassung und Unterordnung gibt es im Daseinskampf kein Voran 
kommen mehr. Dieser unabwendbaren Tatsache, der gegenüber jede Regierung macht 
los ist, wollten die Jnnungsfreunde nicht Rechnung tragen Z. 
Von Anfang an mußte deshalb die Jnnungsagitation verfehlt sein. Sie war 
zudem auf Erlangung von Vorrechten gerichtet, wollte aber von Opfern nichts wissen. 
Genossenschaftlich handeln heißt nicht allein Vorteile beanspruchen, sondern auch Opfer 
im Interesse des Ganzen bringen; hiezu aber ist das Handwerk in seiner heutigen 
Gestalt weder willens noch überhaupt imstande: ein Beweis dafür ist die Stellung 
i) Erst in den letzten Jahrzehnten lieferte hiezu der Versuch der österreichisch-ungarischen Re 
gierung mit der Wiedereinführung des Befähigungsnachweises den Experimentalbeweis: nachdem 
der Jnnungszivang dort zwei Jahrzehnte wieder in Kraft ist, leitet man heute wieder eine staat 
liche Enquete über die Ursachen des Niedergangs von Gewerbe und Handel ein.
	        

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Der Gesetzgeberische Ausbau Des Deutschen Reiches Und Seine Wirtschaftlichkeitspolitik. Krais, 1906.
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