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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

Die Tatsachen der Sympathie. 
111 
Näheres über „Annahme“ und Ablehnung $ 11, und 20,,. 
Literatur: Grundlegend Max Scheler, Zur Phänomenologie und Theorie 
der Sympathiegefühle, Halle 1913. Zweite Auflage u. d. Titel: Wesen und Formen 
der Sympathie. Bonn 1923. Ferner E. Kramer, Das Phänomen des Mitgefühls in 
der modernen Philosophie, Kölner Dissert. 1922 (Behandelt Schopenhauer und 
Niegösche). — Zur Theoriegeschichte: K. von Orelli, Die philosophischen Auffas- 
sungen des Mitleids. 
10. Die Nachahmune. 
Inhalt: Die universell verbreitete Nachahmung ist zum Teil eine wegen ihrer 
fördernden Wirkungen gewählte Verhaltungsweise. In der Hauptsache aber ist sie 
triebhafter Natur. Und zwar beruht sie, von einer geringen Zahl instinktiv nach- 
geahmter Vorgänge abgesehen, auf einer angeborenen plastischen Anlage, nämlich der 
Disposition, von der Wahrnehmung oder Vorstellung einer Bewegung zu dieser selbst 
überzugehen. Im allgemeinen müssen aber besonders auf höherer Stufe weitere An- 
triebe zum Realisieren dieser Disposition hinzutreten. — Die Nachahmung ist eine 
der wichtigsten Grundlagen für die Erhaltung der Kultur, d. h. für ihre Überliefe- 
rung an die nächste Generation. An Stelle einer bewußten Erziehung ist auf tieferer 
Stufe immer mehr eine unwillkürliche schrittweise Nachahmung der Lebensführung 
der Erwachsenen durch die Kinder zu konstatieren. Daß die Nachahmung dabei im 
Effekt sich mit ihrem Vorbilde deckt, ist nicht selbstverständlich. Vielmehr kommen 
auch vielfach Abweichungen davon vor. 
1. Frühere Zeiten wußten von der Nachahmung nicht viel mehr zu 
sagen, als daß sie bei den Affen vorkommt. Man erblickte darin eine 
Art jener Kuriositäten, durch die die Affen überhaupt ausgezeichnet er- 
schienen. Heute wissen wir, daß sie dort nur beschränkte Bedeutung 
hesigt, dagegen im sozialen Leben der Menschheit von ungeheurer Ver- 
breitung wie Bedeutung ist. In der Tierwelt wird die Lebensführung 
in erster Linie durch Instinkte bestimmt. Freilich kann auch für deren 
früheste Betätigung im Einzelleben das Vorbild eine auslösende Bedeu- 
tung gewinnen. So fangen von erwachsenen Tieren abgeschlossene neu- 
geborene Hühner nach den Beobachtungen Lloyd Morgans mit dem Auf- 
picken von Körnern erst dann an, wenn man ihnen mit einer Stecknadel 
die Bewegung vorgemacht hat. Und weiter entsteht auf höheren Stufen 
vermöge einer gewissen beschränkten Plastizität bereits ein Spielraum 
für eine Beeinflussung durch die Umgebung. Hier segt nun die Nach- 
ahmung ein und bringt zustande, daß bereits ein gewisses Maß von Tra- 
dition bei manchen höheren Tierarten besteht. So beruht der Gesang 
der Vögel nur zum Teil auf angeborenen Anlagen, zum Teil erhält er 
sich durch Überlieferung. Wir erkennen das z. B. an den Abweichungen, 
die da entstehen, wo einzelne Tiere Pflegeeltern haben. Ebenso ist die 
Spottdrossel bekannt für ihre Fähigkeit und Vorliebe, die verschieden- 
sten fremdartigen Geräusche nachzuahmen. Anderseits wissen wir auch 
von solchen Pflegeverhältnissen wie demjenigen zwischen Hund und
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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