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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
178263682X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-177433
Document type:
Monograph
Author:
Vierkandt, Alfred http://d-nb.info/gnd/118804472
Title:
Gesellschaftslehre
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Enke
Year of publication:
1928
Scope:
XI, 484 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

125 
denkende Mensch ist immer nur partiell ein solcher. Ein Physiker z. B. 
kann in Fragen der Politik extrem leichtgläubig, ein Großindustrieller 
blinder Anhänger des Spiritismus oder gewisser Lehren des Naturheil- 
verfahrens sein. Die kritische Denkweise ist nicht angeboren, sondern 
nur auf unserer Kulturstufe anerzogen und kommt selbst innerhalb ihrer 
eigentlichen Domäne, der Wissenschaft, der Technik, der Industrie, nicht 
vollständig, auf anderen Gebieten aber stets nur zum Teil oder gar nicht 
zur Herrschaft. 
Die Tatsache der Gläubigkeit ist für den Unterricht und die Erziehung von der 
größten Bedeutung. Die Fähigkeit, den jugendlichen Geist mit Gründen zu erleuch- 
ten, wird in der Regel sehr überschägt. Eine Menge von Lehren, die dem Kinde in 
der Schule mit Gründen versehen mitgeteilt werden, werden nicht wegen ihrer Gründe, 
sondern lediglich kraft der Gläubigkeit des jugendlichen Geistes angenommen. Die 
üblichen Beweise z. B. von der Kugelgestalt und der Drehung der Erde sind viel zu 
schwieriger Natur, als daß sie den mitgeteilten Lehren in der Seele des Kindes wirk- 
lich zu einem logischen Fundament zu verhelfen vermöchten. Und auch auf höheren 
Stufen bis zu dem Unterricht, den Erwachsene erhalten, ist es in abgeschwächtem 
Maße ebenso: ein recht großer Teil der mitgeteilten Lehren wird auch hier ohne 
Nachprüfung, ohne Würdigung der etwa mitgeteilten Begründung hingenommen. Die 
moderne Art der populären Belehrung in Vortrag und Literatur wäre ohne diese 
Tatsache gar nicht begreiflich, denn bei diesen populären Darstellungen kommt die 
Begründung bekanntlich durchweg zu kurz. In abgeschwächtem Maße zeigt sich hier 
dasselbe Verhältnis, das wir oben bei der Tradition feststellten: Anschauungen wer- 
den von der Umgebung übernommen, die man vermeintlich kraft Vernunft und Er- 
fahrung selbst erzeugt hat. 
3. Im einzelnen betrachtet, schwankt bei demselben Menschen 
der Grad der Gläubigkeit der gleichen Person gegenüber sehr stark nach 
der Art des dargebotenen Inhaltes: es gibt hemmende wie auch stei- 
gernde Einflüsse. Hemmend wirken Affekte, deren Richtung den mit- 
geteilten Urteilen entgegengesegßt ist: der leidenschaftliche Mensch hat 
eine starke Neigung, alle Vorstellungen, die seinen Affekten wider- 
sprechen, abzulehnen. Noch wichtiger ist dafür die Entwicklung der Per- 
sönlichkeit: je mehr sich in ihr feste Gewohnheiten des Denkens, einheit- 
liche Systeme der Überzeugung, einheitliche Formen der Bewertung 
herausbilden, je mehr also die einzelnen Bewußtseinsinhalte untereinan- 
der verknüpft werden, desto mehr wird sich Widerspruch erheben gegen 
alles, was diesen Gewohnheiten und Verknüpfungen widerspricht. Maß- 
gebend für den Grad der Hemmung ist hier also der Grad, den der Zu- 
sammenhang des Bewußtseins erreicht hat: was sich in ihn nicht einfügt, 
wird grundsäglich abgelehnt. — Verstärkend wirken anderseits die ent- 
gegengesegäten Ursachen. Behauptungen z. B., die in der Richtung des 
Vorstellungsinhaltes eines starken Affektes liegen, wie etwa Verdächti- 
gungen der Treue bei einem Eifersüchtigen, finden einen besonders gün- 
stizen Boden. Ebenso Mitteilungen. die dem Zusammenhang des Be-
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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