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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Monograph

Identifikator:
1782637850
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-178813
Document type:
Monograph
Author:
Westergaard, Harald http://d-nb.info/gnd/117574163
Nybølle, Hans Cl. http://d-nb.info/gnd/127386696
Title:
Grundzüge der Theorie der Statistik
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl.
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1928
Scope:
640 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Kapitel. Die Geschichte der Statistik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

64 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. [822 
Pflichten bewußte Staatsgewalt sich wieder bildete, hat sie Versuche der einheitlichen 
Ordnung gemacht. Die Fürsten der großen deutschen Territorien haben Anläufe in 
dieser Richtung feit dem 16. Jahrhundert, die Könige von Frankreich seit Ludwig XI. 
unternommen. In Preußen freilich wagte erst Friedrich Wilhelm J. für die Mark 
Brandenburg 1718, erst Friedrich II. für Schlefien 1781 Maß und Gewicht der Haupt⸗ 
stadt der ganzen Provinz aufzuzwingen. Viele solche Gesetze sind lange auf dem Papier 
geblieben, wie selbst das neue metrische System in Frankreich weder von der Revolution, 
noch von Napoleon J., sondern erst von Louis Philipp 183752.40 wirklich ganz durch⸗ 
geführt wurde. Die meisten deutschen Staaten haben je für sich einheitliche Maß-— und 
Gewichtssysteme erst von 1806—858 erhalten; das nieberosterreichische Maß wurde erst 
7858 in ben anderen Kronländern Hsterreichs eingeführt. Um welchen Wirrwarr es 
fich da handelte, zeigt die Thatsache, daß das badische Gesetz vom 10. November 1810 
112 verschiedene Ellen, 92 verschiedene Flächen- und Feldmaße, 65 verschiedene Hohl⸗ 
maße, 168 verschiedene Fruchtmaße, 128 verschiedene Ohm— und Eimermaße, 63 ver— 
schiedene Wirts- und Schenkmaße und 80 verschiedene Pfundgewichte beseitigte (Hauschild). 
Es gab in Deutschland Ellen von 55—88 Centimeter, Scheffel von 28 bis über 
200 Liter. In der Handels- und Meßstadt Frankfurt a. M. gab es 1800 noch 18 
ganz verschiedene Gewichte für verschiedene Waren. In England waren nach dem 
Report von 1862 noch Bushel von 40 - 488 Pfd. und Ruthen von 16,6—36 Fuß im 
Gebrauch. 
Jinmer darf man nicht vergessen, daß der ältere Zustand erträglich war, so lange 
der Verkehr ein ganz überwiegend lokaler blieb, und. so lange die vorhandenen Maße 
und Gewichte, ganz mit den lokalen Sitten verwachsen, allgemein durch eine strenge 
Überwachung, durch allerlei Zunst- und Marktkontrollen in der Anwendung garantiert 
waren. Seit aber der Verkehr und die interlokale Arbeitsteilung so sehr wuchsen, und 
seit zugleich mit der Gewerbefreiheit auch eine erhebliche Zahl der alten Kontrollen 
alles Verkehrs fielen, wurde der Zustand immer unerquicklicher, wurde die Vereinheit— 
lichung des Maß- und Gewichtssystems für größere Staaten und Staatenvereine, sowie 
die durch besondere Verwaltungsbehörden, Polizei und Strafe zu garantierende Durch⸗ 
führung technisch vollendeter Maße und Gewichte eine vollswirtschaftliche Lebensfrage. 
In Deutschland hatte zuerst das preußische Gesetz vom 16. Mai 1816 für ein 
großes Gebiet diese Ziele ins Auge gefaßt, hatte die wichtigsten Maßgrößen einheitlich 
sür den preußischen Staat festgesetzt, die Herstellung guter Urmaße angeordnet, die 
Organisation der Aichungsbehörden, denen die Durchfuͤhrung und Kontrolle obliegt, 
vorgeschrieben und die entsprechenden Vorschriften über die Verwendung der Maße und 
Gewichte im öffentlichen Verkehr gegeben. Seit dem Zollvereinsvertrag erstrebte man 
eine Bereinheitlichung für die Zollvereinsstaaten und Deutschland an; man einigte sich 
1837 und 1857 über ein einheitliches Münzgrundgewicht, 1839 über das gemeinsame 
Zollgewicht, das später zugleich einheitliches Post- und Eisenbahngewicht und 1857 
dis 1860 auch meist Landesgewicht wurde. Nach Gründung des Norddeutschen Bundes 
gelangte man am 17. August 1868 zur einheitlichen Maß- und Gewichtsordnung, die 
heute besteht, deren Durchführung durch eine Reihe von Landes- und Bundes—-, resp. 
steichsgesetzen und Verordnungen garantiert ist. Man hat dabei in der Hauptsache 
das metrische System adoptiert, das in Frankreich 1789-1803 in der Meinung ent⸗ 
standen ist, man habe in seiner Grundlage, dem Meter, ein unveränderliches Naturmaß, 
ein Zehnmillionstel des Erdquadranten. Spätere Messungen haben gezeigt, daß dies 
nicht richtig ist. Aber die inneren Vorzüge des einheitlichen Systems, das aus dem 
Meter zuͤgleich alle Flächenmaße und aus dem mit Wasser gefüllten Cubus des Zehntel 
Meters Hohlmaß und Gewicht, Liter und Kilogramm hersiellte, und das durch diefe 
Einheit und seine decimale Anordnung alle Rechnung so sehr erleichterte, hat zu seiner 
Einführung in mehreren hauptsächlich romanischen Ländern, dann in Deutschland, zu 
jeiner teilweisen Benützung in allen Ländern geführt. Und seit es 1878 gelungen ist, 
ein internationales Institut fuür Maße und Gewichte in Paris ins Leben zu rufen, das 
allen beteiligten Staaten ganz zuverlässige und vräcise Urmaße und Gewichte liefert,
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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