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Kartelle

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Bibliographic data

fullscreen: Kartelle

Monograph

Identifikator:
1831288826
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-230774
Document type:
Monograph
Author:
Passow, Richard http://d-nb.info/gnd/116052732
Title:
Kartelle
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
176 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Der Kartellgriff
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Kartelle
  • Title page
  • Contents
  • I. Der Kartellgriff
  • II. Über Geschichte und Anwendungsgebiet der Anbieterkartelle

Full text

71 
keit der einzelnen, ihre Produktion und das Angebot ihrer Waren zu mindern, heißt Auf- 
hebung der Vereinzelung durch die Organisation. Die Arbeiter selbst haben dies als- 
bald herausgefunden. Sie haben es weit früher entdeckt wie unsere großen Betriebe, 
in denen enorme Kapitalien fixiert sind, die bei rückgehender Nachfrage zurückzuziehen 
gleichfalls unmöglich ist. Lange bevor diese ihre Koalitionen schlossen, um durch An- 
passen der Produktion an die Nachfrage den Preis auf der Höhe ihrer Kosten zu halten, 
haben die Arbeiter ihre Organisationen zu demselben Zwecke gegründet. Lange vor 
jenen modernen Theoretikern . . . haben sie gewußt, daß der Wert ihrer Arbeit von der 
Menge der Beschäftigungslosen in ihrem Gewerbe bedingt wird. Unbeirrt von der Un- 
fehlbarkeit der individualistischen ökonomischen Doktrin, welche ihnen die Konkurrenz 
predigte, haben sie, durch eine Regelung des Angebots ihrer Arbeit, diese Beschäfti- 
gungslosen zu beseitigen und den ‚„‚Grenznutzen‘‘ ihrer Arbeit zu erhöhen gesucht. 
Die Mittel, mit denen die organisierten Arbeiter die Anpassung des Angebots der Arbeit 
an die Nachfrage erstreben, sind verschiedene, je nachdem es sich um gelernte oder unge- 
lernte Arbeiter handelt. Allen gemeinsam sind: das Streben, alle Arbeiter, welche einer 
bestimmten Beschäftigung nachgehen, in ihrer Organisation zu begreifen; sodann die 
Unterstützung der Arbeitslosen, um ihr Angebot vom Markte zurückzuziehen, und die 
selbständige Handhabung des Nachweises von Arbeit als des Mittels, das Angebot ihrer 
Ware der Nachfrage anzupassen; endlich das Streben, die Arbeitgeber zu einer plan- 
mäßigen Regelung der Produktion zu vermögen, um die durch Geschäftsschwankungen 
hervorgerufene Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Die gelernten Arbeiter, wie dies die alten 
englischen Gewerkvereine und in Deutschland der Buchdruckerverband zeigen, suchen 
außerdem durch Beschränkung in der Lehrlingszahl einer künstlichen Erzeugung be- 
schäftigungsloser gelernter Arbeiter vorzubeugen; den ungelernten Arbeitern fehlt 
naturgemäß dieses Mittel: sie vor allem erstreben durch Minderung der Arbeitszeit 
der Beschäftigten den Unbeschäftigten Arbeitsgelegenheit zu schaffen.“ 
Die S. 3 wiedergegebene Kartelldefinition von Pohle ist absichtlich so weit 
gefaßt, daß auch die Gewerkschaften darunter fallen. ‚,‚Wir fassen — sagt Pohle 
a. a. O. — die Kartelle als eine ganz allgemeine Erscheinung der modernen freien Ver- 
kehrsgesellschaft auf. Unter unsere Definition fallen in gleicher Weise die Gewerkvereine 
der Arbeiter wie die Preisverabredungen der Handwerker und die großindustriellen 
Kartellorganisationen. Ich weiß zwar wohl, daß es nicht üblich ist, die Gewerkvereine 
der Arbeiter als Kartelle aufzufassen, dies darf uns aber nicht hindern, anzuerkennen, 
daß die Gewerkvereine der Arbeiter auf in allen wesentlichen Punkten ganz gleichen 
Grundsätzen aufgebaut sind wie die Kartelle der Fabrikanten. Von beiden wird die 
Politik befolgt, durch Zusammenfassung des Angebots und Einhaltung von Minimal- 
preisen den Markt zu beherrschen.“ 
Später hat Pohle 1) noch einmal ausgeführt: „Ohne Zweifel gehören die 
Arbeiterkoalitionen ebenso wie die Verbände der Unternehmer (Kartelle, Syndikate, 
Konventionen usw.) ihrem Wesen nach zu der Klasse der Monopolbildungsbestrebun- 
gen, — ich sage absichtlich „Bestrebungen‘“ und nicht Monopolbildungen, denn ein 
vollständiges Monopol zu erlangen wird auch den bestorganisierten Unternehmer- oder 
Arbeiterverbänden kaum je gelingen. Aber zwischen dem eigentlichen Monopol und dem 
Zustand völlig freier Konkurrenz gibt es zahlreiche Zwischenstufen, die durch den Zu- 
sammenschluß der Angehörigen eines Berufes mittels mehr oder weniger weitgehender 
Einschränkung des gegenseitigen Wettbewerbes zum Zweck der Erlangung besserer 
) Die gegenwärtige Krisis in der deutschen Volkswirtschaftslehre. Leipzig 1011. 
S. 46 
)
	        

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Kartelle. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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