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Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

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Bibliographic data

Metadata: Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

Monograph

Identifikator:
1834115493
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-222011
Document type:
Monograph
Author:
Lozovskij, Solomon Abramovič
Lozovskij, Solomon Abramovič http://d-nb.info/gnd/104314591
Title:
10 Jahre Rote Gewerkschafts-Internationale
Place of publication:
Moskau
Publisher:
Rote Gewerkschafts-Internationale
Year of publication:
1930
Scope:
47 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Der revolutionierende Einfluß der Komintern
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • 1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
  • 2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
  • 3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts

Full text

Das Phänomen. der Konsolidierung von Zahlungsbilanzsalden. 23 
Ware innerlich wegen der Chance, daß nach Erreichung des Punktes 3 der 
Kurs umschlägt und zu steigen beginnt, sodaß beim „Aussteigen“ aus dem Engage- 
ment mit einem Extranutzen aus Kursgewinn zu rechnen ist. Daß und warum 
es zum Kursumschwung bei Punkt 3 kommt, wird später dargelegt. Dieser zusätz- 
liche Wert muß die Nachfrage nach der an sich bereits normalen Ware vergrößern, 
was bremsend auf den. Kursfall — und in der Konsequenz bremsend auf die Kurs- 
steigerung in Berlin — wirkt. Diese Bremswirkung tritt ein, ohne daß in 
Berlin der Zins steigt. Das ist deshalb wichtig, weil damit eine Brems- 
wirkung gegeben ist, welche des Anziehens der Diskontschraube in Deutschland 
entraten kann. Die Wirkung tritt auch dann ein, wenn sowohl in London wie in 
Berlin sich die Zinssätze ermäßigen! 
Wie im übrigen steigende Zinsen in Deutschland bei gleichbleibendem oder gar 
fallendem Zins in London auf unsere in Frage stehende Wechselkurs-Situation 
wirken, stellt sich, wie schon früher angedeutet, so dar. Zu der Eigenschaft der 
englischen Guthaben in Deutschland als normale Ware und dem zusätzlichen 
inneren Wert wegen Kurschance kommt dann drittens die höhere Verzinsung, 
sodaß mit fallendem Markkurs der innere Wert der Markguthaben progressir 
wächst. Je stärker der Kurs fällt und gleichzeitig der Zins in Berlin größer wird, 
umso größere und sicherere Chancen bieten sich den Käufern. Der Kursfall 
resultiert aus einem Mißverhältnis von Angebot und Nachfrage, aus überwiegen- 
dem Angebot; je mehr er fällt, umsomehr wird das Mißverhältnis verschwinden, 
amsomehr Käufer treten wegen der großen Chance auf, bis endlich mehr Nach- 
frage als Angebot vorhanden ist, das umgekehrte Mißverhältnis vorliegt und der 
Kurs umschlägt. Je stärker der Kurs fällt, umso stärker wird er gebremst, bis sich 
beide Kräfte zunächst die Wage halten und darnach die Bremskraft die stärkere und 
damit die treibende wird, d. h. durch überwiegende Nachfrage der Kurs zu steigen 
beginnt. Es kommen übrigens noch wesentliche andere Kräfte hinzu, um den 
Kurs zu bremsen und zum Umschlagen zu bringen, worüber noch zu sprechen ist. 
Auch von Berlin aus gesehen ergibt sich eine Bremswirkung. Wenn deutsche 
Kapitalisten ihr Geld in englischer Anlage unterbringen wollen, so ist es für sie an 
sich gleich, an welchem Punkte der Kursstrecke 111 oder H—III sie in das 
Engagement „einsteigen‘“‘, weil der Zinsgenuß als Prozentsatz gleich bleibt. 
Sie kaufen Pfunde behaftet mit x Prozent Zinsgenuß; müssen sie für die Pfunde 
einen gestiegenen Preis anlegen, so ist gleichzeitig der Markwert der Zinsen ent- 
sprechend größer. Ihre Käufe sind aber von der Verlustchance bedroht, daß der 
Kurs demnächst bei Kurspunkt III fallen wird, sodaß sie trotz gleichbleibender 
Verzinsung aus diesem Grunde immer mehr als Nachfrage zurücktreten. Umso- 
mehr werden sie zurücktreten, falls inzwischen. die Verzinsungsmöglichkeit für ihr 
Kapital in Deutschland größer wird. Letzteres veranlaßt darüber hinaus Kapital- 
besitzer, die von früher her ihr Geld in englischer Anlage haben, nunmehr aus 
dieser heraus und in deutsche Anlage hineinzugehen, also ihren Pfundbesitz auf 
den Markt zu werfen. Sie tun das umso lieber, weil ihnen inzwischen. ein sehr 
hoher Preis für ihre Pfunde gezahlt wird. Je größer die Zinsdifferenz wird und 
je höher der Pfundkurs steigt, umso stärker wirkt der Anreiz, neue Käufe zu 
unterlassen und aus alten Engagements „auszusteigen‘“‘, sodaß die damit verbundene 
Bremswirkung auf den Kurs zunimmt. 
Hier aber liegt der Gegensatz zu der Bremswirkung in England. Das Miß- 
verhältnis von Angebot und Nachfrage, also die überwiegende Nachfrage, welches Miß- 
verhältnis den Pfundkurs in Berlin steigen ließ, wird durch solche Kaufzurück- 
haltung und Enragementsauflösung nicht ins Gegenteil umschlagen können, da wir
	        

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Reparations-Sabotage Durch Die Weltwirtschaft. Gloeckner, 1928.
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