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Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Bibliographic data

fullscreen: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Monograph

Identifikator:
1891000233
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-260008
Document type:
Monograph
Author:
Held, Adolf http://d-nb.info/gnd/116681667
Title:
Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1881
Scope:
XIV, 775 Seiten
1 Portrait
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Anhang. Belegstellen.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands
  • Title page
  • Einleitung zur sozialen Geschichte Englands von 1760-1832.
  • Erstes Buch. Soziale und politische Literatur von 1776-1832.
  • Zweites Buch. Entwicklung der Grossindustrie.
  • Erster Anhang. Vortrag über Handwerk und Grossindustrie.
  • Zweiter Anhang. Belegstellen.
  • Index

Full text

N. Das Gang- System. 
755 
8, (da es kein ungemischtes Uebel in der Welt giebt) in einigem 
Maass für die Arbeiter, die Dank dem System im Stande sind, 
sich ihr Brod zu erwerben, während sie sonst bei dem jetzigen Zustand 
in Castle Acre theilweise ganz ohne Arbeit sein würden, 
Unvortheilhaft dagegen ist es für die Arbeiter, weil, da der 
Gangmaster die Arbeit nach Stücklohn („by the piece“) zu leisten unter- 
nimmt, es ein Modus ist, in einer gegebenen] Zeit die möglichst grösste 
Arbeitsleistung bei möglichst geringem Lohn zu erreichen, Die Arbeiter 
müssen. so viel leisten, als arbeiteten sie auf eigene Rechnung nach Stück- 
lohn; so haben sie die ganze Mühe dieser Arbeit ohne deren Extrabeloh- 
nung, welchen Nutzen der Gangmaster einsteckt. 
Da der Gangmaster eine bestimmte Arbeit an einem bestimmten Tag 
zu liefern unternimmt (z. B. in einem 5 Meilen entfernten Feld Rüben 
auszumachen), so müssen die Arbeiter, wenn es an dem Tage regnen 
sollte, den Weg umsonst machen, ohne bezahlt zu werden, während sie 
als Hofarbeiter doch irgend eine Art von Arbeit im Hause möglicher- 
weise bekommen oder auch, selbst unbeschäftigt, doch einen halben Tage- 
lohn erhalten würden. 
Oft müssen 6jährige Kinder 5, 6, 7 Meilen zu ihrer Arbeit gehen, 
um im Falle des Regens, ohne etwas zu verdienen, wieder umzukehren. 
Auch werden die Kinder fortwährend in sehr jungem Alter zur Arbeit 
gezwungen und so ist jede Möglichkeit des Schulunterrichts abgeschnitten, 
weil in der natürlicherweise sehr dichten Bevölkerung von Castle Acre 
sehr viele Kinder jeden Alters sind, die man, Dank dem Gangsystem 
streng zur Arbeit anhalten kann. 
Sodann dies in den Worten eines der Zeugen: 
„Wenn die Arbeiter an einem Tage nicht eine bestimmte Arbeits- 
menge leisten, so erhalten sie gar nichts; sie sollen Mann für Mann 
so und so viel als Tagesarbeit liefern. Wenn sie am Morgen fort- 
gehen und sich nur etwas wegen Regens oder irgend einer anderen Ur- 
sache aufhalten, so werden sie nicht bezahlt. Deshalb lassen die Gang- 
masters einen Jeden „short work“ thun und hezahlen sie dann nicht: die 
Arbeit ist aber gethan und dies ist der Vortheil des Gangmasters. Der 
Tag wird in Viertel eingetheilt: halten sie die Zeit aus, so werden sie 
bezahlt; wenn nicht, so erhalten sie nichts.“ 
Da es das einzige Ziel des Gangmasters ist, seinen Contract zu 
halten, so betrachtet er den Arbeiter nur als ein lebendiges Werkzeug, 
das er je nach dessen Arbeitsfähigkeit schätzt; aus diesem Grunde sind 
in einem „Gang“ stets viele Weiber, grösstentheils erwachsene Mädchen, 
deren Moral durch dieses stete Zusammenarbeiten mit jungen Burschen 
sehr Jeidet, mit welchen sie dann Nachts zusammenzutreffen pflegen. 
(Unter 100 „Gang“-Mädchen sind 70 Huren). Wenn die Stelle, wo ge- 
arbeitet werden soll, 10 Meilen oder mehr entfernt liegt, so werden sie 
4RQ *
	        

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Zwei Bücher Zur Socialen Geschichte Englands. Duncker & Humblot, 1881.
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