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Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

Monograph

Identifikator:
833814885
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-28477
Document type:
Monograph
Author:
Baumberger, Georg http://d-nb.info/gnd/119200082
Title:
Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse
Place of publication:
St. Gallen
Publisher:
Hasselbrink
Year of publication:
1891
Scope:
1 Online-Ressource (278 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

761)] Die sozialistischen Lohntheorien. 303 
Kautskhy konnte 1881 sagen: „der Arbeitsertrag habe der Arbeiterklasse, die das Arbeits— 
produkt hervorbringe, zuzufallen“. Die oben schon (S. 273) erörterte Forderung des 
vollen Arbeitsertrages für den Arbeiter war bei den Socialisten bis zu Lafsalle die 
naheliegende Schlußfolgerung. 
Die, welche fie zogen, wollten in stürmisch revolutionärem Geiste das eherne 
Lohngesetz zerbrechen, das Lohnsystem beseitigen, eine gesellschaftliche Verteilung nach 
dem Bedürfnis oder nach der Arbeitszeit oder der Arbeitsleistung an die Stelle setzen. 
Einem Geiste wie Marrx erschien Derartiges doch zu knabenhaft; er will vor allem 
praktisch die Revolution und die Neugestaltung der Produktion durchführen, dann werde 
sich alles Übrige, besonders die neue bessere Entlohnung der Arbeit von selbst finden. 
Er verspottet alle derartigen Phrasen, wie Zerbrechen des ehernen Lohngesetzes, Er— 
kämpfung des vollen Arbeitsertrages; er schafft eine neue eigenartige Theorie über die 
Notwendigkeit des Lohnsinkens und die Verelendung der Massen, die an einzelnen 
Punkten realistischer verfährt als die älteren Socialisten, aber andererseits an dem 
Gedanken der Erzeugung aller Güter und Werte durch die Lohnarbeiter festhält, ihn 
nicht im Detail untersucht, sondern durch künstliche Konstruktionen und mystische Formeln 
zu stützen sucht und maßlos übertreibt. 
Marx' Lohntheorie ist insofern nicht ganz leicht darzustellen, als er selbst 
in seinen Ansichten wesentlich geschwankt hat, resp. teils als fanatischer Doktrinär, teils 
als scharffinniger und wahrheitsgetreuer Berichterstatter schreibt. Ich glaube aber, die 
Grundgedanken des ersten Bandes seines Kapitals, der ja allein auf die Massen gewirkt, 
sind doch auch in dem zweiten und dritten noch enthalien und lassen sich so zusammen— 
fassen: der Arbeiter erhält stets nur seinen gewohnheitsmäßigen Lebensunterhalt; der 
Lohn kann etwas steigen oder fallen je nach der Kapitalbildung, den Sitten, dem 
Gang der Volkswirtschaft, aber das macht nicht viel aus. Der Kern des Problems 
liegt darin, daß aller Wert nur in der Produktionsphase entstehen kann, nicht, wie die 
bürgerlichen Theoretiker meinen, in der Cirkulation. Dabei wird nun aber unter der 
„gesellschaftlich notwendigen Arbeit“, d. h. der dem heutigen Stand der Technik ent— 
sprechenden, bald die Gesamtarbeit aller Beteiligten, bald und häufiger nur die der 
ausführenden Lohnarbeiter verstanden; die Kapitalisten und Unternehmer, die Grund— 
eigentümer und Rentenbezieher werden im Sinne Thompfons als Nichtarbeiter bezeichnet, 
welche das Plus über den Lohn zu Unrecht in ihre Tasche stecken. Die Fiktion Halls, 
daß der Arbeiter eine Stunde für seinen Lohn, sieben für den Mehrwert der Kapitalisten 
arbeite, ermäßigt Marx in die „Unterstellung“, daß der Arbeiter in sechs Stunden so 
viel Wert produziere, daß er und seine Familie davon leben könne, in den übrigen 
sechs aber für seinen Anwender Wert schaffe. Ob und wo dies thatsächlich zutreffe, 
wird nicht untersucht, und die Erscheinung wird dadurch nicht verdeutlicht, sondern 
verdunkelt, daß Marx beifügt, der Arbeitslohn sei nicht, was er zu sein scheine, nämlich 
nicht der Preis der Arbeit, sondern der der Arbeitskraft. Das Lohngesetz der kapi— 
talistischen Epoche wird dahin formuliert: Nachdem durch Raub und Bauernlegung, 
durch Handelsprellerei und Kolonialherrschaft Kapitalisten und Besitzlose entstaͤnden 
sind, müssen fich die letzteren, die Arbeiter, von den ersteren beschäftigen lassen; der 
Arbeiter schafft im halben Tage, was er braucht und als Lohn erhält, muß aber den 
ganzen Tag arbeiten, erzeugt also das Doppelte an Wert, und dieses Plus, diesen 
Mehrwert, das Arbeilsresultat der zweiten sechs Stunden des Tages, steckt der Kapitalist 
ein, dadurch entsteht erst die große systematische Kapitalanhäufung. Dieser grundlegende 
Vorgang erscheint bei Marrbald als etwas Technisch Natürliches, als vdie „Magie“ 
des kapitalistischen Produktionsprozesses, als ein zufälliger Vorieil für die Käufer der 
Arbeit, bald als ein Unrecht, als eine Erpressung. 
Indem nun die Fortschritte der Technik, der Kooperation, der Großindustrie das 
Produkt vermehren, wird durch die Uberlegenheit des Kapitalisten, durch Verlängerung 
der Arbeitszeit, durch Einstellung von Frauen und Kindern statt der Männer, durch 
die Anwendung von Maschinen an Stelle der menschlichen Arbeit neben dem absoluten 
der relative Mihrwert aeschaffen, d. hwird der dobn weiter zu Gunsten des Kapiialisten
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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