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Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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Bibliographic data

fullscreen: Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

Monograph

Identifikator:
883967979
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-3049
Document type:
Monograph
Author:
Gehrke, Franz
Title:
Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag der H. Laupp'schen Buchhandlung
Year of publication:
1906
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 121 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Fundstätten
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland
  • Title page
  • Contents
  • I. Fundstätten
  • II. Die Verhältnisse in Deutschland
  • III. Preisgestaltung

Full text

6 
den Eisenbahnstationen, von dort mit der Bahn nach den Raf 
finerien, die meist an einem Seeufer oder an der Küste lagen 
(Cleveland, New York). 
Da kam ein unternehmender Kopf auf den Gedanken, das 
Rohöl einfach in mehrzölligen Röhrenleitungen (pipe lines) unter 
vollständiger Ausschaltung der andern beiden Transportmittel von 
den Gruben direkt nach den Raffinerien zu pumpen. Nach vielen 
Schwierigkeiten führte er seinen Plan aus. Der Erfolg war so 
glänzend, dass über die alte Art der Beförderung der Stab ge 
brochen war, und der ganze Oeldistrikt war bald mit unzähligen, 
meist aber planlos angelegten pipe lines überzogen. Denn jede 
Raffinerie wollte ihre eigene Leitung haben, um »unabhängig« 
zu sein. 
Diese pipe lines, die oft eine Länge von 500, ja 700 km 
hatten, beförderten das Oel natürlich erheblich billiger, als es 
bei Bahnversandt möglich war. Sie stellten also eine grosse Ge 
fahr für die Standard Oil Co. (St. O. C.), Rockefellers Gründung 
und die mit ihr verbündeten Bahnen dar. Es musste zum Kampf, 
kommen; die St. O. C. zögerte nicht, ihn aufzunehmen. Unter 
der Hand verschaffte sie sich die Kontrolle über die United pipe 
line, schloss sie 1874 neue Verträge mit den drei beteiligten, 
ihr unterworfenen Bahnen, und in einem unerhörten Tarifkriege 
und gedeckt durch beispiellose Refaktien brachte sie innerhalb 
Jahresfrist das ganze Rohrleitungsgeschäft in ihre Hand und 
schaffte sich dadurch eine festere Stellung als je zuvor. 
Soweit gekommen, hielt sie unter den pipe lines zunächst 
fürchterliche Musterung, räumte unter dem Chaos gehörig auf und 
verschmolz die vielen kleinen Einzelleitungen zu einigen wenigen 
grossartigen Systemen. Jetzt ist sie imstande, ihren gesamten 
Oeltransport durch sie zu bewerkstelligen. Die Kosten sollen 
sich auf nur 5—7 Cents per Fass belaufen. 
Auch der überseeische Transport erhielt durch die St. O. C. 
eine neue Grundlage. Während das Oel früher auf Seglern in 
Fässern nach Europa geschafft wurde, begann man Anfang der 
80 er Jahre nach dem Vorgehen Nobels in Russland (erster Tank 
dampfer 1879) mit dem Bau von Seetankdampfern, die das Oel 
lose aufnahmen und über das Meer brachten. Die Minderkosten 
gegen die frühere Art der Beförderung stellen sich nach Brackel- 
Leis (S. 350) auf Mk. 3.11 per 100 kg. Die Differenz ist aber 
wohl wesentlich grösser, da die St. O. C. mit vollständig amorti
	        

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Die Neuere Entwicklung Des Petroleumhandels in Deutschland. Verlag der H. Laupp’schen Buchhandlung, 1906.
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