Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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ermöglichte,  den  Bedarf  zu  wesentlich  billigeren  Preisen  als  vorher
zu  decken.  Die  Basis,  auf  der  gekauft  wurde,  war  14  Pfennig  für
das  Liter;  die  Preise  der  Amerikaner  20—22  Pfennig.  Durch  die
Unterstützung  der  „Olex"-Petroleumgesellschaft  durch  die  Konsum-Vereine
  konnte  diese  nicht  nur  bei  den  Württembergischen  Konsum-Vereinen,
  sondern  auch  bei  den  übrigen  Detailhändlern  in  Württemberg ­
  festen  Fuß  fassen  und  den  Amerikanern  das  Feld  streitig  machen.
Letztere  suchten  allerdings  mit  allen  möglichen  Mitteln  ihren  Gegner
zu  verdrängen.  Durch  Zeitungen,  Plakate  usw.  wurde  das  galizische
Petroleum  für  minderwertig  erklärt.  Die  Konsumvereine  aber  stellten ­
  sich  auf  Seite  der  „Olex"-Petroleumgesellschaft  und  suchten  die
Mitglieder  über  das  Vorgehen  der  Amerikaner  aufzuklären.  Auch
in  den  nächsten  Jahren  machten  die  Württembergischen  Einkaufsvereinigungen ­
  wieder  günstige  Abschlüsse  mit  der  „Olex"-Petroleumgesellschaft.
  Sie  sparten  dadurch  viele  Tausende  von  Mark.  Das  ging
so  bis  zum  vorigen  Jahre,  wo  mit  der  „Olex"  Vertragsabschlüsse ­
  nicht  mehr  so  leicht  gemacht  werden  konnten.  Sie  war  mit
den  Amerikanern  jetzt  einig.  Die  „Olex"  hat  sich  in  einigen  Bezirken
zurückgezogen,  die  Amerikaner  in  verschiedenen  anderen  Bezirken.  Das
weitere  bleibt  abzuwarten.
Das  Beispiel  zeigt  uns  jedenfalls,  was  Einkaufsvereinigungen
vermögen.  Durch  ihre  Unterstützung  war  es  möglich,  daß  die  österreichische ­
  Petrolenmgescllschaft  mit  einem  Schlage  festen  Fuß  faßte,
während  sie  sonst  vielleicht  erst  allmählich  oder  gar  nicht  die  amerikanische ­
  Konkurrenz  überwunden  hätte.  Die  organisierten  Konsumenten ­
  Württembergs  hatten  einen  ungeheuren  Nutzen  durch  das  Vorgehen ­
  ihrer  Organisationen? 2 )
Der  Leiter  einer  Einkaufsvereinigung  wies  mich  auf  einen  andern
interessanten  Fall  hin.  Hier  handelte  es  sich  um  den  Einfluß  der
Einkaufsvereinigung  auf  eine  Mißernteklausel.  In  den  Verhandlungen ­
  vor  Tätigung  der  Abschlüsse  in  Sauerkraut  wurde  erreicht,
daß  die  Sauerkrautfabrikanten  die  aufgestellte  Mißernteklausel  insoweit ­
  fallen  lassen  mußten,  als  sie  den  Vereinen,  unbekümmert  um
den  Ernteertrag,  eine  Lieferung  von  mindestens  50o/o  des  gekauften
Quantums  garantierten.
Neben  diesen  spezifischen  Vorteilen  der  Einkaufsvereinigungen
kommen  noch  eine  Reihe  von  anderen  in  Frage,  die  mit  dem  Einkauf
selbst  nichts  zu  tun  haben.

32 )  Zuerst  wurde  der  Petrvleumkampf  mit  Erfolg  von  der  Hessen-Hessen-Nassauischen
  Einkaufsvereinigung  ausgesuchten.
            
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