Full text : Die Fabriksparkasse

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lieh  auch,  um  den  jugendlichen  Arbeitern  einen  gewissen
Teil  ihres  Verdienstes  den  in  manchen  Fällen  zu  weitgehenden ­
  Ansprüchen  ihrer  Eltern  gegenüber  zu  sichern,
wurde  die  Einrichtung  ins  Leben  gerufen.  Die  Möglichkeit ­
  des  Sparens  bei  den  jungen  Leuten  ergibt  sich  vor
allem  daraus,  daß  sich  bei  der  Entwicklung  der  modernen
Arbeitsweise  der  Verdienst  des  jugendlichen  Arbeiters
rasch  dem  des  älteren  und  verheirateten  Arbeiters  nähert
und  er  somit  in  der  Lage  ist,  unter  allen  Umständen  von
seinem  Lohne  etwas  zurückzulegen.  Die  Bergische  Stahlindustrie ­
  führte  auf  Grund  der  Arbeitsordnung  den  Sparzwang ­
  für  jugendliche  Arbeiter  bis  zum  25.  Lebensjahr
ein,  und  es  wurde  bestimmt,  daß  etwa  5  Prozent  vom  Verdienst ­
  eingehalten  werden  sollten.  Die  übrigen  Arbeiter
konnten  die  Einrichtung  freiwillig  benutzen.  Die  eingehaltenen ­
  Beträge  werden  vierteljährlich  der  Städtischen
Sparkasse  überwiesen,  die  die  Guthaben  der  Sparer  mit
4  Prozent  verzinst,  während  die  Bergische  Stahlindustrie
eine  Zuschußprämie  von  2  Prozent  gibt.  Am  1.  Oktober
1889  waren  200  Sparer  mit  einem  Gesamtguthaben  von
11656,96  M.  beteiligt.  Die  Anzahl  der  Sparer  hat  sich
bis  heute  verzehnfacht  und  beträgt  2000  bei  einer  fünffach ­
  größeren  Arbeiterschaft.  Wenn  auch  regelmäßig
eine  Reihe  von  Beträgen  zurückgezogen  wird,  so  haben
diese  nach  Ansicht  des  Referenten  zum  größten  Teile  ihre
Zweckbestimmung  gefunden  und  sind  für  notwendige
Anschaffungen  benutzt  worden.
In  der  Aussprache  über  die  Jugendsparkassen  wurden
noch  verschiedene  Einrichtungen  verwandter  Art  von  Vertretern ­
  einzelner  Werke  näher  geschildert,  so  u.  a.  diejenige ­
  des  Alexanderwerks  A.  von  der  Nahmer  in
Remscheid,  der  Firma  H.  Levin  in  Göttingen,  der  Kaiserlichen ­
  Werft  in  Kiel,  der  Firma  Th.  Goldschmidt  in
Essen  und  andere.  Von  wichtigeren  Gesichtspunkten
wurde  zunächst  die  Frage  behandelt,  ob  es  überhaupt
richtig  und  zweckmäßig  sei,  einen  Sparzwang  für  die
jugendlichen  Arbeiter  einzuführen.  Einige  Redner  wiesen
nachdrücklich  darauf  hin,  daß  man  die  Mitwirkung  und
das  Einverständnis  der  Eltern  in  dieser  wichtigen  Frage
unmöglich  umgehen  könne.  Es  seien  Fälle  denkbar  und
auch  durchaus  nicht  selten,  in  denen  die  Eltern  den  Verdienst ­
  der  Kinder  nicht  entbehren  könnten;  auch  könne
in  erziehlicher  Hinsicht  auf  die  Jugendlichen  ohne  die
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