Full text : Die Fabriksparkasse

Heute  sind  43  Prozent  der  Arbeiterschaft  und  73  Prozent
der  in  Frage  kommenden  Beamten  der  Gußstahlabrik
Sparer  mit  einem  Gesamtbeträge  von  7674663  M.
Auch  die  Firma  Levin  in  Göttingen  hat  nach  den
Mitteilungen  des  Herrn  Prokuristen  Behrens  außerordentlich ­
  günstige  Erfahrungen  mit  ihrer  Spareinrichtung ­
  gemacht.  An  jeder  Lohnzahlungsstelle  sitzt  ein
kaufmännischer  Beamter,  der  Sparbeträge  entgegennimmt.
Diese  werden  samt  einem  Zuschüsse  der  Firma  an  die
städtische  Sparkasse  abgeführt.  Heute  besitzen  98  Prozent
der  Arbeiter  ein  Sparkassenbuch.
Großes  Interesse  erweckten  die  Mitteilungen  des  Llerrn
W.  Korff,  Mitinhabers  der  durch  ihre  Wohlfahrtseinrichtungen ­
  rühmlichst  bekannten  Firma  David  Peters  &  Cie.
in  Neviges  bei  Elberfeld.  Dort  besteht  schon  seit  Jahren
eine  Zwangssparkasse  für  alle  Arbeiter,  und  es  ist  bemerkenswert, ­
  daß  sie  sich  noch  bis  heute  der  vollen  Zustimmung ­
  der  gesamten  Arbeiterschaft  erfreut.  Durch
diese  Sparkasse  ist  auch  die  Möglichkeit  eines  Ausgleichs
der  Lohnschwankungen  bei  Arbeitseinschränkung  gegeben,
da  dann  die  Sparabzüge  unterbleiben.
Die  Aussprache  über  die  Spareinrichtungen  für  Erwachsene ­
  ergab  vor  allem  die  Notwendigkeit  einer  möglichst ­
  günstigen  Verzinsung  und  einer  ständigen  Propaganda ­
  der  Spareinrichtung  und  planmäßigen  Erziehung
zum  Sparen.  In  dieser  Beziehung  waren  die  Mitteilungen
des  Herrn  Max  Bahr,  Inhabers  der  Jutespinnerei  und
Weberei  in  Landsberg  a.  W.,  von  besonderem  Interesse.
Die  Firma  gewährte  anfangs  für  die  ersten  100  M.
6  Prozent  Zinsen  und  für  jede  weiteren  100  M.  5  Prozent.
Später  wurden  für  die  ersten  100  M.  8  Prozent  und  für  die
weiteren  6  Prozent  gegeben.  Das  hatte  zur  Folge,  daß  der
Sparsinn  ganz  außerordentlich  stieg.  Die  Propaganda
wurde  in  der  Weise  betrieben,  daß  auf  den  Lohndüten
stets  eine  Aufforderung  zum  Sparen  aufgedruckt  ist;
ferner  werden  regelmäßig  Jahresberichte  über  die  Ergebnisse ­
  des  Sparens  verteilt,  die  die  Satzungen  der  Sparkasse
und  gleichzeitig  eine  Tabelle  über  die  Erfolge  des  Sparens
enthalten.  Auf  den  Lohndüten  ist  das  Ergebnis  des
Sparens  in  fünf  Zahlen  abgedruckt.  Hiernach  ergibt  ein
regelmäßiges  Sparen  von  2  M.  bei  jeder  Lohnzahlung  nach
5  Jahren  316  M.,  nach  10  Jahren  747  M.,  nach  20  Jahren
2096  M.,  nach  30  Jahren  4512  M.  und  nach  50  Jahren
            
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