Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Seekanäle.

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Senne  auf  eine  Strecke  von  etwa  10  km  und  mündet  bei  dem  Orte  Klein-Willebroeck,  von
dem  er  den  Namen  des  Kanals  von  Willebroeck  erhalten  hat,  in  den  Rüpel.  An  der  Vereinigungsstelle ­
  mit  dem  Kanal  von  Charleroi  bei  Brüssel  befinden  sich  5  znr  Einfahrt  und
als  Hasen  dienende  Bassins.  Das  Gefälle  von  etwa  15  m  zwischen  diesen  Bassins  und  dem
Rüpel  bei  Niedrigwasser  wird  durch  5  Schleusen  überwunden.  Dieser  Kanal  hat  trotz  seiner
geringen  Tiefe  bereits  eine  große  Bedeutung  gewonnen  und  im  Jahre  1897  einen  Warentransport ­
  von  1600  000  1  vermittelt.  Nunmehr  soll  dieser  Wasserweg  auch  für  Seeschiffe
fahrbar  gemacht  werden,  und  es  hat  sich  nach  Abschluß  der  Verhandlungen  zwischen  Staat,
Provinz  und  Stadtgemeinde  eine  „Anonyme  Gesellschaft  für  den  Kanal  und  die  Seehafeneinrichtungen ­
  von  Brüssel"  gebildet.  Der  Stadt  hat  10,4,  die  Provinz  Brabant  14 1 /2  und
die  Stadt  Brüssel  mit  ihren  Vororten  5  Millionen  Frank  bewilligt,  so  daß  das  Gesamtkapital ­
  der  Gesellschaft  sich  auf  33^2  Millionen  Frank  beläuft.  Die  Statuten  sind  durch
königliche  Erlasse  genehmigt,  und  die  Verwaltung  wird  von  7  durch  die  verschiedenen  beteiligten ­
  Faktoren  erwählten  Mitgliedern  geleitet.
Gegenwärtig  ist  dieser  Verwaltungsrat  mit  der
Enteignung  der  für  die  Kanalanlage  notwendigen
Grundstücke  beschäftigt,  und  man  erwartet  den
Beginn  der  eigentlichen  Arbeiten  schon  für  die
nächste  Zukunft  Der  neue  Kanal  wird  fast  auf
seiner  ganzen  Strecke  den  heutigen  Kanal  von
Willebroeck  benutzen,  dessen  Breite  18  m  und
dessen  Tiefe  auf  5 1 /,,  m  gebracht  werden  sollen,
später  soll  die  Tiefe  bis  6'/.,  m  gesteigert  werden.
Die  Hafenanlagen  in  Brüssel  werden  eine  gänzliche ­
  Umgestaltung  erfahren.  Zunächst  wird  ein
Hauptbassin  angelegt  werden  mit  einer  Fläche
von  11 1  /2  da  und  einer  Tiefe  von  5 1  /. 2  m.
In  dem  Seekaual  von  Heyst  nach  Brügge,
der  alten  Seehandelsstadt,  hat  Belgien  ein  zweites ­
  Werk  dieser  Art  aufzuweisen.  Die  Länge
dieser  künstlichen  Wasserstraße  beträgt  11  km.
Der  Querschnitt  hat  eine  Breite  von  22  m  au
der  Sohle  und  70  m  in  der  Wasserfläche  bei
einer  Tiefe  von  6,15  m.

Chicagoer  Haupt  Entwässert;  nos  Kanal.

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Kaiser  Wilhelm  Kanal.

Nordsee  und  Amsterdam  Kanal,

777777}

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■*L  9,00'
k  2*t>0Q—^
Panama  Kanal.

22  60^

K—21,
Kanal  von  Korinth.
495.  fflncrfdjjiitt*  der  Scckaniitr.

Der  Kanal  von  Suez.  In  dem  Vorangegangenen ­
  haben  bereits  die  Bestrebungen
des  Altertums  zur  Schaffung  einer  Verbindung
des  Mittelländischen  Meeres  mit  dem  Roten
Meer  und  die  wechselvollen  Schicksale  der  geschaffenen ­
  Verbindungen  Erwähnung  gefunden.
Erst  gegen  Ende  des  18.  Jahrhunderts
tauchte  wiederum  der  Gedanke  an  einen  solchen
Kanal  auf  und  zwar  bei  Gelegenheit  der  französischen ­
  Expedition  unter  Napoleon  Bonaparte
nach  Ägypten.  Die  unter  großen  Beschwerden
und  ständigen  Gefahren  von  den  französischen
Ingenieuren  ausgeführten  Nivellements  hatten
das  sonderbare  Ergebnis,  die  Höhenlage  des
Roten  Meeres  zu  10  m  über  dem  Meeresspiegel  des  Mittelländischen  Meeres  zu  bestimmen, ­
  ein  Resultat,  das  jedoch  nicht  der  Wirklichkeit  entspricht.  Im  Jahre  1846  ließ
eine  Gesellschaft  von  Franzosen,  Engländern  und  Österreichern  Vermessungen  vornehmen,
deren  Leitung  in  den  Händen  des  berühmten  Stephenson  lag,  der  gegen  die  Ausführung  des
Kanals  Bedenken  erhob.  Politische  Gründe  und  Eifersüchteleien  zwischen  Frankreich  und
England  ließen  die  Sache  nicht  vorwärts  kommen.  Linant  de  Bellefonds  führte  abermals
eine  Nivellierung  des  Isthmus  aus,  welche  die  Ausführbarkeit  des  Projekts  außer  Zweifel
setzte.  Ferdinand  von  Lesseps,  damals  französischer  Vizekonsul  in  Alexandria,  ist  es  zu
danken,  daß  fortan  der  Gedanke  an  die  Herstellung  dieses  wichtigen  internationalen  Verbindungsweges ­
  nicht  mehr  fallen  gelassen  wurde  und  daß  das  Werk  auch  thatsächlich
seine  Verwirklichung  fand.  Mit  Recht  hat  ein  geistreicher  Seefahrer  den  Ausspruch  gethan: ­
  „Christoph  Kolumbus  hat  einen  Seeweg  nach  Indien  gesucht,  Vasco  de  Gama
hat  ihn  gefunden,  Ferdinand  von  Lesseps  aber  hat  einen  solchen  geschaffen".
            
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