Contents : Ferdinand Lassalle

Am  25.  August  war  Lassalle  in  Genf.  Noch  einmal  versuchte
Lassalle,  gestützt  auf  die  Hilfe  des  bayerischen  Ministers  des  Auswärtigen, ­
  bei  Herrn  von  DoennigeS  eine  Unterredung  zu  erlangen.
Die  Unterredung  kam  zustande  und  dauerte  viele  Stunden.  Lassalle
forderte  die  Entfernung  des  Herrn  von  Racowiha  aus  HelenenS
Nähe.  DaS  Verlangen  war  damals  schon  aussichtslos.  Schließlich
wiederholte  Lassalle  das  Verlangen  nach  einer  Erklärung,  die
Helene  vor  einem  Notar  abgeben  sollte.  Doch  vorher  erschien  sie
vor  LassakleS  herbeigeholtem  Anwalt  vr.  Haenle  und  vor  Oberst
Rüstow  „vollkommen  unbefangen,  in  konventioneller  Heiterkeit,
ohne  die  Spur  eines  übcrstandenen  Seelenkamvfes",  wie  der
Anwalt  feststellte.  Dieser  Eindruck  wurde  Lassalle  übermittelt.
Cr  lief  „wie  ein  Tiger"  im  Zimmer  auf  und  ab  und  schrieb  am
selben  Tag  diese  zwei  Schicksalsbriefe:

Lassalles  Provokation
Genf,  26.  August
Herrn  von  Doenniges  Hochwohlgeboren.
Nachdem  ich  durch  den  Bericht  des  Oberst  Rüstow
und  des  l)r.  Haenle  vernommen  habe,  daß  Ihre  Tochter
Helene  eine  verworfene  Dirne  ist  und  es  folgeweise
nicht  länger  meine  Absicht  sein  kann,  mich  durch  eine
Heirat  mit  ihr  zu  entehren,  habe  ich  keinen  Grund  mehr,
die  Forderung  der  Satisfaktion  für  die  verschiedenen
mir  von  Ihnen  widerfahrenen  Avanien  und  Beleidigungen ­
  länger  zu  verschieben  und  fordere  Sie  daher
auf,  mit  den  beiden  Freunden,  die  Ihnen  diese  Erklärung ­
  überbringen,  die  erforderlichen  Verabredungen
zu  treffen.
F.  Lassalle
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