Object : Der Weltmarkt 1913 und heute

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Der Nachkriegs-Protektionismus
Dieser Protektionismus kommt darin zum Ausdruck, daß der
Eigenerzeugung durch besondere staatliche Maßnahmen, Privilegien,
Steuervergünstigungen, Produktionsprämien (auch die Bevorzugung
bei Submissionen spielt eine Rolle) und vor allem durch erhöhte
Schutzzölle eine besondere Unterstüzung gegenüber der fremden
Einfuhr gewährt werden soll. Es ist nicht zu verwundern, daß diese
Welle der staatlichen Schutzpolitik über die heutige Weltwirtschaft
geht. Sie entspricht nur der Desorganisation derselben. Verfolgt
man die Geschichte der Handelspolitik der letzten 200 Jahre, so
wird man konstatieren, daß alle freihändlerischen Tendenzen sich
aus einer engeren Verflechtung der Wirtschaften miteinander ergaben.
 Mag man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwischen
 einer freihändlerischen und schutzzöllnerischen Epoche unterscheiden,
 — beide sind im Vergleich zu dem merkantilistischen System
 des 18. Jahrhunderts „freihändlerisch“ gewesen. Die neomerkantilistische
 Eigenart jener zweiten Epoche tritt weit hinter dem
zurück, was in dem Augenblicke eintrat, als die Weltwirtschaft desorganisiert,
 die internationale Arbeitsteilung durch Teuerung und
Verarmung gelockert wurde. Fast alle Mittel der alten Merkantilpolitik
 kehren wieder: Einfuhr- und Ausfuhrverbote, hohe Zölle,
Kontingentierungen der Einfuhr, Flaggendiskriminierung usw. Es
zeigt sich in der Tat, wie sehr die freihändlerische Tendenz der Handelspolitik
 das Bestehen normaler wirtschaftsfriedlicher Verhältnisse
 voraussetzt und wie sehr ein Rückschritt der Weltwirtschaft
auch eine Reaktion gegenüber dem Freihandel bedingt.
Der Nachkriegsprotektionismus zeigt wiederum besondere Nuancierungen.
 Hier erscheint er lediglich bedingt durch die Aufstachelung
 der nationalen Instinkte, die auf wirtschaftliche
„Verselbständigung“ gerichtet sind, so besonders bei den neugegründeten
 Staaten in Europa. Dort rechtfertigt er sich durch die
„Notwendigkeit“, im Kriege entstandene Erzeugungen nicht wieder
fallen zu lassen, und stößt hier auf die schon lange bestehende
schutzzöllnerische Einstellung der großen überseeischen Neuländer.
Dabei sind auch hier Wechselwirkungen leicht zu erkennen.
Die Verarmung Europas, stark beeinflußt durch die Verteuerung
überseeischer Lebensmittel und Rohstoffe, zwingt zu einer Einschränkung
 überseeischer Bezüge, so weit dies angängig ist. Diese
            
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