Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

VIII

Einleitung.

sie  je?“  rief  er  noch  in  späteren  Jahren  aus.  Die  Adam  Expreß-Gesellsdhäft
  zahlte  eine  monatliche  Dividende  von  einem  vollen
Prozent,  und  sein  erster  Scheck  machte  selbstverständlich  dem  jungen
Mann  unermeßliche  Freude.  Bald  boten  sich  auch  in  seiner  Stellung ­
  andere  Gelegenheiten  zur  Auszeichnung.  Früh  erkannte  Scott
die  großen  Fähigkeiten  seines  Gehilfen,  und  als  er  während  des
großen  Bürgerkrieges  mit  den  Südstaaten  zum  Beistand  des  Kriegsministers ­
  ernannt  wurde,  nahm  er  den  damals  in  seinem  vierundzwanzigsten ­
  Jahre  stehenden  Carnegie  mit  in  seinen  neuen  Wirkungskreis ­
  hinüber.  Andrews  Verantwortlichkeit  wurde  jetzt  sehr
groß.  Er  hatte  den  Transport  von  Truppen  und  Lebensmitteln  zu
überwachen;  und  zu  gleicher  Zeit  auf  das  Netzwerk  der  Bahnen
und  Telegraphen  Obacht  zu  geben.
Obgleich  nicht  in  der  Gefechtslinie  stehend,  war  er  merkwürdigerweise ­
  der  dritte  Mann,  der  verwundet  wurde.  Ein  Telegraphendraht, ­
  der  sich  los  gemacht,  sprang  ihm  ins  Gesicht  und  verursachte ­
  ihm  einen  tiefen  Schnitt;  doch  das  ließ  ihn  nicht  von
seiner  Pflicht  weichen.  Er  war  bei  verschiedenen  Schlachten  gegenwärtig ­
  und  bei  Bull-Run  verließ  er  als  einer  der  letzten  das  Schlachtfeld. ­
  Viel  wichtiger  jedoch  für  seine  Zukunft  wurden  seine  Erfahrungen ­
  im  Telegraphenamt  zu  Washington;  hier  regte  er  ein
Chiffresystem  für  das  Telegraphieren  an,  welches  außerordentliche
Dienste  leistete.
Kurz  nach  seiner  Rückkehr  aus  dem  Kriege  lernte  er  auf  einer
Eisenbahnfahrt  einen  fremden  Herrn  kennen,  der  ihn  fragte,  ob
er  zu  den  Leitern  der  Pennsylvania-Bahn  irgendwelche  Beziehungen
hätte.  Als  Jung-Carnegie  das  bejahte,  zeigte  ihm  der  Fremde  das
Modell  zu  einem  Eisenbahnschlafwagen.  Carnegie  erkannte  sofort
den  Wert  der  Erfindung  und  sprach  davon  voller  Enthusiasmus  mit
seinem  Chef  und  Freund  Scott.  Dieser  nahm  mit  dem  Erfinder
Rücksprache,  und  man  beschloß,  zwei  Versuchswagen  bei  der  Pennsylvanien-Eisenbahn
  einzustellen.  Der  Versuch  fiel  so  erfolgreich
aus,  daß  man  zur  Bildung  einer  Schlafwagen-Gesellschaft  schritt.
Man  bot  Carnegie  eine  Teilhaberschaft;  er  nahm  sie  an.  Die  zu
dem  neuen  Unternehmen  nötigen  480  M.  schoß  ihm  bereitwilligst
die  Bank  vor,  mit  welcher  er  unterdessen  in  Verbindung  getreten
war.  Der  geschäftliche  Erfolg  fiel  so  glänzend  aus,  daß  er  die
späteren  Aktieneinzahlungen  aus  den  auf  seinen  Kapitalanteil  fallen ­
            
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